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Political Correctness als Jobkiller: Berufsverbot fürs Schwarzfahrer in London (Kommentar)

Man kann es mit Gutmenschentum und Tugendterror im Gefolge der Finanzkrise auch gehörig übertreiben, wie kürzlich in London geschehen: Jonathan Burrows, ehemaliger Managing Director bei BlackRock Asset Management Investor Services, wurde von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) mit einem Berufsverbot belegt, nachdem er für die Bahnfahrt zur Arbeit nicht den vollen Fahrpreis entrichtet hatte. Der gesunde Menschenverstand lässt einen wohl zu Recht vermuten, dass man von einer angemessenen Reaktion bei dieser übers Ziel hinausschießenden Maßnahme nicht mehr sprechen kann.
 
Berufsverbot fürs Schwarzfahren
 
Er werde von der Ausübung von Funktionen im Zusammenhang mit regulierten Aktivitäten im Bereich Finanzdienstleistungen ausgeschlossen, weil seine Handlungen kein “passendes Verhalten einer zugelassenen Person” darstellten, teilte die britische Finanzaufsicht am Montag mit., weiß Bloomberg zu berichten. Nach diversen Skandalen versucht die FCA, das Vertrauen in die Branche wiederherzustellen und erhöht die Anforderungen an Einzelpersonen. “Zugelassene Personen müssen jederzeit ehrlich und integer handeln, und wo sie es nicht tun, werden wir handeln”, erklärte Tracey McDermott, FCA-Direktorin für Finanzdelikte.
 
Die Chronologie der ach so abscheulichen Geschehnisse: Burrows war am 19. November 2013 am Londoner Bahnhof Cannon Street von einem Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe angehalten worden, nachdem er keine für die gesamte Fahrt gültige Fahrkarte gelöst hatte. Er hatte den Bahnhof mit seiner London Travel Card mit einem maximalen Fahrpreis von 7,20 Pfund verlassen wollen, obwohl er 21,50 Pfund hätte zahlen müssen.
 
Ein wenig Thrill im Alltag wird zum Jobkiller
 
Burrows gab gegenüber der FCA an, dass er mehrmals nicht den korrekten Fahrpreis entrichtet habe. Er habe das in dem Wissen getan, dass er damit gegen das Gesetz verstoße. In einer Mitteilung erklärte Burrows, was er getan habe sei “töricht”, und er bedaure seine Entscheidung nach einer “20-jährigen Karriere in der City, die ohne Makel war”. Es wird sich zeigen, ob der hochrangige Experte künftig Jobangebote von China oder Russland - Dienstwagen und Fahrer natürlich inklusive - erhält. Zu vergönnen wäre es ihm allemal.
 
Wo bleibt die Konsequenz bei der neuen Tugendhaftigkeit?
 
Wenn schon moralisierend eingegriffen wird, dann bitte auch überall, liebe FCA. Etwa dann, wenn aktive Fondsmanager zu hohen aktiven Kosten "Benchmark Hugging" betreiben. Hier ist der Schaden wohl um einiges größer. In letzter Konsequenz müsste man dann soweit gehen, dass man Politiker, die als Advokaten der neuen Tugendhaftigkeit auftreten, für gebrochene Wahlversprechen ebenfalls mit einem Berufsverbot - aber bitte auf Lebenszeit - belegt. Ob es dann diesen Berufsstand noch geben wird, erscheint höchst fragwürdig. (kb)
 
 
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