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Private Credit ... Krise ... welche Krise?

Private Credit gewinnt bei Versicherern weiter an Bedeutung. Einer Marsh-Umfrage zufolge will eine deutliche Mehrheit ihr Engagement ausbauen – obwohl sinkende Kreditstandards, steigende Ausfallraten und eine zunehmend magere Illiquiditätsprämie für Unbehagen sorgen.

Weltweit steigt unter Versicherern die Nachfrage nach Privat Credit. Andere Marktteilnehme sind zögerlicher.
Weltweit steigt unter Versicherern die Nachfrage nach Privat Credit. Andere Marktteilnehme sind zögerlicher.© supernova / stock.adobe.com/KI-generiert

ECKPUNKTE:

  • Versicherer wollen trotz steigender Risiken mehr Private Credit
  • 57 Prozent der weltweit befragten Versicherer wollen ihre Private-Credit-Quote erhöhen
  • In den USA liegt der Anteil sogar bei 65 ProzentVerschlechterte Kreditstandards, steigende Ausfälle und enge Spreads bereiten Sorgen
  • ?Vielen Häusern fehlen eigene Kapazitäten zur Prüfung komplexer Privatmarktanlagen

Das Interesse der Versicherungsbranche an Private Credit wächst nach wie vor trotz einiger Warnzeichen deutlich. Rund 57 Prozent der weltweit befragten Versicherer wollen ihre Allokation in privaten Kreditinstrumenten in den kommenden zwölf bis 24 Monaten erhöhen. Unter den US-Gesellschaften liegt dieser Anteil sogar bei 65 Prozent. Das geht aus einer am Donnerstag, den 16.7., veröffentlichten Umfrage von Marsh & McLennan hervor, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus dem Jahr 2024 hat sich die Investitionsbereitschaft damit erheblich verstärkt. Damals hatten lediglich 32 Prozent der Befragten angekündigt, ihre Private-Credit-Quote ausbauen zu wollen. Erstmals übertrifft die Nachfrage nach privaten Kreditanlagen zudem jene nach öffentlich gehandelten Anleihen. Mehr Engagement in Investment-Grade-Papieren des öffentlichen Rentenmarktes planen 48 Prozent der Versicherer, nach 37 Prozent vor zwei Jahren.

Zweifel an der Qualität
Der wachsende Anlagehunger bedeutet allerdings nicht, dass die Versicherer die Risiken ausblenden. Mehr als die Hälfte der 123 Befragten sorgt sich um nachlassende Kreditvergabestandards, schwächere Gläubigerschutzklauseln, steigende Ausfallraten und die zunehmende Verbreitung von Payment-in-Kind-Strukturen. Bei Letzteren werden Zinsen nicht bar entrichtet, sondern der ausstehenden Schuld zugeschlagen.

Rund zwei Drittel nennen außerdem die gesunkene Illiquiditätsprämie und die engen Kreditaufschläge als Problem. Damit schrumpft aus Sicht der Anleger der zusätzliche Ertrag, der sie für die langfristige Kapitalbindung und die eingeschränkte Handelbarkeit privater Kredite entschädigen soll.

„Die Versicherer äußern erhebliche Bedenken hinsichtlich der Risiken innerhalb der Anlageklasse“, erklärt David Morrow, Global Insurance Proposition Leader bei der Marsh-Tochter Mercer. Dies unterstreiche die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung durch Investmentteams, Risikoverantwortliche und Anlageausschüsse.

Nur ein Sonderfall?
Während Versicherer ihre Positionen ausbauen wollen, hat sich die Stimmung bei anderen Investorengruppen bereits eingetrübt. Privatanleger versuchten im laufenden Jahr, Geld aus entsprechenden Fonds abzuziehen. Auslöser waren unter anderem Sorgen über Wertverluste bei Softwareunternehmen, die in den Portfolios privater Kreditgeber stark vertreten sind. Alternative Asset Manager wie Blue Owl Capital und Blackstone begrenzten daraufhin Rücknahmebegehren.

Dem geplanten Ausbau bei Versicherern könnten unterdessen nicht nur die Marktrisiken, sondern auch fehlende interne Ressourcen im Weg stehen. Lediglich 30 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Unternehmen über den Großteil der notwendigen eigenen Kompetenzen zur Analyse und Allokation solcher Anlagen verfügen. 21 Prozent besitzen nach eigener Einschätzung überhaupt keine entsprechenden internen Kapazitäten. Damit dürfte ein Teil der steigenden Nachfrage nur mithilfe externer Manager und Berater tatsächlich in den Privatmärkten ankommen. (Bloomberg/hw)

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