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Regimewechsel an Kapitalmärkten erschwert die institutionelle Anlage

Energiekrise, Inflation, Konjunktureinbruch, Zinswende – seit Beginn des Ukrainekrieges schwanken die Kapitalmärkte zwischen Hoffen und Bangen. Die damit verbundene historisch hohe Volatilität erschwert die Steuerung der Kapitalanlage auch für institutionelle Anleger.

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apoInstitutionell in der Seifenfabrik Dr. Thompson’s in Düsseldorf
© apoBank

Zu dem jährlich stattfindenden Forum apoInstitutionell lädt die apoBank traditionell Vertreter von Versorgungswerken, Pensionskassen und weiteren Kapitalsammelstellen sowie der Aufsicht zum Diskurs ein. 

Rezessionsrisiko noch nicht komplett eingepreist
Die Verwerfungen infolge des Krieges treffen auf eine Weltwirtschaft, die sich gerade erst von den Folgen der Coronakrise zu erholen begann. Dr. Hanno Kühn, CIO der apoBank, sieht deshalb das Rezessionsrisiko auch noch nicht zur Gänze von den Finanzmärkten eingepreist: „Die Aktienmärkte befinden sich mit Abschlägen von 15 bis 25 Prozent derzeit in einem Schwebezustand. Weitere Kursrückgänge sind daher nicht auszuschließen, ehe die Investoren verstärkt die Gelegenheit zum Wiedereinstieg nutzen.“ In dieser Gemengelage erwartet Kühn trotz hoher Inflationszahlen nur noch einen moderaten Anstieg der Marktzinsen. Trotz des seit Corona erschwerten internationalen Warenverkehrs sieht der Experte gleichwohl kein Ende der Globalisierung. „Die Störungen in den Lieferketten werden zu keiner De-Globalisierung, sondern vielmehr zu einer langfristigen Umleitung von Warenströmen führen.“

Gestörte Lieferketten erfordern Umdenken bei Globalisierung
Diese Ansicht teilt auch Professor Marcel Fratzscher. Rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen seien von zerbrochenen Lieferketten betroffen, erklärte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) den 65 Teilnehmern der Veranstaltung. Globalisierung müsse künftig so gestaltet werden, dass sie auch in Krisenzeiten funktioniere. Dies beinhalte eine stärkere Diversifizierung bei Lieferanten beziehungsweise Kunden weltweit, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Handlungsspielraum der Notenbanken begrenzt
Mit Skepsis sieht Fratzscher das Versprechen der Notenbanken, die Inflation kurzfristig in den Griff zu bekommen. Die Wirkung von Zinserhöhungen setze in der Regel erst nach anderthalb Jahren ein, so der Ökonom. In der Zwischenzeit bestehe die Gefahr, dass die Währungshüter die Kontrolle über die Inflationserwartungen unter anderem von Arbeitnehmern sowie Gewerkschaften verlieren. In dem Fall drohe eine Lohn-Preis-Spirale. Fratzscher sieht den neutralen Realzins derzeit bei lediglich null Prozent. Entsprechend gering sei der Handlungsspielraum der Notenbanken. 

Asset Liability Management (ALM) Instrument der Stunde
Was bedeuten diese Rahmenbedingungen für die institutionelle Kapitalanlage? „Im Jahr der Zinswende ist individuelles Asset Liability Management von wesentlicher Bedeutung“, sagt Mirko Engels, Leiter Institutionelle Kunden bei der apoBank. Engels empfiehlt die aktuelle Überprüfung und Optimierung der Strategischen Asset Allokation, um vor dem Hintergrund von Kapitalmarktentwicklungen künftige Szenarien antizipieren und die Allokation bestmöglich anpassen zu können. In Simulationsrechnungen zeige sich, so Engels, dass in volatilen Marktsituationen z. B. eine höhere Rentendirektanlagequote den Bewertungsdruck reduziert und sich vorteilhaft auf Nettoverzinsung und Deckungsgrad verpflichtungsorientierter Anleger auswirken kann.

Renaissance der Rentendirektanlage
„Die Rentendirektanlage erlebt bereits eine gewisse Renaissance, auch wenn die Rahmenbedingungen sich verändert haben und deutlich anspruchsvoller geworden sind“, bestätigt Timo Steinbusch. Für ein Direktanlageportfolio sei heute nicht nur eine gute Mischung und Streuung nach Emittenten, Laufzeiten, Rangigkeiten und Ländern erforderlich, so der Leiter des Portfoliomanagements der apoBank. Ferner müssten die Bestände „unterwegs“ mittels professionellem Scoring und ESG Auswertung fortlaufend überwacht und analysiert werden. Steinbusch und sein Team haben für ein Musterportfolio mit einem durchschnittlichen Rating A1 und einer entsprechenden Laufzeit von 12,7 Jahren aktuell eine Rendite von immerhin 3,2 Prozent ausgerechnet – ein Beitrag, der in seiner Höhe der Zielrendite vieler institutioneller Anleger entspricht.

Neue Perspektiven für Alternatives
Renditestark präsentierte sich in den vergangenen Jahren die Anlageklasse Private Equity. Entsprechend hoch ist die Beliebtheit bei institutionellen Anlegern, die oftmals bereits über mehrere Fondsgenerationen hinweg in Private Equity investieren. Vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfelds war 2022 dagegen laut Nathalie von Niederhäusern, Managing Director Black Rock Private Equity Partners, bislang ein eher schwieriges Jahr für die erfolgsverwöhnte Anlageklasse. Trotzdem sieht von Niederhäusern weiterhin gutes Potential für Private Equity – insbesondere in Bezug auf die beiden Megatrends Nachhaltigkeit sowie Big Data und Wachstumsunternehmen.

Politischer Zusammenhalt in Europa als Basis
Jenseits von Portfolioüberlegungen bestimmen die weiteren politischen Rahmenbedingungen maßgeblich über den Erfolg der institutionellen Kapitalanlage. Dr. Anton Hofreiter, Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union, mahnte in seiner Abschlussrede auf apoInstitutionell, die drängendsten Herausforderungen wie Klimawandel und Frieden als europäische Gemeinschaft anzugehen. Insbesondere die kleineren europäischen Staaten erwarteten von Deutschland, so Hofreiter, voranzugehen und Lösungen, wie etwa in der aktuellen Energiekrise, im europäischen Kontext zu denken. (kb)

 

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