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Quant.Capital: Warum höhere Preise bleiben

Die Düsseldorfer Investmentboutique in Person ihres Geschäftsführers erläutert, warum Inflation beziehungsweise höhere Preise ein längerfristiges Problem sind und die Kaufkraft der Bürger auf Dauer belasten

Ivan Mlinaric, Quant.Capital Management
Ivan Mlinaric, Quant.Capital Management
© Quant.Capital Management GmbH

Notenbank, Politik und jüngst auch die Wirtschaftsforscher des DIW betonen, dass die derzeitig zu beobachtenden Preissteigerungen nur vorübergehender Natur seien. „Das aber ist falsch“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management. „Es bedürfte einer ausgewachsenen Deflation über Jahre, um die Preissteigerungen wieder rückgängig zu machen.“

Kaufkraftverlust belastet auf Dauer
Bei den Prognosen für die Inflationsraten überbieten sich derzeit die Häuser. Alle gehen von einer deutlichen Steigerung aus und zugleich nennen sie alle einen vorübergehenden Effekt. „Was die Inflationsraten angeht, ist das vielleicht richtig“, sagt Mlinaric. „Nicht aber, was die Preise angeht.“ So sei es durchaus möglich, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Preise steigen, wieder reduziere. „Die Inflationsrate sinkt dann“, so Mlinaric, „nicht aber die Preise.“

Denn um die einmal mit einer Rate von drei oder mehr Prozent gestiegenen Preise wieder auf das Niveau etwa von 2019 zu drücken, bedürfte es einer deutlichen Deflation. „Selbst bei einer Inflationsrate von null in den kommenden Jahren – wovon derzeit niemand ausgeht – bleibt uns der Kaufkraftverlust der Haushalte erhalten – auf Dauer“, sagt Mlinaric.

Denn anders als Staaten oder Notenbanken, die eine höhere Inflationsrate leicht ertragen und als Mittel ihrer Politik einsetzen können, ist die Bevölkerung auf den Erhalt der Kaufkraft ihres Geldes angewiesen. „Würde die Inflation durch stark steigende Löhne und Gehälter getrieben, sähe die Welt anders aus“, so Mlinaric. „Sieht man einmal von Aktionen politisch motivierter Spartengewerkschaften ab, sprechen die aktuellen Tarifeinigungen allerdings nicht dafür.“

Das Statistische Bundesamt bescheinigt, dass die Reallöhne im ersten Quartal 2021 um zwei Prozent niedriger lagen als im Vorjahresquartal. In diesem ersten Quartal 2021 betrug die Inflationsrate auch nur 1,3 Prozent. Der aktuelle, signifikante Anstieg der Inflationsraten begann erst nach diesem Zeitraum. „Selbst wenn die Inflationsraten also, wie prognostiziert, wieder sinken sollten, wird der Kaufkraftverlust in der Bevölkerung sehr deutlich ausfallen“, sagt Mlinaric.

Genaue Unterscheidung
Aus Sicht eines Risikomanagers gehört die Entwicklung der Inflation auch wegen der damit für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen verbundenen Folgewirkungen zu den entscheidenden Kennzahlen. „Hier ist es wichtig, tatsächliche Einmaleffekte, wie etwa die temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer, zu trennen von dauerhaften Effekten“, sagt Mlinaric. „Ein erhöhtes Preisniveau wirkt nun einmal dauerhaft, selbst wenn Notenbanken, Staaten und Wissenschaft es als einmaligen Ausrutscher bezeichnen.“ (aa)

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