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Institutioneller schreibt Mid-/Large-Cap-Mandat aus

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Risk Parity vor nächstem Härtetest: Was passiert beim Zinsanstieg?

Der Handelsansatz basiert auf einer Strategie, die vor zwei Jahrzehnten dank Hedgefondsmanager Ray Dalio Bekanntheit erlangte. Dabei halten Anleger mehrere Assets in einem bestimmten, das Risiko ausgleichenden Verhältnis. Im aktuellen Kapitalmarktumfeld sieht der Ansatz reichlich gewagt aus.

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Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, hat Risikoparitätsstrategien zum Durchbruch verholfen.
© Bridgewater Associates

Verluste bei einer Klasse von Vermögenswerten sollen so durch Gewinne bei einer anderen kompensiert werden. Eine einfache Version dieser Herangehensweise - nämlich Aktien zur Absicherung mit langlaufenden Anleihen zu kombinieren - hat in den vergangenen Jahren angesichts von Höchstständen an den Aktienmärkten an Beliebtheit gewonnen.

Wie schnell werden die US-Kapitalmarktzinsen steigen?

Aber jetzt, da die zehnjährigen Anleiherenditen angesichts der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Notenbanken schnell klettern und die Bewertungen von Aktien nahe den Neun-Jahreshochs liegen, zeigen sich die Strategen von Banken wie der Bank of America zunehmend skeptisch hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Strategie. 

Aktien-Hegde mit Langläufern ist wohl aktuell keine gute Idee

"Für einen Anleger, der ’long’ Aktien ist, wird es in diesem Jahr keine gute Absicherung sein, langlaufende Anleihen zu halten", sagte James Barty, Leiter der weltweiten Cross-Asset- und europäischen Aktienstrategie, in einem Interview gegenüber Boomberg. "Ich baue meine Strategie so auf, dass ich ’long’ Aktien, aber ’short’ Anleihen bin, denn ’short’ Anleihen ist meine Absicherung".

Aktien-/Renten-Korrelation auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren 

Die vierteljährliche Korrelation zwischen dem auf Aktien basierten SPDR S&P 500 ETF und dem auf Anleihen basierten iShares 20+ Year Treasury Bond ETF ist aktuell seit 2008 am wenigsten negativ, wie Daten von Bloomberg zeigen. Während sie sich derzeit auf minus 0,3 beläuft, liegt der Zehnjahresdurchschnitt bei minus 0,5.

Mittelzuflüsse in Risk Prity halten an

Dessen ungeachtet werden Rekordmengen an Geld in Fonds investiert, die nach unterschiedlichen Risk-Parity-Varianten verwaltet werden - von Quants bis zu traditionellen 60-40 Allokatoren, so Peter Tchir, Leiter Makrostrategie bei Academy Securities.  Eine Entwicklung, die er nicht überraschend findet, hätten in den vergangenen Jahren doch sowohl Aktien als auch Anleihen positive Renditen erzielt. "Diese Strategien hatten sehr hohe Erträge bei praktisch keiner Volatilität", schrieb er in einer Mitteilung, aus der Bloomberg News zitiert.

Gleichzeitig zeigt sich Tchir besorgt mit Blick auf ein Szenario, in dem steigende Zinsen einen Absturz der Aktienkurse auslösen, was zu einer Rückkopplungsschleife und steigender Volatilität führen könnte.

Was passiert, wenn Risk Party-Trader ihre Positionen auflösen?

"Die große Bewegung wird dann kommen, wenn die Risk-Parity-Trader Positionen abzuwickeln beginnen", schrieb Andrew Brenner, Leiter des internationalen Fixed-Income-Geschäfts bei Natalliance Securities in einer Mitteilung an Kunden. "Denken Sie daran: Deren Strategie besteht darin, Anleihen gegen ihre Long-Positionen zu kaufen. Geht es für Anleihen weiter gen Süden, werden die Aktien folgen und ein Schneeballeffekt tritt ein."

Renditeanstieg bis dato noch bescheiden

Allerdings muss angemerkt werden, dass Risk Parity in der Regel von Quants eingesetzt wird, die auf komplexere Informationen und längerfristige Anlagezeiträume setzen, worauf eine plötzliche Korrelationsverschiebung keinen Einfluss hätte. Und in der historischen Betrachtung ist der Anstieg der Renditen bislang noch bescheiden.

Wo liegt die Schmerzgrenze?

Ein Bärenmarkt für Bonds, der den Risikoappetit gefährdet, tritt dann ein, wenn zehnjährige inflationsgeschützte Anleihen mit einem Prozent rentieren - verglichen mit 0,51 Prozent am Mittwoch - und die nominale Rendite für die selbe Laufzeit über drei Prozent steigt, so Kit Juckes, globaler Fixed-Income-Stratege bei Société Générale. 

Hohe Renditen bei Risikoaktiva, günstige Korrelationen und niedrige Volatilität haben zu einem Anstieg der Beliebtheit von Anlagen in mehreren Asset-Klassen geführt, so Strategen der HSBC Holdings um Pierre Blanchet in einem Kommentar, der Bloomberg vorliegt. "Als Konsequenz könnten Multi-Asset-Investoren die für diese Anlageklasse spezifischen Risiken unterschätzen", sagten sie. (kb)

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