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Ray Dalio und Mark Mobius sehen neuen, lang anhaltenden "Kalten Krieg"

Profianleger sollten angesichts immer größerer Risiken auf der makroökonomischen Seite vorsichtiger werden und allfällige Risikopositionen genau überdenken. Denn wenn Starinvestoren wie Ray Dalio oder Mark Mobius Recht bekommen, werden die zukünftigen Renditen nur mager ausfallen.

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© ink drop / stock.adobe.com

Die Warnungen haben es in sich: Ray Dalio spricht von einem "langen ideologischen Krieg". Mark Mobius sieht wenig Hoffnung für eine schnelle Lösung. Und Stephen Jen sagt, wir seien Zeugen des Beginns eines 15-Runden-Kampfes. Während die USA und China über alles Mögliche streiten - vom Handel bis zur Technologie - bereiten sich einige der namhaftesten Investoren auf einen langwierigen Supermacht-Konflikt vor und passen ihre Portfolios entsprechend an. Über diese Entwicklung berichtet "Bloomberg News".

Ein Handelskrieg sorgt für viele Verlierer
Mobius zum Beispiel meidet Aktien chinesischer Exporteure und von Einkäufern, die an inländische Verbraucher verkaufen.

"Dieser Wettbewerb wird ein langwieriger Prozess sein, der wahrscheinlich unsere Karriere überdauern wird", sagte Jen, ehemaliger Ökonom beim Internationalen Währungsfonds und bei Morgan Stanley, der jetzt Eurizon SLJ Capital, ein Hedgefonds- und Beratungsunternehmen, leitet. "Wir als Investoren und Analysten müssen Schritt halten und versuchen, nicht nur die neuesten Nachrichten zu verfolgen. Wir müssen die Wirtschaft und die kulturellen Unterschiede verstehen."

Markt wird pessimistischer
Die Wetten auf eine Entspannung, die dazu beigetragen haben, die Aktien vor vier Wochen auf ein Rekordhoch zu treiben, nehmen rasch wieder ab.

Weltweit haben Aktien im Mai vier Billionen US-Dollar an Wert verloren, während die Renditen der US-Staatsanleihen auf das niedrigste Niveau seit 2017 sanken. Auslöser waren die Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump und die Maßnahmen gegen Huawei Technologies Co.

Chinas Präsident Xi Jinping forderte seine Landsleute auf, sich auf einen "neuen Langen Marsch“ einzustellen. Zudem bereitete sich China darauf vor, seine Dominanz bei Seltenen Erden - Schlüsselzutaten in Smartphones und Elektroautos - als Waffe im Handelskrieg einzusetzen. Hinzu kam am Monatsende die Drohung, auch gegen Mexiko Strafzölle wegen der illegalen Zuwanderung einzuführen.

Dalio warnt vor einer "Reihe von Zusammenstößen"
Für Dalio, den Milliardär und Gründer von Bridgewater Associates, geht der Konflikt weit über einen Handelskrieg hinaus. Mit dem Aufstieg Chinas zu einer Weltmacht, die die USA herausfordern kann, werden die Länder aufgrund unterschiedlicher Ansätze in Bezug auf Regierung, Wirtschaft und Geopolitik in einer Reihe von Zusammenstößen gegeneinander antreten, schrieb er in einer Serie von Beiträgen auf LinkedIn im Mai, in denen seine Investments nicht erwähnt wurden.

"Sie können nicht über diese grundlegenderen Fragen verhandeln", schrieb Dalio, dessen Firma rund 160 Milliarden US-Dollar verwaltet und Niederlassungen in Westport, Connecticut und in Schanghai hat.

Selbst wenn es Trump und Xi gelingen sollten, ein Handelsabkommen abzuschließen (es wird erwartet, dass sie sich auf dem G20-Gipfel im Juni treffen), werden China und die USA laut Mobius auf absehbare Zeit weiterhin über Themen wie Technologie streiten.

Trump hat ins Wespennest gestochen
"Wir sind in einem neuen Spiel - Trump hat wirklich in dieses Wespennest gestochen", sagte der Marktveteran Mobius, der Templeton Asset Management im vergangenen Jahr verlassen hatte, um Mobius Capital Partners mitzugründen, in einem Interview mit Bloomberg TV. Er bezeichnete Indien, Vietnam und Bangladesch als potenzielle Nutznießer, da der Konflikt die Hersteller dazu veranlasst, von China weg zu diversifizieren.

Kyle Shin von Gen2 Partners, der rund 1,3 Milliarden US-Dollar in Hedgefonds verwaltet, kehrte kürzlich von einer China-Reise zurück und ist überzeugt, dass die Lösung des Konflikts Jahrzehnte dauern wird. Da chinesische Anleihen in seinem Portfolio vor ihrem Laufzeitende stehen, ersetzt Shin sie durch hochwertige Unternehmensanleihen aus Industrieländern, sagte er in einem Telefoninterview. Der Flaggschiff-Fonds des in Hongkong ansässigen Managers erzielte in diesem Jahr eine Rendite im mittleren einstelligen Bereich, nachdem er 2018 um 20 Prozent zugelegt hatte.

Chinesische Aktien meiden
John Foo von Kingsmead Asset Management ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat zum ersten Mal in seiner zwei Jahrzehnte dauernden Karriere als Vermögensverwalter in Asien seine gesamten Bestände an chinesischen Aktien verkauft. Er hat die Aktien Mitte 2018 wegen des Handelskrieges und der Verschärfung der Kreditbedingungen abgestoßen.

Vietnam und Thailand könnten profitieren
Seitdem hat Foo den Kingsmead Asian Alpha Opportunities Fund in einen Multistrategy Hedge Fund umgewandelt, der sich auf Volkswirtschaften entlang des Mekong-Fusses, wie Thailand und Vietnam, konzentriert. Südostasiatische Länder, die seit langem sowohl mit den USA als auch mit China zusammenarbeiten, dürften von der Verlagerung der Lieferketten profitieren, sagte Foo.

Es ist nie sicher, ob der Immobilienentwickler Trump, der zum Politiker wurde, seine Drohungen wahr macht, aber Shin von Gen2 geht kein Risiko ein.

"Es könnte eine gute Idee sein, im Mai zu verkaufen und wegzugehen", sagte er. "Wir wollen 2019 kein Risiko eingehen.“ (aa)

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