Restriktivere Fed-Signale sorgen für Druck an Metallmärkten
Die restriktivere Haltung der US-Notenbank hat Edel- und Industriemetalle zuletzt belastet. Steigende Zinserwartungen und ein stärkerer US-Dollar drückten die Preise, während strukturelle Nachfrageimpulse – etwa durch den Ausbau der KI-Infrastruktur – langfristig intakt bleiben.

ECKPUNKTE:
- Restriktivere Fed-Signale und ein stärkerer US-Dollar belasteten die Metallmärkte zuletzt.
- Gold und Silber gerieten durch steigende Zinserwartungen unter Druck.
- Kupfer profitiert langfristig von der Nachfrage durch KI- und Stromnetz-Investitionen.
- Angebotsengpässe und geopolitische Risiken bleiben wichtige Preistreiber.
Die Signale der US-Notenbank haben den Metallmärkten zuletzt Gegenwind beschert. Wie Global X ETFs Europe in seinem aktuellen Rohstoff-Tracker berichtet, sorgten restriktivere Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve zusammen mit einem stärkeren US-Dollar sowohl bei Edel- als auch bei Industriemetallen für Preisdruck. „Während Investitionen in Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Stromnetze den Bedarf an Kupfer und Energie erhöhen, sorgen ein stärkerer US-Dollar und restriktivere Zinserwartungen der Federal Reserve kurzfristig für Druck auf die Metallmärkte“, erläutert Roberta Caselli, Commodities Research Analyst bei Global X ETFs Europe.
Besonders Gold und Silber litten zuletzt unter den gestiegenen Zinserwartungen. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten zinsloser Anlagen wie Gold, während ein stärkerer Dollar Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert. Langfristig bleibt der Goldmarkt nach Einschätzung von Global X jedoch unterstützt: Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 rund 244 Tonnen Gold, zudem wollen 45 Prozent der befragten Notenbanken ihre Goldbestände innerhalb der kommenden zwölf Monate weiter ausbauen.
Angebot & Nachfrage am Kupfermart – Quelle: Global X ETFs Europe
Auch der Kupfermarkt musste sich dem kurzfristigen makroökonomischen Gegenwind stellen. Die Kombination aus festerem US-Dollar und restriktiver Geldpolitik belastete den Sektor zuletzt. An den langfristigen Fundamentaldaten ändere dies jedoch wenig. Investitionen in Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und den Ausbau der Stromnetze dürften die Nachfrage nach kupferintensiven elektrischen Anlagen weiter erhöhen, während das Angebot an Kupferkonzentrat knapp bleibt.
Für zusätzliche Unsicherheit könnten mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer sorgen, die Handelsströme und Lagerbestände beeinflussen würden. Darüber hinaus verweist Global X auf anhaltende Angebotsrisiken bei kritischen Mineralien aufgrund der starken Abhängigkeit von chinesischen Verarbeitungskapazitäten sowie auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die die Energiepreise weiterhin stützen könnten. (hw)


