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Renditejagd: Spread zwischen Bunds und eurogesicherten US-Treasuries

Angesichts des derzeitigen Anstiegs der US-Treasury-Renditen können Anleger wahrscheinlich noch eine ganze Weile von dem Spread zwischen Bunds und eurogesicherten US-Treasuries profitieren, meinen die Experten der DWS Group.

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© andranik123 / stock.adobe.com

Rentenanleger haben es derzeit nicht leicht. Insbesondere, wenn sie es überwiegend mit negativen Renditen zu tun haben, wie etwa in Europa zurzeit. Bundesanleihen etwa rentieren über alle Laufzeiten negativ.

Rendite nur mit mehr Risiko möglich
Investoren, die positive Renditen erzielen wollen, müssen bereit sein, mehr Risiken einzugehen. Zum einen kann das Kreditrisiko, das bei Unternehmensanleihen in verschiedenem Ausmaß vorhanden ist, erhöht werden. Zum anderen sind auf Fremdwährung laufende Anleihen, die in einigen Fällen höhere Renditen bieten, interessant. Natürlich besteht in diesem Fall das Risiko einer Währungsabwertung. Diese kann den Renditeanstieg schmälern oder im schlimmsten Fall zu einem Verlust führen.

Gegenwärtig gibt es jedoch eine weitere Alternative für Euro-Investoren
Aufgrund der höheren Renditeabstände zwischen den Geldmarktzinsen und den Renditen langlaufender US-Dollar-Wertpapiere hat man derzeit die Möglichkeit, eine US-Staatsanleihe zu kaufen, das Währungsrisiko abzusichern und trotzdem eine positive Rendite zu erzielen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nicht immer, wie der folgende Chart der DWS zeigt:

Es gibt mehrere Gründe, warum eine solche Strategie nun funktionieren könnte
Die Nachricht über einen vielversprechenden Covid-19-Impfstoff hat viele Investoren dazu veranlasst, auf steigende US-Staatsanleiherenditen zu setzen. Auch ein starker US-Arbeitsmarktbericht (Arbeitslosenquote zurück auf 6,9 Prozent) und ein aus Anlegersicht offenbar zufriedenstellendes Wahlergebnis trugen dazu bei. Dies hat die Treasury-Renditen auf ein Niveau von 0,97 Prozent steigen lassen – ein Wert, den man seit dem Ausbruch der Pandemie im März nicht mehr gesehen hat. Die Renditen deutscher Bundesanleihen stiegen ebenfalls, aber weniger stark.

Ein weiterer Grund ist die Politik der Zentralbanken
Die Experten der DWS halten es für unwahrscheinlich, dass die Fed oder gar die EZB trotz dieser kurzfristig positiven Nachrichte, die Zinsen in den nächsten Jahren anheben werden. Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hat die Messlatte für eine Zinserhöhung recht hoch gelegt. Auch bei der EZB hat Christine Lagarde nach der letzten EZB-Ratssitzung die Erwartung auf eine Erweiterung des geldpolitischen Stützungspakets geweckt.  Da die Leitzinsen wahrscheinlich auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden, dürften sich die Absicherungskosten kaum ändern. Angesichts des derzeitigen Renditeanstiegs der Treasuries können sich Anleger wahrscheinlich noch eine ganze Weile den Spread zwischen den Renditen deutscher Bundesanleihen und denen eurogesicherter Treasuries sichern. (kb)

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