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Robeco: Volatilität wird wieder beträchtlich steigen

Die Phase ungewöhnlich hoher Aktienkursgewinne bei niedriger Volatilität wird zu Ende gehen, die Marktschwankungen zunehmen, prognostiziert Jan Sytze Mosselaar, Aktien-Portfoliomanager im Robeco Conservative Equities-Team

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© Eisenhans / stock.adobe.com

Vor dem Hintergrund der mehr als neunjährigen Aktienmarktrally und der Erreichung von Bewertungen, die an das Niveau im Jahr 1929, kurz vor dem großen Crash erinnern, rät Jan Sytze Mosselaar, Aktien-Portfoliomanager im Robeco Conservative Equities-Team, zur Vorsicht. Vor allem die sehr niedrigen Volatilitäten werden nicht ewig Bestand haben. So waren die Schwankungen am Markt in den letzten beiden Jahren nur etwa halb so hoch wie der historische Durchschnittswert.

Acht Prozent sind vergleichsweise wenig
Laut Mosselaar betrug in den 24 Monaten von Juli 2016 bis Juni 2018 die Volatilität des MSCI World durchschnittlich rund acht Prozent – ein niedriger Wert, unabhängig davon, welchen Maßstab man anlegt. Ende 2017 fiel die gleitende Ein-Monats-Volatilität sogar auf unter vier Prozent. „Derart geringe Schwankungen verzeichnen normalerweise die Rentenmärkte, die Investoren gleichzeitig höhere Sicherheiten versprechen“, zieht Mosselaar die Parallele.

In der Vergangenheit lag die Marktvolatilität bei Aktien im Durchschnitt näher an 15 Prozent, auch wenn es Phasen sowohl mit deutlich niedrigeren als auch höheren Werten gegeben hat. „Da die Schwankungsintensität in der Vergangenheit dazu tendierte, zum Mittelwert zurückzukehren, ist ein langer Zeitabschnitt mit äußerst geringer Volatilität unserer Meinung nach unwahrscheinlich. Deshalb könnte die sprungartige Zunahme der Schwankungen Anfang Februar und Ende März 2018 ein Hinweis darauf sein, dass jetzt ein neuer Zeitabschnitt mit höherer Volatilität vor uns liegt. Das ist ein Szenario, welches wir in unseren Conservative-Strategien favorisieren, da wir in genau so einem Umfeld eine höhere Chance haben, besser als der Markt abzuschneiden und zu einem stabileren Portfolio beizutragen“, erklärt Mosselaar.

Momentum spricht noch zyklische Wachstumswerte
Ein weiteres wichtiges Element der derzeitigen Marktbedingungen sei nach Ansicht Mosselaars die im Vergleich zu defensiven Aktien deutlich bessere Performance zyklischer Wachstumstitel. Für die Endphase eines starken Bullenmarktes sei dies nicht ungewöhnlich. Die bedeutendste Trendwende in dieser Aufschwungphase ereignete sich im Juli 2016, als zyklische Sektoren allmählich eine deutlich bessere Performance erzielten als defensive.

Dieser Trend, dass zyklische Aktien die Wertentwicklung von defensiven, dividendenstarken Papieren übertreffen, war in den letzten beiden Jahren beständig zu beobachten. Als Folge hiervon hinkten der „Minimum-Volatility“- und der „High-Dividend“-Faktor in den Industrie- wie auch in den Schwellenländern dem Markt mit großem Abstand hinterher. Andersherum war es aufgrund dieser Trends nicht überraschend, dass der Faktor Momentum gut funktionierte, ganz besonders in den letzten zwölf Monaten.

Aktienstrategie auf dem Prüfstand
Es sei Mosselaar zufolge immer sehr schwierig, das richtige Timing dafür zu finden, wohin sich die Märkte und Faktoren auf kurze Sicht bewegen. Doch angesichts der starken Zuwächse, die in den letzten Jahren an den globalen Aktienmärkten zu beobachten waren, dürften die Renditen an der Börse in Zukunft deutlich niedriger ausfallen und sich eher im Rahmen der langfristigen Durchschnittswerte bewegen. Umgekehrt werden die Volatilitätswerte voraussichtlich beträchtlich steigen.

„Vor diesem Hintergrund sollten Anleger, die von einer Rückkehr zur Normalität überzeugt sind, besser nach vorne und nicht in den Rückspiegel schauen. Denn um richtig gewappnet für die absehbaren Entwicklungen so sein, sollten Investoren jetzt dafür sorgen, dass ihre Aktienpositionen mit ihren langfristigen Erwartungen in Einklang stehen“, empfiehlt Mosselaar abschließend. (aa)

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