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Risikomodelle müssen Kriegsfolgen berücksichtigen

„Das Jahr 2022 wird zentrale Weichen für das Versicherungswesen und damit die Aktuarinnen und Aktuare stellen“, prognostiziert Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), im Vorfeld der hybriden DAV-Jahrestagung in Bonn.

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Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV)
© Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G.

Das EU-Parlament wird noch in diesem Jahr die Beratungen über den Review von Solvency II intensivieren, die Bundesregierung hat kürzlich ein weiteres Rentenpaket mit umfangreichen Auswirkungen auf die kapitalgedeckte Altersvorsorge angekündigt, und die EU-Kommission will ihren Green Deal weiter vorantreiben, der auch mit Blick auf die zunehmenden Klimarisiken für die Versicherer eine besondere Relevanz hat.

Modellanpassungen an Kriegsfolgen
„Die größte Herausforderung werden aber die unabsehbaren Folgen des schrecklichen Kriegs in der Ukraine sein, dessen Auswirkungen auf die Opfer uns tagtäglich den Atem stocken lassen“, so Dr. Schneidemann weiter. Neben den dramatischen Folgen für die Menschen wird auch die Wirtschaft deutlich vom Kriegsgeschehen beeinflusst. Auch wenn die deutschen Versicherer nur geringe direkte Kosten zu tragen haben, würden das verlangsamte Wirtschaftswachstum, die auf Rekordniveau gestiegene Inflation und die auch kriegsbedingte Zurückhaltung der EZB beim Ausstieg aus der ultralockeren Zinspolitik ihre Spuren hinterlassen. „Wir werden als Risikomanager entsprechende Vorkehrungen treffen müssen und die Modelle auf weitere Unwägbarkeiten vorbereiten“, erläutert Dr. Schneidemann.

DAV-Jahrestagung in Bonn
Die aktuell wichtigsten Themen des Versicherungs- und Finanzwesens werden in den kommenden drei Tagen bei der hybriden DAV-Jahrestagung in Bonn und online besprochen, die mit einer Rekordbeteiligung von über 1.900 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland aufwartet. Traditionell findet im Rahmen der Jahrestagung auch die DAV-Mitgliederversammlung statt, bei der Oliver Thoma (38) als 6.000 Mitglied in die Vereinigung aufgenommen wird. „Wir freuen uns, dass die aktuarielle Gemeinschaft nicht nur in Deutschland weiter kräftig wächst. Gut ausgebildete Aktuarinnen und Aktuare werden längst nicht mehr nur in den klassischen Aktuariaten gebraucht, sondern auch in der Kapitalanlage, dem Marketing oder der Rechnungslegung“, so Dr. Schneidemann abschließend. (kb)

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