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Quant.Capital: Immer neue Rekordtiefs bei den Renditen

Die Staatsanleihenrenditen in der Eurozone sind im Sinkflug - das gilt auch für griechische Langläufer. Interessanterweise sind die Renditen bei italienischen Staatsanleihen noch immer einen Tick höher als vielfach erwartet wird. Offenbar ist der Markt misstrauisch...

 Dr. Dieter Falke, Geschäftsführer von Quant.Capital Management
Dr. Dieter Falke, Quant.Capital Management
© Quant.Capital Management

Die Renditen für Anleihen in Europa erreichen derzeit ständig neue Tiefststände. „Italien ist mittlerweile das einzige Euroland, das im mittleren Laufzeitenbereich noch etwas zahlen muss“, sagt Dr. Dieter Falke, Geschäftsführer von Quant.Capital Management aus Düsseldorf. Staaten wie Griechenland oder auch Portugal können dank der Renditetiefs ihre Schulden günstig refinanzieren.

Vor allem in Griechenland befinden sich die Renditen im freien Fall. „Allein am 3. August 2021 erreichten acht der auf zins-tracker.de beobachteten Laufzeiten griechischer Anleihen neue historische Tiefs“, sagt Falke. „Und das nicht nur am kurzen Ende, sondern auch bei den 15- und 30-jährigen Anleihen.“ Hier sanken die Renditen auf 0,69 beziehungsweise 1,35 Prozent. „Griechenland hat einen harten Weg des Sparens hinter sich, die Kapitalmärkte honorieren das jetzt“, so Falke.

Der Markt misstraut Italien
Italien, eigentlich mit einer leistungsfähigeren Wirtschaft versehen, muss für längere Laufzeiten mittlerweile deutlich höhere Zinsen zahlen als Griechenland, um Geld anzuziehen. 1,58 Prozent betrug am 3. August 2021 die Rendite der 30-jährigen Anleihen. „Interessanterweise ist Italien jetzt das einzige Land der Eurozone, das für die mittleren Laufzeiten von sechs und sieben Jahren überhaupt noch Geld zahlen muss“, sagt Falke. „Alle anderen Staaten könnten auch hier Geld kassieren.“

Sekundärmarktliquidität kann zu Verzerrungen führen
Dabei sei laut Falke allerdings zu berücksichtigen, dass das gehandelte Volumen der beobachteten griechischen Anleihen deutlich geringer ist als das von Italien. „Die geringere Liquidität kann kurzfristig das Renditebild verzerren“, sagt Falke. „Was sich aber eindrucksvoll zeigt, ist, dass es Griechenland in den vergangenen beiden Jahren geschafft hat, vor allem länger laufende Papiere am Markt zu platzieren.“ Dementsprechend liegt die mittlere Laufzeit der griechischen Staatsschulden laut Datenanbieter Bloomberg bei fast neuneinhalb Jahren. Ein großer Vorteil, da es sich so die relativ günstigen Konditionen für lange Zeit gesichert hat.

Positive Renditen gibt es nur weit weg von der Eurozone
Noch weniger Rendite als die Euroländer liefert derzeit nur die Schweiz, die damit ihre starke Stellung an den Märkten beweist. Positive Erträge können Investoren bei großen Märkten nur in relativ weiter Ferne erzielen: China und die USA weisen weiterhin über alle beobachteten Laufzeiten positive Renditen auf. (aa)

 

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