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Private Equity: Hohe unverkaufte Assets bremsen Ausschüttungen aus

Private Equity hat das vierte Jahr in Folge weniger Gewinne an Investoren zurückgegeben. Die Branche sitzt auf unverkauften Vermögenswerten im Wert von 3,8 Billionen US-Dollar und hat Schwierigkeiten, Kapital für neue Fonds zu beschaffen.

Rebecca Burack, Leiterin der globalen Private-Equity-Praxis bei Bain
Rebecca Burack, Leiterin der globalen Private-Equity-Praxis bei Bain© Bain & Co.

Eckpunkte:

  • Exitprobleme und weniger Fresh Money belasten doppelt
  • Institutionelle Investoren wollen IRR von mehr als 20 Prozent sehen
  • Gewinnausschüttungen fast auf 16-Jahres-Tief

Die Ausschüttungen im Verhältnis zum Nettoinventarwert blieben laut einem neuen Bericht von Bain & Co. im vergangenen Jahr bei 14 Prozent, dem zweitniedrigsten Stand seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise von 2008. Die Dauer dieser Flaute ist demnach sogar noch schwerwiegender als jene, mit der Private-Equity-Firmen damals konfrontiert waren.

Längste Exit-Flaute
Das Transaktionsvolumen stieg im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 904 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch Großtransaktionen wie die 56,6 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Electronic Arts. Dennoch hat dies kaum Auswirkungen auf das “trockene Pulver” der Branche, also das für Investitionen verfügbare Geld. Die Gesamtzahl der Transaktionen sank um sechs Prozent auf 3.018.

Zölle bremsten Deal-Aktivität aus
“Nicht jeder hat das Gefühl, dass es ein tolles Jahr war”, sagte Rebecca Burack, Leiterin der globalen Private-Equity-Praxis bei Bain, in einem Interview. Die Unsicherheit durch die “Liberation Day”-Zölle von Präsident Donald Trump habe die Deal-Aktivität, die noch im Januar letzten Jahres nach einem “echten Knaller” aussah, plötzlich ausgebremst.

An PE-Investoren ausgeschüttete Gewinne nahe 16-Jahres-Tief
Jährliche weltweite Buyout-Ausschüttungen als Anteil des Nettoinventarwerts

Mit steigenden Zinsen ab 2022 verlangsamte sich das Transaktionsgeschäft
Der Umstand zwang Private-Equity-Manager, geringere Gewinne an Investoren auszuschütten. Dies wiederum beeinträchtigte die Fähigkeit der Unternehmen, frisches Kapital zu beschaffen. Das Fundraising sank 2025 um 16 Prozent auf 395 Milliarden US-Dollar — das vierte Jahr mit Rückgängen in Folge —, obwohl Investoren mehr Kapital in Vehikel für Infrastruktur und Sekundärmärkte steckten.

Anspruchsvollere institutionelle Anleger
Private-Equity-Anleger wie Pensionskassen und Stiftungen sind laut dem Bericht anspruchsvoller geworden und wollen ihr Kapital nur noch Vehikeln zusagen, die eine interne Nettorendite (IRR) von über 20 Prozent erzielen. Burack zufolge bedeutet das, dass Asset Manager bereits vor dem Kauf eines Unternehmens einen Plan zur Wertsteigerung vorweisen müssen.

Zwölf statt fünf Prozent EBITDA-Wachstum in den Portfoliofirmen vonnöten
Früher, so Burack, mussten Firmen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) jährlich um fünf Prozent steigern, bis sie ein Portfolio-Unternehmen verkaufen konnten. “Angesichts der aktuellen Zinssätze sowie der Einstiegs- und Ausstiegsbewertungen muss man fünf Jahre lang jedes Jahr um zwölf Prozent wachsen, um die gleichen Renditen zu erzielen”, sagte sie. “Zwölf ist die neue Fünf.”

Die Guten zuerst verkauft, Halteperioden für den Rest werden länger
Private-Equity-Manager verkauften ihre “Juwelen”, hatten aber weitaus größere Schwierigkeiten mit jenen Werten, deren Aussichten weniger sicher waren, so Bain in dem Bericht. Firmen weltweit besitzen etwa 32.000 Portfolio-Unternehmen und halten diese Vermögenswerte nun für rund sieben Jahre, verglichen mit einem Durchschnitt von fünf oder sechs Jahren noch im Jahr 2021. “Wenn Unternehmen diesen Zeitrahmen von fünf oder sechs Jahren überschreiten, sehen die internen Renditen weniger gut aus”, sagte Burack.

Dennoch bleibe Private Equity insgesamt eine starke Anlageform, die eine Art der Diversifizierung bietet, die an den öffentlichen Märkten nicht mehr verfügbar ist, so Burack. (kb)

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