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Robert Shiller: "Keiner weiß, wie tief die Kurse noch fallen"

Die mittelfristigen Konsequenzen der Corona-Krise werden von zahlreichen Investoren noch immer unterschätzt, sagt US-Nobelpreisträger Robert Shiller. Er rechnet mit einer weltweiten Rezession.

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller
Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller
© World Economic Forum from Cologny, Switzerland, via Wikimedia Commons

Das grassierende Corona-Virus wirbelt die Börse durcheinander – und noch ist offen, wie es weiter geht. Einen glimpflichen Verlauf hält der US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller allerdings für vergleichsweise unwahrscheinlich. "Das Corona-Virus hat einen Schock ausgelöst, wie ihn bis vor Kurzem niemand für möglich gehalten hätte", sagt er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Die wirtschaftlichen Folgen der Lungenkrankheit dürften diesmal gravierender ausfallen als bei der Sars-Epidemie aus dem Jahr 2003, glaubt Shiller. Denn die Krankheitsverläufe unterschieden sich deutlich: "Die Menschen sind infiziert, zeigen aber keine Symptome. Das macht es schwieriger, angemessen Quarantänemaßnahmen zu ergreifen.", so der Ökonom. Wie sehr die Konjunktur getroffen wird, hänge aber vor allem von der Verbreitung des Virus und von den gesundheitspolitischen Maßnahmen ab, die ergriffen werden. "Was das für Folgen hat, kann ein Epidemiologe weitaus besser beurteilen als ich", räumt Shiller ein.

Die letzte vergleichbare Pandemie sei laut seiner Einschätzung die Spanische Grippe im Jahr 1919 gewesen, der weltweit mindestens 25 Millionen Menschen zum Opfer fielen. "Damals gab es eine Rezession, die allerdings nicht groß ausfiel, weil die Wirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg ohnehin darniederlag." Interessanterweise habe es 1919 keinen Börsencrash gegeben, "wie wir ihn in dieser Woche erlebt haben. Das deutet darauf hin, dass die Menschen diesmal mit ernsteren wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen als damals."

Angst beeinflusst das gesamte Verhalten
Die Folgen seinen schon jetzt verheerend: Veranstaltungen werden abgesagt und Schulen geschlossen. Die Bürger bleiben zu Hause, fürchten sich, geben weniger Geld aus. "Eine gewisse Panikstimmung macht sich breit, und das ist nie gut fürs Geschäft", so Shiller. Hinzu komme: Wenn Menschen sich vor etwas ängstigen, beeinflusse die Furcht ihr gesamtes Verhalten. Sie versuchten dann, jedes Risiko zu vermeiden. Das gilt auch für den Aktienmarkt. "Deshalb würde es mich nicht überraschen, wenn die Kurse weiter fielen." (fp/ps)

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