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Positive Entwicklung des KMU-Anleihemarktes in Deutschland

Eine Studie der IR.on berichtet, dass das platzierte Volumen 2019 um 19 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro gestiegen ist. Die Zahl der Emissionen steigt somit das dritte Jahr in Folge auf 40 Emissionen, wobei der Immobiliensektor weiterhin dominiert. Auch sinkende Ausfallsraten werden registriert.

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Frederic Hilke 
© IR.on

Der deutsche Markt für KMU-Anleihen, der allgemein aus Qualitätsgründen als problematisches Marktsegment wahrgenommen wird, hat sich 2019 deutlich positiv entwickelt. Insgesamt wurden 40 Emissionen von 35 Unternehmen mit einem platzierten Volumen von 1,36 Milliarden Euro (Vorjahr: 35 Emissionen; 1,14 Mrd. Euro) durchgeführt. Dies entspricht einer Steigerung der Transaktionszahl gegenüber dem Jahr 2018 um 14 Prozent und des Volumens um 19 Prozent. Verglichen mit dem angestrebten Zielvolumen der Anleiheemissionen von 1,77 Milliarden Euro lag die Platzierungsquote bei durchschnittlich rund 77 Prozent (Vorjahr: 71 Prozent). Der Kupon erhöhte sich im Durchschnitt über alle Transaktionen um 46 Basispunkte auf 5,57 Prozent p.a. 

Immobiliensektor dominiert, Differenzierung steigt aber
Dominierende Branche unter den 35 KMU-Anleiheemittenten in 2019 war erneut der Immobiliensektor (zehn Unternehmen; 29 Prozent der Emittenten). Insgesamt zeichnet sich allerdings ein Trend hin zu größerer Branchenvielfalt ab. Die zunehmende Differenzierung deutet auf eine Sättigung einzelner Sektoren hin. Rang zwei teilten sich die Finanzdienstleister und Beteiligungsunternehmen (jeweils vier Emittenten; elf Prozent), gefolgt von den Branchen Automotive und Rohstoffe (jeweils drei Emittenten; neun Prozent).

Nicht alles kann ausplatziert werden
Die Hälfte der Emissionen wurde vollplatziert (20 Emissionen). Damit lag der Anteil vollplatzierter Anleihen mit 50 Prozent auf Vorjahresniveau (49 Prozent). Überdurchschnittlich erfolgreich waren dabei Folgeemittenten (25 Emissionen, 60 Prozent vollplatziert), während Debütanleihen lediglich zu 33 Prozent vollplatziert wurden.

Anleihenspezifika
Bei den Emissionsvolumina lag das Gros der Transaktionen im Bereich bis zu 30 Millionen Euro (24 Anleihen, 60 Prozent). Vier Emissionen (Katjes International, zwei Anleihen von S Immo, UBM Development) lagen zwischen 100 und 150 Millionen Euro und damit gemäß Studienkriterien an der Obergrenze des KMU-Segments. 

Weniger Ausfälle
Die Laufzeiten von KMU-Anleihen in 2019 reichen von vier bis zehn Jahre, wobei fünfjährige Laufzeiten weiterhin am häufigsten vertreten sind (25 Anleihen, 62,5 Prozent). Die Ausfälle gingen nochmals zurück: Waren es 2018 noch drei Insolvenzen (Volumen: 5,2 Millionen Euro) gewesen, fiel 2019 lediglich der Golfsport-Ausrüster Golfino mit einem geringen Anleihevolumen von 4 Millionen Euro aus.

Ausblick 2020: Weitere Stabilisierung des KMU-Anleihemarktes
Zum Ausblick für 2020 hat IR.on neun im KMU-Segment aktive Emissionsbanken befragt. Im Durchschnitt erwarten diese für das kommende Jahr 23 Emissionen. Frederic Hilke, Berater der IR.on AG, sagt dazu: „Die Emissionshäuser sind mit ihrer Prognose optimistischer als zu Beginn des letzten Jahres (21 Emissionen), jedoch zurückhaltend im Vergleich zum tatsächlichen 2019er Niveau. Insgesamt sehen die Bankenvertreter eine weitere Stabilisierung und Professionalisierung des Segments.“

Emissionsbanken erwarten stabile Kupons
Bei den Zinssätzen gehen alle Emissionsbanken von stabilen Kupons aus. Top-Branche bleibt der Immobiliensektor, wo sich nach Einschätzung der Bankenvertreter der Superzyklus fortsetzen wird. In den Bereichen Automotive sowie Industrie/Capital Goods werden aufgrund der Branchentransformation bankenunabhängige Finanzierungsformen an Bedeutung gewinnen.

Öffentliches Angebot überwiegt, bringt mehr Transparenz
Während die Wahl des Börsensegments und Credit Ratings für das Gelingen der Transaktion eher unbedeutend sind, weist die Mehrheit der befragten Banken auf die zunehmend erfolgskritische Bedeutung von Transparenz am Anleihemarkt hin, gerade im Hinblick auf Finanzkennzahlen und Geschäftsmodell. Dies steht im Einklang mit der in diesem Jahr zu beobachtenden Tendenz hin zu öffentlichen Angeboten (82,5 %) und weniger Privatplatzierungen. So erwarten die Banken auch für 2020, dass öffentliche Angebote überwiegen werden.

Erstemittenten zeigen öfter Informationsdefizite
Frederic Hilke führt aus: „Wir haben auch in diesem Jahr die IR-Webseiten der 40 Emittenten hinsichtlich grundlegender IR-Informationen untersucht und mit einem Transparenzindex („IR.score“) versehen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der durchschnittliche IR.score verbessert. Dennoch entspricht knapp ein Drittel der Webseiten (11 Emittenten) mit einem Score von 3,5 oder niedriger nicht dem von Investoren geforderten Informationsstandard. Gerade Erstemittenten zeigen hier Defizite.“ (kb)

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