Ray Dalio warnt vor schleichendem Zerfall der Währungsordnung
Die Hedgefonds-Legende Ray Dalio schlägt in einem Interview Alarm und sieht die globale Währungsordnung unter Druck. Sinkendes Vertrauen in Fiat-Währungen, politische Unsicherheit und ein boomender Goldmarkt seien Warnsignale für Anleger.

Der prominente Hedgefondsmanager Ray Dalio hat im Gespräch mit dem US-Sender "CNBC" eine deutliche Warnung für die Weltwirtschaft ausgesprochen. Angesichts der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump und wachsender fiskalischer Ungleichgewichte sieht der Gründer von Bridgewater Associates Risiken für das globale Währungs- und Finanzsystem.
Dalio äußerte sich am Dienstag (20.1.) im Interview am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die bestehende Währungsordnung befinde sich schrittweise "im Zerfall", sagte er, und verwies auf eine veränderte Haltung von Zentralbanken gegenüber Fiat-Währungen und Staatsanleihen.
Vertrauensverlust bei Fiat-Währungen
Nach Einschätzung Dalios nimmt das Vertrauen in Fiat-Währungen und staatliche Schuldtitel als Wertaufbewahrungsmittel ab. Zentralbanken hielten diese Vermögenswerte nicht mehr in gleichem Maße wie früher, was auf eine strukturelle Verschiebung hindeute.
"Fiat-Währungen und Schulden als Vermögensspeicher werden von den Zentralbanken nicht mehr in derselben Weise gehalten – und es hat eine Veränderung gegeben", sagte Dalio. In der Folge wachse die gegenseitige Sorge zwischen jenen, die Fiat-Währungen halten, und jenen, die auf sie angewiesen seien – mit potenziell gravierenden Folgen für das Finanzsystem.
Gold profitiert von Unsicherheit
Dalio verwies in diesem Zusammenhang auf die starke Entwicklung des Goldmarktes. Das Edelmetall habe im vergangenen Jahr stärker zugelegt als viele andere Anlageklassen, einschließlich Technologiewerten.
"Der größte Markt, der sich im vergangenen Jahr bewegt hat, war der Goldmarkt – deutlich stärker als die Technologiemärkte und andere", sagte Dalio. Dies sei Ausdruck wachsender Unsicherheit über Geldpolitik, Staatsfinanzen und geopolitische Entwicklungen.
Zölle und politische Unsicherheit als Belastungsfaktor
Dalios Aussagen fielen nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen gegen europäische Länder gedroht hatte. Hintergrund waren öffentliche Äußerungen Trumps, in denen er Dänemarks Eigentumsanspruch auf Grönland infrage gestellt hatte.
Solche politischen Spannungen könnten nach Dalios Einschätzung das Vertrauen in bestehende wirtschaftliche Ordnungen weiter untergraben und Kapitalströme beeinflussen.
Ausblick auf politische Risiken
Dalio hatte bereits im Dezember darauf hingewiesen, dass zentrale Elemente von Trumps Wirtschaftspolitik – darunter auch die Regulierung digitaler Vermögenswerte – bei den Zwischenwahlen 2026 geschwächt oder nach den Präsidentschaftswahlen 2028 wieder rückgängig gemacht werden könnten, sollte es zu einer Machtverschiebung im US-Kongress kommen. (mb)


