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Private Credit: Investoren werden bei Managern wählerischer

Institutionelle Investoren halten Private Credit die Treue, schauen bei der Managerauswahl aber genauer hin. Laut von HarbourVest zitierten Daten wollen 97 Prozent ihre Allokation 2026 halten oder erhöhen. Doch die meisten wollen nur bei einem Teil ihrer bestehenden Manager erneut investieren.

Martina Schliemann, HarbourVest: "Private Credit entwickelt sich von einem Markt, in dem ein breites Marktengagement häufig ausreichte, zu einem Umfeld, in dem Selektion, Flexibilität und der Zugang zu gezielten Chancen stärker über den Erfolg entscheiden."
Martina Schliemann, HarbourVest: "Private Credit entwickelt sich von einem Markt, in dem ein breites Marktengagement häufig ausreichte, zu einem Umfeld, in dem Selektion, Flexibilität und der Zugang zu gezielten Chancen stärker über den Erfolg entscheiden."© HarbourVest

Eckpunkte:

  • 97 Prozent wollen Private-Credit-Allokation halten oder erhöhen
  • Zwei Drittel wollen nur bei einer Minderheit ihrer Manager reinvestieren
  • HarbourVest sieht wachsende Chancen bei Credit Secondaries

Private Credit bleibt bei Investoren gefragt, doch die Zeiten eines breiten Marktengagements werden nach Einschätzung von HarbourVest Partners schwieriger. Mehr Wettbewerb, engere Spreads und größere Unterschiede zwischen Kreditnehmern erhöhen die Anforderungen an die Auswahl von Strategien und Managern.

Das zeigt sich auch im Anlageverhalten. Laut von HarbourVest zitierten Daten von Campbell Lutyens wollen 97 Prozent der Investoren ihre Private-Credit-Allokation 2026 beibehalten oder erhöhen. Zugleich wollen mehr als zwei Drittel bei weniger als der Hälfte ihrer bestehenden Manager erneut investieren.

"Private Credit entwickelt sich von einem Markt, in dem ein breites Marktengagement häufig ausreichte, zu einem Umfeld, in dem Selektion, Flexibilität und der Zugang zu gezielten Chancen stärker über den Erfolg entscheiden", schreibt Martina Schliemann, Managing Director, Investor Relations und Head of DACH bei HarbourVest Partners.

Direct Lending unter Druck
Der Hintergrund ist ein verändertes Marktumfeld. In den vergangenen Jahren profitierte Direct Lending von stabilen Unternehmensfundamentaldaten, niedrigen Ausfallraten und begrenztem Bankenwettbewerb. Inzwischen greifen laut HarbourVest mehr zyklische und höher verschuldete Unternehmen auf Private Credit zurück. Gleichzeitig gewinnen sogenannte Covenant-lite-Strukturen mit schwächeren Schutzklauseln an Bedeutung.

Hinzu kommt der Wettbewerb um attraktive Kredite. Kapitalzuflüsse haben die Spreads gedrückt und es erschwert, allein mit der Vergabe neuer Kredite Überschussrenditen zu erzielen. Auch der Einsatz von Fremdkapital ist nicht mehr nur Renditetreiber. "Derselbe Hebel, der in Private Credit 1.0 die Renditen verstärkte, kann heute die Risiken vergrößern", warnt Schliemann.

Credit Secondaries gewinnen an Bedeutung
Chancen sieht HarbourVest deshalb zunehmend jenseits eines breiten Direct-Lending-Engagements. Sie könnten je nach Marktumfeld in unterschiedlichen Teilen der Kapitalstruktur, bei komplexen Finanzierungssituationen und in Marktverwerfungen entstehen.

Besondere Bedeutung misst HarbourVest Credit Secondaries bei. Mit dem Wachstum von Private Credit steige der Bedarf an Liquidität, Portfolioumschichtungen und Kapitallösungen für Fondsinvestoren und -manager. Secondaries könnten Investoren Zugang zu bestehenden Kreditportfolios mit Abschlag verschaffen, Rückflüsse beschleunigen und die J-Curve reduzieren.

"Private Credit 2.0 steht für den Umgang mit Komplexität in einem volatileren Marktumfeld", fasst Schliemann zusammen. Direct Lending bleibe ein zentraler Bestandteil der Assetklasse. Wichtiger werde jedoch, in welchem Teil der Kapitalstruktur investiert wird und über welche Renditetreiber ein Portfolio diversifiziert ist. (dv)

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