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René Benko angeklagt: Signa-Crash führt zum ersten Prozess

?Nach dem Zusammenbruch seines 23 Milliarden Euro schweren Signa-Imperiums ist der österreichische Immobilienunternehmer René Benko nun formell des Betrugs angeklagt worden.

Die Signa-Pleite wird jetzt gerichtlich aufgearbeitet.
Die Signa-Pleite wird jetzt gerichtlich aufgearbeitet.© Timon/stock.adobe.com; Montage: FONDS professionell

Benko muss sich wegen mutmaßlichem Insolvenzbetrug vor Gericht verantworten, wie die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien am Dienstag mitgeteilt hat. Der 48-Jährige ist seit Januar in Untersuchungshaft. Ihm wird zur Last gelegt, unrechtmäßige Vorauszahlungen für einen Mietvertrag einer privaten Wohnimmobilie geleistet sowie Luxusuhren und Waffen als Geschenke angeboten zu haben – mit dem mutmaßlichen Ziel, Vermögenswerte im Wert von 660.000 Euro vor Gläubigern seines persönlichen Insolvenzverfahrens zu verschleiern.

Die Anklage ist das erste strafrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Signa Ende 2023, das vor Gericht gebracht wird. Die Staatsanwaltschaft untersucht mehr als ein Dutzend separater Vorwürfe – darunter Betrug, Untreue und betrügerische Insolvenz. Benko hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Signa galt vor dem Zusammenbruch als eines der größten Immobilienunternehmen Europas – mit Prestigeobjekten wie dem Londoner Luxuskaufhaus Selfridges und dem Hotel Bauer in Venedig. Der rasante Aufstieg des Konzerns war eines der auffälligsten Beispiele für die Euphorie der Niedrigzinsära. Eine vielschichtige, intransparente Konzernstruktur verdeckte lange die Risiken steigender Zinsen und sinkender Immobilienpreise.

Prominente Investoren wie Deutschlands reichster Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die französische Unternehmerfamilie Peugeot und Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner haben jeweils hunderte Millionen Euro verloren. Die Insolvenz hatte weitreichende Folgen für einige der größten Banken und Investoren Europas. (kb)

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