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"Reiche" BNP vor der Wahl: Commerzbank, Assekuranz, Verwahrgeschäft?

Der Verkauf des US-Geschäfts von BNP Paribas an die Bank of Montreal könnte sich auf die europäische Bankenbranche einschließlich Deutschland auswirken. Denn die Franzosen könnten aufgrund der erhaltenen 16,3 Milliarden US-Dollar auf mittlere Sicht auf Einkaufstour gehen.

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© Andrey Popov / stock.adobe.com

In Frankfurt wird schon lange spekuliert, die Pariser könnten sich für die Commerzbank interessieren. Die Verbindung der zwei wurde auch als Lieblingsoption des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gehandelt. Grenzüberschreitende Fusionen in der Finanzbranche sind zwar bekanntermaßen schwierig. In Berlin wächst unter dem neuen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz jedoch die Unterstützung für die europäische Bankenunion, was die Hürden für einen Deal senken könnte.

Mega-Fusion?
Ein noch ehrgeizigeres Projekt wäre ein Zusammenschluss mit der Societe Generale, der die unangefochten größte europäische Bank schaffen würde. An Mitteln für einen Deal dürfte es bei BNP nicht fehlen, wenn der 16,3 Milliarden Dollar schwere Verkauf des US-Geschäfts genehmigt wird. 

Weitere Optionen, die BNP Paribas laut Gesprächen mit Investmentbankern und Analysten verfolgen könnte:

Expansion im Versicherungsgeschäft
BNP verfügt bereits über ein ausgedehntes Versicherungsgeschäft, das mit den Einnahmen aus dem Spartenverkauf weiter ausgebaut werden könnte. Im Hinblick auf das Investmentbanking würde dies die Diversifikation der Bank und die wiederkehrenden Einnahmen stärken. Ein Pluspunkt wäre es auch für das Fondsmanagement. Theoretisch könnte sich die Bank auch an der Übernahme des belgischen Versicherers Ageas beteiligen.

Ein weiterer Anreiz bestünde darin, dass Banken für Versicherungsaktiva weniger aufsichtsrechtliches Kapital vorhalten müssen.

Verwahrgeschäft
Ein weiterer Schritt könnte ein Zukauf im Verwahrgeschäft sein, möglicherweise in den USA.

In Europa verfügt BNP Paribas bereits über ein großes Depotgeschäft, unter anderem durch die Übernahme des Depotgeschäfts der Commerzbank in 2013. Berichten zufolge war der Konzern auch am Kauf der Anlegerdienstleistungen von Brown Brothers Harriman interessiert. Informierten Kreisen zufolge entschieden sich die Franzosen aber aufgrund fehlender Mittel dagegen. Nun ist Geld da. Aber wohl zu spät: Die Brown-Brothers-Sparte ging im September für 3,5 Milliarden Dollar an State Street....  (aa)

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