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Renditen von über fünf Prozent – lohnt sich jetzt Duration?

Die Rendite 30-jähriger US-Bonds ist aktuell so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. In den 1980ern waren die Renditen zwar noch höher, doch das Tempo des Anstiegs ist historisch. Was dieser Bärenmarkt bedeutet und und worauf Anleger achten sollten, erklären zwei Experten von Columbia Threadneedle.

© flyalone / stock.adobe.com/KI-generiert

Eckpunkte:

  • Die US-Zinsen sanken um kurzen und stiegen am langen Laufzeitende
  • Damit wurde die Zinskurve steiler
  • Die Langfristzinsen sind damit so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr beobachtet

Nach dem Tiefstand von 1,32 Prozent im Jahr 2020 im Zuge der Corona-Krise lag die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen jüngst bei etwas bei 5,25 Prozent. Dieser Anstieg von fast 400 Basispunkten hat einen Teil des jahrzehntelangen Rückgangs seit dem Höchststand von 15 Prozent im Jahr 1981 wieder ausgeglichen. Das berichten Columbia Threadneedles Anleiheexperten Gary Smith und Simon Roberts in einem aktuellen Marktbericht.

Schwache Inflation drückt kurzes Ende der Zinskurve
Die US-Zinskurve wird steiler. Die Renditen am kurzen Ende gingen stärker zurück, während die Renditen langlaufender Anleihen auf hohem Niveau bleiben oder weiter steigen. Entsprechend sank die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, während die Rendite 30-jähriger Treasuries stieg.

Doch was steckt dahinter? Ein Grund dafür sind Smith und Roberts zufolge die schwächeren Inflationsdaten – sie drücken die Renditen am kurzen Ende der Kurve. Der Gesamtverbraucherpreisindex (CPI) nahm im Juli gegenüber dem Vormonat nur um 0,1 Prozent zu, unter anderem, weil die Energiepreise gesunken sind. Der Erzeugerpreisindex (PPI) blieb im Juli entgegen den Erwartungen sogar unverändert. "Infolgedessen ist die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank im September deutlich gesunken – von rund 52 Prozent auf etwa 30 Prozent", merken Smith und Roberts an.

Renditeanstieg am langen Ende zeugt von Unsicherheit
Am langen Ende der Zinskurve schloss die Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen in der vergangenen Woche bei 5,216 Prozent. Damit liegt die Rendite auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2001. Zwar war die Nachfrage mit einem Angebot-Nachfrage-Verhältnis von 2,39 solide. Das hohe Renditeniveau verstärkte jedoch die Sorgen über die angespannte Haushaltslage und die steigenden Kosten der US-Staatsverschuldung.

"Für Anleger bedeutet das: Lange Duration wird besser vergütet. Die höhere Laufzeitprämie signalisiert jedoch auch eine wachsende Unsicherheit mit Blick auf Inflation, das hohe Emissionsvolumen von US-Staatsanleihen und geopolitische Risiken", erklären Smith und Roberts abschließend. (aa)

Renditen 30-jähriger US-Bonds im Zeitvergleich

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