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Porsche-Börsengang soll VW bis zu 9,4 Milliarden Euro bringen

Die Volkswagen AG will mit dem Börsengang der Dr Ing hc F Porsche AG bis zu 9,4 Milliarden Euro erlösen. Der IPO der Sportwagensparte könnte damit eine der größten europäischen Neunotierungen seit mehr als einem Jahrzehnt sein.

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© Krisztian Bocsi / Bloomberg

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten peilt Volkswagen nur noch eine Bewertung von 70 Milliarden bis 75 Milliarden Euro an. Das frühere Maximalziel lag bei 85 Milliarden Euro. Der europäische IPO-Markt liegt in diesem Jahr danieder. Angesichts von Energiekrise, steigenden Zinsen und Rekordinflation scheuen sich Unternehmen vor neuen Börsengängen. In den USA hat letzte Woche die Intel Corp. die Erwartungen für ihren Mobileye-Börsengang gesenkt, hält Bloomberg in ihrem Bericht fest.

Auftrieb erhält der Porsche-IPO durch gewichtige Ankerinvestoren: Die Qatar Investment Authority, der norwegische Staatsfonds sowie T. Rowe Price und ADQ werden Vorzugsaktien im Wert von bis zu 3,7 Milliarden Euro zeichnen, teilte VW mit. Insgesamt werden bis zu 114 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien - 25 Prozent der Gesamtzahl - aus dem Bestand der VW verkauft. Die Angebotsfrist beginnt am morgigen Dienstag. Der Handelsstart soll am 29. September erfolgen.

Kombination aus Ferrari und Louis Vuitton
In Gesprächen mit potenziellen Investoren stellt VW die Emission als einmalige Gelegenheit dar, in eine Art Kombination aus Ferrari und Louis Vuitton zu investieren. Ferrari und Porsche zielen zwar auf eine ähnliche kaufkräftige Klientel ab, doch spielt die noch exklusivere italienische Sportwagenschmiede mit ihren unvergleichlichen Gewinnspannen bei einem Bruchteil von Porsches Absatz in einer eigenen Liga.

Am Mittelpunkt der Bewertungsspanne würde der Börsengang Porsche laut Jefferies mit dem zehnfachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) bewerten. Bei Ferrari beträgt dieser Faktor hingegen 23. Dennoch entspricht die Bewertung von Porsche am oberen Ende fast dem gesamten Marktwert von VW in Höhe von 88 Milliarden Euro.

Der Börsengang ist auch eine späte Wiedergutmachung für die Familie Porsche-Piëch, die vor über zehn Jahren nach einem langwierigen Übernahmekampf mit VW die Kontrolle über die Traditionsfirma verloren hatte. 

In einem Begleitgeschäft kauft die Familienholding Porsche Automobil Holding SE 25 Prozent plus eine Aktie der stimmberechtigten Stammaktien an Porsche von VW und damit eine Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen. Sie wird dafür 7,5 Prozent mehr als den endgültigen Preis der Vorzüge zahlen, was in Summe bis zu 10,1 Milliarden Euro wären. 

VW will 49 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf von Vorzugsaktien und Stammaktien in Form einer Sonderdividende ausschütten. Davon würde maßgeblich auch die Porsche Holding profitieren, der 53 Prozent der VW-Stämme gehören. Den Rest des Porsche-Ankaufs will die Familie mit Fremdkapital in Höhe von bis zu 7,9 Milliarden Euro finanzieren.

Corporate Governance-Bedenken
Die komplexe und verschachtelte Aktionärsstruktur von VW und Porsche nach dem Börsengang sowie die Ernennung von Porsche-Chef Oliver Blume als VW-Konzernchef hat Bedenken bei einigen Investoren hinsichtlich Transparenz und Minderheitsrechten ausgelöst.

Die Nettoerlöse aus dem Börsengang will VW zur Finanzierung der Umstellung auf Elektrofahrzeuge und für Investitionen in Software verwenden. (aa)

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