Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Steigendes Interesse am Biotechsektor

Ad

Der Biotechsektor verzeichnet im 3. Quartal Kapitalzuflüsse. Im Rahmen des aktiven Anlagestils setzt BB Biotech neue Schwerpunkte im Portfolio und investiert vermehrt in neue Technologien mit Wachstumspotenzial.

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Refinanzierungswelle der Konzerne könnte mit dem Zinsanstieg auslaufen

Nach einem gigantischen Monat für Anleiheemissionen europäischer Unternehmen, der mehr als 41 Milliarden Euro einbrachte, glauben einige Marktbeobachter, dass solch große Volumina bald der Vergangenheit angehören könnten.

kredit1.jpg
© herlgk / Fotolia

Bereits seit einem Jahrzehnt haben viele Kreditnehmer ihre Zinskosten dadurch senken können, dass sie einfach neue Wertpapiere ausgaben, um bestehende Bonds zu refinanzieren. Das liegt daran, dass der Stimulus der Zentralbanken dafür gesorgt hat, dass die Renditen der Unternehmensanleihen niedriger waren als die Anleihe-Kupons. In den letzten Monaten hat sich dieser Vorteil jedoch reduziert, da die Zentralbanken zu einer Straffung der Geldpolitik übergehen und sich die Spreads ausweiten.

Refinanzierungslücke schrumpft ziemlich schnell
Das sagte Greg Venizelos, leitender Kreditstratege bei AXA Investment Managers, einem Verwalter von rund 760 Milliarden Euro, gegenüber Bloomberg News. "Wenn sich die Lücke komplett schließt, wird es noch weniger Motivation geben, Bonds zu tilgen und das Angebot könnte sich noch weiter nach unten ausrichten." Der jüngste Andrang bei den Emissionen könnte von dem Wunsch der Kreditnehmer getrieben gewesen sein, sich attraktive Finanzierungskonditionen zu sichern, bevor die Kosten weiter steigen, sagte Venizelos.

Verlangsamte Emissionstätigkeit year-to-date
Trotz des September-Ansturms, bei dem Unternehmen wie Heineken, Orange und Vodafone  an den Markt gegangen waren, haben sich die Emissionen im Jahr 2018 verlangsamt. Bis zum 26. September dieses Jahres belief sich der Umsatz von auf Euro lautenden Investment-Grade-Anleihen von Nicht-Finanz-Unternehmen auf rund 179 Milliarden Euro, 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

USA in Führung
Auf dem US-Markt ist der Zinszyklus weiter als in Europa fortgeschritten, weswegen sich die Refinanzierungslücke bereits Anfang des Jahres schloss. Dies erklärt, warum viele US-amerikanische Investment-Grade-Emissionen in diesem Jahr eher auf Ereignisse wie Fusionen und Übernahmen, als auf Refinanzierungen zurückzuführen waren.

Höhere Credit Spreads in Europa
In Europa haben sich die durchschnittlichen Finanzierungskosten zusammen mit dem Zinsanstieg erhöht, und die Kreditspreads wurden größer. Die fünfjährige deutsche Staatsrendite ist im vergangenen Monat von minus 0,23 Prozent auf minus 0,07 Prozent gestiegen, und Kreditspreads haben sich in diesem Jahr um fast 30 Basispunkte auf 114 Basispunkte ausgeweitet. Dies hat die Renditen von Euro-Unternehmensanleihen auf den höchsten Stand seit Anfang 2016 getrieben, zeigen die Bloomberg Barclays Indizes.

Steigende Zinsen
Der Trend steigender Zinsen hat letzte Woche durch Äußerungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi, wonach der Anstieg der zugrundeliegenden Inflation "relativ kräftig" sei, einen neuen Schub bekommen und möglicherweise Argumente für eine Anhebung Ende nächsten Jahres geliefert. Die EZB fährt im Oktober ihre Wertpapierankäufe zurück und plant, ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende zu beenden.

Allerdings dürfte die Straffung der EZB nicht sehr weit führen
Höhere Zinsen könnten eine Euro-Rallye entfesseln, die das Wirtschaftswachstum untergräbt, und Forderungen nach einer Ankurbelungen der Wirtschaft durch die Zentralbank sind immer in Reichweite. Die EZB wird es auch nicht riskieren, die Kreditbedingungen in der Region zu erschüttern und ein "Taper Tantrum", wie 2013 auf den US-Märkten, auszulösen, als die Investoren hastig Bestände abstießen, nachdem die Fed angekündigt hatte, dass sie nicht länger Anleihen kaufen würde. "Die EZB versucht, ein Taper Tantrum á la Fed zu vermeiden. Sie kommunizieren sehr deutlich im Voraus", sagte Gilles Pradere, ein Portfoliomanager bei RAM Active Investments mit Sitz in Genf, das rund 4,3 Milliarden Euro verwaltet. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen