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Rendite mit weniger Risiko dank Low-Volatility-Strategien

Politische Unsicherheiten, drohende Handelszölle und Zinserhöhungen der Federal Reserve in den USA trieben die Volatilität 2018 an. Hier bieten Low-Volatility-Strategien überdurchschnittlich gute Renditen, ist Claus Grøn Therp, Senior Portfolio Manager bei Jyske Capital, überzeugt.

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Claus Grøn Therp, Senior-Aktien-Manager bei Jyske Capital
© Jyske Capital

Ein Volatilitätsindex misst die implizite Volatilität eines Börsenindex, also dessen erwartete Schwankungsbreite innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Der Volatilitätsindex der deutschen Börse heißt VDAX-NEW und gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen für den DAX zu erwarten ist. Im Verlauf dieses Jahres betrugen die Schwankungen bereits zwischen 13 und 40 Punkten. In diesem Umfeld kam der Ansatz von Low-Volatility-Strategien besonders gut zum Tragen.

LowVol hilft nicht nur in Krisenzeiten
Aber nicht nur in Krisenzeiten versprechen „Low-Vola-Strategien“ überdurchschnittlich gute Renditen. Auch langfristig betrachtet sind die Renditen von Low-Vola-Fonds mindestens so hoch wie diejenigen des Aktienmarktes – und das bei geringerem Risiko. Mit anderen Worten: Auf lange Sicht erwirtschaften Aktien mit niedrigem Risiko und geringer Schwankung erwiesenermaßen höhere Renditen. Was also ist das „Geheimrezept“ für den Erfolg von Low-Volatility-Strategien?

Hohe Qualität sorgt für Stabilität
Ein Erklärungsansatz für die positive Langzeit-Performance von Low-Vola-Aktien findet sich in deren Qualität. Hinter diesen Einzeltiteln stehen häufig Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen. Diese sind in Zeiten geringen Wirtschaftswachstums oder in fallenden Märkten widerstandsfähiger und verlieren weniger an Wert. Aus diesem Grund setzen die Portfolio Manager bei Jyske Capital in ihrer Strategie auf Qualitätsaktien, die über eine starke Marktposition verfügen und deren Verschuldungsgrad niedriger ist als jener des Durchschnitts des globalen Aktienmarkts (MSCI AC World). 

Nicht nur für defensive Investoren geeignet
Damit ist jedoch noch nicht die Frage beantwortet, warum Low-Volatility-Fonds hauptsächlich in den Portfolios von defensiven Anlegern landen. In der Tat locken Investments in Niedrigrisiko-Strategien eher risikoscheue Anleger an, doch aus Sicht von Claus Grøn Therp eröffnen Low-Vola-Fonds auch für risikoaffine Investoren Chancen – vor allem zur Diversifikation: "Denn breit gestreute Portfolios verbessern nicht nur die Krisenresistenz, sondern ermöglichen ebenso langfristige Erträge über den reinen Kapitalerhalt hinaus." 

Niedrigrisiko-Anomalie
Dii Investmentstrategie vom Jyske Capital fußt auf der so genannten „Niedrigrisiko-Anomalie“. Dieser Faktor wurde über viele Jahre hinweg beobachtet und analysiert. Er konnte auch in unterschiedlichen Marktumfeldern empirisch nachgewiesen werden. Kurz gesagt, hat sich bestätigt, dass Aktien mit geringer Volatilität über lange Sicht bessere Erträge als Aktien mit hoher Volatilität erwirtschaften. Damit steht diese Anomalie nicht nur im Gegensatz zu weit verbreiteten Anlagegrundsätzen, sondern widerlegt diese auch. Bei einem langfristigen Investment-Horizont profitieren Investoren nicht durch risikoreiche Investments, sondern durch eine lange Haltedauer.

Benchmark-unabhängig
Viele Aktienfonds werden in Anlehnung an eine Benchmark gemanagt. Das heißt Entscheidungen über Aktieninvestments werden in der Regel Benchmark-gesteuert getroffen, wobei typischerweise der Fokus auf einem ausgeglichenen Rendite-Risiko-Verhältnis liegt. Dagegen richtet ein LowVol-Ansatz den Blick auf die absolute Rendite bei geringem Risiko und ziehen daher Qualitätsaktien mit möglichst geringer Volatilität vor. Beim Benchmark-unabhängigen Investmentansatz von Jyske Capital steht ausschließlich die Performance der  bevorzugten Niedrigrisiko-Aktien im Vordergrund. So kann man in aussichtsreiche Einzeltitel investieren, ohne von möglichen Wahrnehmungsverzerrungen abgelenkt zu werden, die aus einer Benchmark resultieren können.

„Nichtberücksichtigung“ – ein wesentlicher Bestandteil der Low-Vola-Strategie
Ein Grundsatz der Investmentphilosophie von Jyske Capital sieht die Nichtberücksichtigung der Aktien mit der höchsten Volatilität vor. Von daher legt man den Fokus auf Titel aus dem Quintil des Aktienmarkts, das die niedrigste Volatilität aufweist. Des Weiteren selektiert man Aktien mit der geringsten Liquidität aus, denn Voraussetzung für ein Aktieninvestment ist für die Dänen ein täglicher Umsatz von mehr als sieben Millionen Euro. Auf dieser Grundlage greift man auf ein aus zirka 1.200 Aktien bestehendes Anlageuniversum zurück. Dadurch ist gewährleistet, dass sich auch über lange Zeiträume hinweg stets interessante Einzeltitel finden, die für Low-Volatility-Investments in Frage kommen und den Investmentgrundsätzen des Hauses entsprechen. (kb)

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