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PPCmetrics nimmt Geschäftsberichte der Pensionskassen unter die Lupe

Ziel der PPCmetrics-Studie ist es, einen Beitrag zu einer besseren Vergleichbarkeit und höheren Transparenz im Pensionskassenmarkt zu leisten. Diese vierte Publikation zum Thema weist neu ein Kapitel zur absoluten Rendite von Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2017 aus.

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Die Analyse von PPCmetrics fokussiert auf wichtige und vergleichbare Kennzahlen und stützt sich auf eine breite, repräsentative Peer Group von 294 Kassen mit einem kumulierten Vorsorgevermögen von rund 655 Milliarden Franken von über 3,2 Millionen Versicherten.
© ajr_images / Fotolia

Der zentrale Mehrwert der vorliegenden PPCmetrics-Studie gegenüber anderen Untersuchungen zum Schweizer Pensionskassenmarkt liegt in der Verwendung von Daten aus den revidierten Geschäftsberichten. Diese Daten zeichnen sich durch einen hohen Standardisierungsgrad und eine hohe Zuverlässigkeit aus. Im Gegensatz zu Erhebungen basierend auf subjektiven Befragungen ist somit eine hohe Vergleichbarkeit möglich. 

Große Dispersion der absoluten Renditen 2017
Die durchschnittliche absolute Rendite 2017 aller betrachteter Pensionskassen betrug rund 7,57 Prozent (Median 7,50 Prozent). Die Spannweite der absoluten Renditeergebnisse ist mit Resultaten zwischen 2,50 Prozent bis 13,52 Prozent sehr groß. Der Durchschnitt der absoluten Renditen lag bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2017 bei 8,06 Prozent (Median: 8,10 Prozent), jener der privatrechtlichen bei 7,45 Prozent (Median: 7,36 Prozent).

Risikofähigkeit beeinflusst Verzinsung wesentlich
Die durchschnittliche Vorsorgeeinrichtung wählte bei einer positiven absoluten Rendite von rund 7,6 Prozent eine Verzinsung der aktiven Versicherten von 2,25 Prozent. Viele Vorsorgeeinrichtungen wählten, unabhängig von der erzielten absoluten Rendite 2017, die vorgegebene BVG-Mindestverzinsung von einem Prozent. Eine höhere absolute Rendite im Jahr 2017 bedeutete nicht in jedem Fall eine höhere Verzinsung für die aktiv Versicherten. Andere Faktoren, wie z.B. die Risikofähigkeit, hatten einen wesentlicheren Einfluss auf die Verzinsung.

Günstige Deckungsgradentwicklung
Der risikotragende Deckungsgrad misst die Belastung der Risikoträger von Schweizer Pensionskassen. 2017 stieg der durchschnittliche risikotragende Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtungen im System der Vollkapitalisierung deutlich von 88,4 auf 102,4 Prozent. Ein risikotragender Deckungsgrad unter 100 Prozent bedeutet, dass per Stichtag die garantierten Renten nicht ohne Unterstützung der Risikoträger finanziert werden können. In einem solchen Fall müssen aktiv Versicherte und gegebenenfalls der Arbeitgeber mit potenziellen Leistungseinbußen oder sogar Sanierungsmaßnahmen rechnen. Die deutliche Verbesserung des risikotragenden Deckungsgrades kann primär auf die stark positiven absoluten Renditen des Jahres 2017 zurückgeführt werden. Die risikolosen Zinsen haben sich im Berichtsjahr 2017 nicht merklich verändert, wodurch es zu keinen signifikanten Änderungen der diskontierten Verpflichtungen gekommen ist.

Vermögensverwaltungskosten und Transparenz
Diese spielen sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch für die Verantwortlichen von Pensionskassen eine wichtige Rolle. 2017 betrugen diese im Durchschnitt aller Vorsorgeeinrichtungen 0,43 Prozent (Median: 0,38 Prozent) der transparenten Anlagen. Der Median und der Durchschnitt nahmen im Vergleich zum Vorjahr um einen Basispunkte zu. Im Vergleich zu 2016 stiegen die durchschnittlichen Vermögensverwaltungskosten leicht an. Gegenüber dem Vorjahr hat der Anteil Vorsorgeeinrichtungen mit vollständiger Kostentransparenz um weitere 6,9 Prozent-Punkte zugenommen. 

Umwandlungssätze sinken leicht, aber nicht genug
Die ausgewiesenen Umwandlungssätze aller betrachteten Vorsorgeeinrichtungen betrugen per 01.01.2018 im Durchschnitt und im Median rund 5,9 Prozent (01.01.2017: Durchschnitt und Median rund 6,0 Prozent). Die Spannweite umfasst Sätze zwischen 4,2 und 7,0 Prozent. Basierend auf den Zinssätzen per 31.12.2017 liegt der ökonomisch neutrale Umwandlungssatz bei 3,8 Prozent. Der durchschnittliche Umwandlungssatz der untersuchten Pensionskassen liegt somit weiterhin um mehr als 50 Prozent darüber. Das bedeutet, dass ökonomisch gesehen zur Finanzierung einer (garantierten) Altersrente rund die Hälfte mehr an Kapital benötigt wird, als bei der Pensionierung an Altersguthaben vorhanden ist.

Leistungsprimat stirbt aus
Rund zwei Prozent der privatrechtlichen Pensionskassen und rund 12 Prozent (Vorjahr 13 Prozent) der öffentlich-rechtlichen Kassen verfügen noch über ein Leistungsprimat. Kassen im Beitragsprimat dominieren mit Abstand. Hinsichtlich der verwendeten Sterbetafeln hat sich der Anteil Vorsorgeeinrichtungen mit Generationentafeln gegenüber Periodentafeln im Vergleich zum Vorjahr wiederum erhöht. Per Ende 2017 verwendeten rund die Hälfte (45 Prozent; Vorjahr 42 Prozent) der Vorsorgeeinrichtungen eine Generationentafel.

Weit streuende Anlagestrategien
Bei den Anlagestrategien der Pensionskassen zeigt sich unverändert eine große Vielfalt. Obligationen in Franken, Aktien Welt und Immobilien sind weiterhin die mit Abstand bedeutendsten Anlagekategorien. Die Spannweiten der jeweiligen Anlagekategorien sind sehr weit, was auf eine große Variabilität der Anlagestrategien im Schweizer Pensionskassenmarkt schließen lässt. (kb)

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