Private Equity: Warum Exits bei Small Caps leichter sind
Der Exit-Stau im Private-Equity-Markt trifft nicht alle Segmente gleichermaßen. Penguin-Capital-Manager Nico Zeifang erklärt, warum sich kleinere Beteiligungen leichter verkaufen lassen – und weshalb der Exit-Stau bei Large Caps noch länger anhalten könnte.

Eckpunkte:
- Small Caps sind deutlich weniger vom Exit-Stau betroffen
- Haltedauer: gut vier Jahre bei Small Caps, sechs oder mehr bei Large Caps
- Sponsor-to-Sponsor-Deals sind für Small Caps der wichtigste Exitkanal
Der viel diskutierte Exit-Stau im Private-Equity-Markt verdeckt nach Ansicht von Penguin Capital erhebliche Unterschiede zwischen den Marktsegmenten. "Im Small-Cap-Bereich sehen wir den Exit-Stau deutlich weniger als im Mid- und Large-Cap-Bereich. Dort sehen wir weiterhin einen sehr intakten Markt", sagt Nico Zeifang, Managing Director von Penguin Capital, im Gespräch mit "Institutional Money".
Finanzinvestoren als wichtigste Käufer
Ein wesentlicher Grund liegt Zeifang zufolge in den unterschiedlichen Exitwegen. "Grundsätzlich gibt es drei Exitkanäle: den Börsengang, den Verkauf an einen strategischen Käufer und den Verkauf an einen anderen Finanzinvestor. Für Small-Cap-Unternehmen ist der Verkauf an einen anderen Finanzinvestor der wichtigste Exitweg – und genau dieser Markt funktioniert nach wie vor sehr gut", sagt Zeifang.
Small-Cap-Investoren profitieren dabei von einem Ungleichgewicht im Private-Equity-Markt. Während das eingesammelte Kapital im Small-Cap-Segment laut Zeifang über die vergangenen 15 Jahre kaum gestiegen ist, steht größeren PE-Häusern deutlich mehr Kapital zur Verfügung. Für Small-Cap-Häuser sind diese zugleich potenzielle Käufer ihrer Beteiligungen.
Große Unterschiede bei den Bewertungen
Das Gefälle schlägt sich laut Zeifang auch in den Einstiegspreisen nieder. Bei Large Buyouts mit mehr als einer Milliarde Dollar Enterprise Value seien die Multiples während des Corona-Booms auf bis zu 17-mal EBITDA gestiegen und hätten zuletzt noch bei rund dem 14-Fachen gelegen. Bei kleineren Buyouts seien es 2024 dagegen etwa 7,7-mal EBITDA gewesen.
Auch bei den Haltedauern sieht Penguin deutliche Unterschiede. "Gute Manager im Small-Cap-Bereich schaffen Exits nach wie vor nach etwas mehr als vier Jahren. Im Large-Cap-Bereich sehen wir mittlerweile eher Haltedauern von sechs Jahren oder mehr", sagt Zeifang.
Gerade bei großen Beteiligungen wirken zudem die hohen Kaufpreise der Boomjahre nach. Damals sei viel Kapital zu hohen Bewertungen investiert worden. Bei einigen dieser Unternehmen könne es nach Einschätzung Zeifangs noch vier bis fünf Jahre dauern, bis sie in diese Bewertungen hineingewachsen seien und sich wieder Käufer fänden.
Preisvorstellungen nähern sich an
Gleichzeitig sieht Zeifang Anzeichen für eine Entspannung. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern häufig noch zu weit auseinandergelegen. Seit etwa sechs Monaten näherten sie sich zunehmend an. Auch im eigenen Portfolio beobachte Penguin wieder deutlich mehr Liquidität bei Beteiligungen, die lediglich solide gelaufen seien.
"Die Homeruns laufen in jedem Markt. Aber es sind genau diese durchschnittlichen Deals, bei denen es die letzten Jahre etwas gestottert hat", sagt Zeifang. Dass inzwischen auch bei solchen Beteiligungen wieder mehr Liquidität zu beobachten sei, wertet er als "sehr gutes Zeichen".
Ganz ohne zusätzliche Risiken ist das kleinere Marktsegment allerdings nicht. Kleinere Unternehmen seien grundsätzlich anfälliger als große, etwa aufgrund höherer Kundenkonzentration. Dieses unternehmensspezifische Risiko lasse sich laut Zeifang durch ein breit über Sektoren und Regionen diversifiziertes Portfolio reduzieren. Für das höhere Risiko erwartet er entsprechend eine höhere Rendite. (dv)



