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Reyl über das Potential von digitalen Zentralbankwährungen

Eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency; CBDC) ist eine digitale Form der offiziellen Fiat-Währung eines Landes. Anstatt Geld zu drucken, gibt die Zentralbank digitales Geld aus, das durch das Vertrauen und die Kreditwürdigkeit der Regierung gedeckt ist.

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Marco Bonaviri, Head of FX, Senior Porftolio Manager bei Reyl
© Reyl

"Es handelt sich bei der digitalen Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency; CBDC) also um eine andere Ausprägung derselben Rechnungseinheit, eines Wertaufbewahrungsmittels und eines Tauschmittels, die bereits von einer Zentralbank angeboten werden, mit dem Potential für eine breite Nutzung durch Haushalte und Unternehmen", sagt Marco Bonaviri, Head of FX, Senior Porftolio Manager bei Reyl.

Steigendes Interesse an CBDCs
Sowohl die veränderten Zahlungsgewohnheiten als auch die technologischen Entwicklungen tragen zum steigenden Interesse an CBDCs bei. Die Hauptmotivation für CBDCs könnte jedoch darin liegen, dass sich eine Zentralbank gegen eine Bedrohung ihrer geldpolitischen Souveränität schützen will, da die Fähigkeit, eine wirksame Geldpolitik zu betreiben, durch die Einführung privater digitaler Währungen wie Kryptowährungen und Stablecoins beeinträchtigt werden könnte. Dies erklärt, warum laut einer BIZ-Umfrage aus dem Jahr 2021 86 Prozent der Zentralbanken die Risiken und Vorteile der Ausgabe einer CBDC untersuchen, 60 Prozent mit verschiedenen Technologien experimentieren und 14 Prozent Pilotprojekte durchführen. Derzeit haben nur zwei Länder offiziell ein CBDC eingeführt: Nigeria und die Bahamas. Viele Länder führen Pilotprojekte durch, darunter China, Kanada, Südafrika, Korea und die Vereinigten Arabischen Emirate. In den G10-Staaten befinden sich Australien, Schweden und Japan in der Proof-of-Concept-Phase, während sich die EZB, die SNB, die BoE und das Fed noch in der Forschungsphase befinden. 

Eine Frage des Designs
CBDCs müssen sorgfältig konzipiert werden, um die Vorteile und Risiken auszubalancieren. Sie müssen einen Mehrwert für die Nutzer schaffen, den Wettbewerb fördern anstatt Innovationen zu verdrängen, und die Risiken einer Disintermediation im Finanzbereich vermeiden. Man unterscheidet zwei grundlegende Funktionsweisen von CBDCs: CBDCs für Großkunden und CBDCs für Einzelkunden. Großkunden-CBDCs werden nur von Finanzintermediären für die Abwicklung von Interbanküberweisungen und Großkundentransaktionen verwendet. Der Unterschied zu Standard-Zentralbankreserven besteht darin, dass sie neue Formen der Konditionalität von Zahlungen ermöglichen, d. h., dass eine Zahlung eine bestimmte Bedingung erfüllen muss, um abgewickelt zu werden. CBDCs für Einzelkunden können direkt von Nichtbanken (Personen und Unternehmen) als eine Form von digitalem Bargeld gehalten werden, wodurch das übliche zweistufige Geldsystem geändert wird, indem digitales Zentralbankgeld der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Schwellenländer scheinen sich eher für Einzelkunden-CBDCs zu entscheiden, da sie die finanzielle Einbindung und die Digitalisierung als Hauptziele verfolgen, während Industrieländer sich auf Großkunden-CBDCs konzentrieren, da sie über besser entwickelte Bankensysteme und Kapitalmärkte verfügen. 

China und der e-CNY
Während viele Länder vor kurzem damit begonnen haben, sich mit dem Thema zu befassen, arbeitet die chinesische Zentralbank seit 2014 an einem CBDC. Ein Pilotprojekt wurde 2020 in zehn Regionen gestartet und dieses Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking eingeführt. Der digitale Yuan (e-CNY) ist ein zweistufiges CBDC-System für den Einzelhandel, bei dem die Back-End-Infrastruktur von der PBoC bereitgestellt wird, während das Front-End von regulierten privaten Zahlungsanbietern (Geschäftsbanken und Technologieunternehmen) verwaltet wird. Folglich werden die Banken nicht übergangen. Darüber hinaus verfolgt der e-CNY einen DCEP-Ansatz (Digital Currency Electronic Payment), d. h. er ist nicht nur eine digitale Währung, sondern auch ein elektronisches Zahlungssystem. Etwa 260 Millionen Chinesen haben das digitale Portemonnaie (digital wallet) bereits heruntergeladen, und 9 Millionen Händler (einschließlich westlicher Franchisenehmer) haben sich für den e-CNY angemeldet. Nach Angaben der PBoC beliefen sich die e-CNY-Transaktionen bis Ende 2021 auf den Gegenwert von 14 Milliarden US-Dollar. 

Ziele der PBoC 
Eines der Ziele der chinesischen Zentralbank ist es, die Effizienz und Widerstandsfähigkeit des digitalen Zahlungsverkehrssystems (das derzeit von AliPay und TenPay dominiert wird) zu erhöhen, indem der Wettbewerb gefördert wird und eine Alternative für den Fall einer Störung bereitgestellt wird. Darüber hinaus wird Chinas DCEP den 20 Prozent der chinesischen Bevölkerung, die keine Bankverbindung haben, Zugang zu Bankdienstleistungen verschaffen. Derzeit ist der e-CNY der größte öffentliche Live-Test für die Effektivität eines CBDC. Aufgrund des relativ fortgeschrittenen Stadiums ist China in der Lage, Standards bei der Entwicklung von CBDCs zu setzen. Nach Ansicht von Reyl wird dies China helfen, das Endziel der Stärkung der Währungssouveränität und der Internationalisierung des Yuan zu erreichen.

Zweistufiges Modell unter Einschluss der Banken wird wohl bevorzugt werden
«Wir gehen davon aus, dass die meisten großen Zentralbanken noch vor Ende des Jahrzehnts einen CBDC herausgeben werden, da hier starke soziale und technologische Kräfte am Werk sind», erklärt Marco Bonaviri. Zwar gibt es keine allgemeingültige Antwort auf die Beweggründe und Gestaltungsmerkmale von CBDCs, doch könnte in der Praxis das zweistufige Modell bevorzugt werden, bei dem die Banken weiterhin eine Rolle im Ökosystem spielen und nicht vollständig übergangen werden. Dieser Ansatz bietet der Öffentlichkeit Zugang zu Zentralbankgeld bei geringstem Risiko einer finanziellen Instabilität. Unabhängig von der Ausgestaltung wird die Ausgabe von CBDCs in den kommenden Jahren wahrscheinlich die Interbankensysteme, den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und die Art und Weise, wie die Geldpolitik betrieben wird, verändern. (kb)

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Über Reyl:
Die 1973 gegründete Reyl-Gruppe ist eine diversifizierte Bankengruppe mit Niederlassungen in der Schweiz (Genf, Zürich, Lugano), in Europa (London, Luxemburg, Malta) sowie weiteren Regionen weltweit (Singapur, Dubai). Sie verwaltet Vermögenswerte von über 25 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigt mehr als 400 Mitarbeitende. 2021 ging die Reyl-Gruppe eine wichtige strategische Partnerschaft mit Fideuram-Intesa Sanpaolo ein - einem führenden europäischen Bankunternehmen, in deren Rahmen Fideuram ISP eine Beteiligung von 69 Prozent an der Reyl-Gruppe erwarb.

Die Gruppe verfolgt einen innovativen Ansatz im Bankgeschäft. Zu ihrem Kundenkreis zählen internationale Unternehmer und institutionelle Investoren, die durch die Geschäftsbereiche Wealth Management, Entrepreneur & Family Office Services, Corporate Finance, Asset Services und Asset Management betreut werden. Die Gruppe setzte die Diversifizierung fort, und zwar in den Bereichen Impact Investing durch die Lancierung der fokussierten Impact-Asset-Management-Firma Asteria Obviam und Digital Banking für wohlhabende Kunden durch die Gründung von Alpian, einer aufstrebenden Schweizer Bank auf App-Basis.

 

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