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Robert Beer: War's das, oder kommt noch was?

Möglich, dass sich die Aktienkurse weiter erholen – möglich aber auch, dass sie noch einmal einbrechen. Für beide Zukunftsszenarien findet Anlageexperte Robert Beer gute Argumente.

Robert Beer, Geschäftsführer der Fondsboutique Robert Beer Investments
Robert Beer, Geschäftsführer der Fondsboutique Robert Beer Investments
© Robert Beer Investments

Die Aktienmärkte haben seit Mitte März einen Teil ihrer Verluste aus dem Corona-Crash von Februar wieder wettgemacht. Aber setzt sich diese Erholung fort, oder sollten Anleger mit einem erneuten Einbruch rechnen? Investmentexperte Robert Beer hält an den Börsen mehrere Szenarios für möglich, für die es allesamt gute Argumente gibt.

Das erste Szenario: Die Pandemie flacht ab, die Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens werden Stück für Stück zurückgenommen, die Wirtschaft kommt wieder in Schwung. Anleger atmen auf, die Börsenkurse steigen weiter. "Angetrieben von der enormen Liquidität und dem Anlagenotstand vieler Investoren klettern die Kurse im Laufe der nächsten Monate in Richtung der Höchststände vom Jahresbeginn", sagt Beer. Mit Blick auf Deutschland, Österreich und andere Länder, die allmählich zu einer Art Normalität zurückfinden, ist dieses Szenario nicht unwahrscheinlich.

Keine gute Zeit für Langfrist-Prognosen
In der aktuellen Erholung ist allerdings schon viel Optimismus eingepreist, gibt der Fondsprofi zu bedenken. "Die Kurse sind der Realität weit vorausgeeilt." Typischerweise geht es nach so heftigen Rückschlägen wie dem Blitz-Crash im Februar noch ein zweites Mal abwärts. "Das könnte der Fall sein, wenn es eine zweite Welle der Pandemie geben sollte", sagt Beer.

Auch die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft, die sich in den kommenden Wochen häufen dürften, sprechen eher für fallende als für weiter steigende Kurse. Rekordarbeitslosigkeit, steigende Staatsschulden, massenhafte Insolvenzen dürften an den Börsen nicht ohne Folgen bleiben.

Beer selbst hält es mit Investment-Legende Warren Buffett, der einmal sagte, dass man die Kursentwicklung an der Börse auf Sicht von ein oder zwei Jahren ohnehin nicht seriös vorhersagen kann. Beers salomonische Vorhersage lautet deshalb: "Wahrscheinlich wird die nächste Zeit geprägt sein von Hoffnungsrallys, befeuert von ermutigenden Signalen aus der Wirtschaft, und heftigen Rückschlägen aufgrund enttäuschter Erwartungen oder neuer schlechter Botschaften." Langfristig dürfte es zwar aufwärts gehen, sagt der Anlageexperte – Investoren sollten aber mit zwischenzeitlichen Rückschlägen rechnen. (fp)

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