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Platin und Palladium werden in der Automobilindustrie immer wichtiger

Die beiden Edelmetalle Platin und Palladium sind zwei Edelmetalle, die sich sehr unterschiedlich entwickeln, sagt Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management.

Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management
Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management
© OFI Asset Management

Platin und Palladium haben die volle Wucht der Pandemie zu spüren bekommen. Die beiden Metalle werden in der Automobilindustrie bei der Herstellung von Katalysatoren eingesetzt. Der Bedarf brach dementsprechend mit dem massiven Einbruch der Verkaufszahlen ein.

Die Industrie insgesamt war weniger betroffen
"Aber die Auswirkungen könnten noch sichtbar werden, etwa in der Petrochemie, wenn Raffinerien stillgelegt werden, wo Platin ebenfalls für Katalysatoren verwendet wird. Nach einem starken Jahresbeginn sackte der Markt massiv ab. Seit Mai sind die Anleger aber wieder zurückgekehrt. Allein die ETF-Käufe beliefen sich auf mehr als 100.000 Unzen", weiß Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management, zu berichten. Auf der Angebotsseite brach die Platinproduktion aufgrund des Lockdowns in Südafrika ein. Auch Palladium litt darunter. Die Produktion ging allerdings weniger stark zurück, weil Russland als weltweit führender Hersteller weiter produzierte. Die Pandemie hatte auch enorme Auswirkungen auf die Recyclingkette beider Metalle: sinkende Fahrzeugverkäufe bedeuteten weniger Verschrottung und Wiederverwertung.

Platin litt bereits vor der Krise, Palladium boomte
Die Ausgangslage der beiden Metalle vor der Krise war sehr unterschiedlich. Benjamin Louvet dazu: "Platin wird im Wesentlichen im Schmucksektor und zur Herstellung von Katalysatoren für Dieselfahrzeuge verwendet. Platinpreise sind in der Regel höher als Gold, haben aber aufgrund der Dieselskandale etc. den Boden unter den Füßen verloren und lagen 2019 bei 550 Dollar pro Unze unter dem Goldpreis. Doch dann stellte sich wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ein. 2019 stieg der Platinpreis um 20 Prozent."

Palladium werde dagegen hauptsächlich zur Herstellung von Katalysatoren für Benzinfahrzeuge verwendet. Louvet  analysiert: "Die Nachfrage stieg also im Gegenzug extrem an. Der Markt befand sich 2019 das achte Jahr in Folge in einer Defizitsituation wegen eines geringeren Angebots. 2020 wird wahrscheinlich trotz der außergewöhnlichen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Umstände das neunte Jahr werden. Seit 2009 ist der Palladiumpreis um mehr als 900 Prozent gestiegen, 2019 legte er weitere 60 Prozent zu. Seit Anfang 2020 bis Stand 10. August waren es nochmal 19 Prozent."

Langsam erholen sich einige Automobilmärkte wieder
Umweltprämien fördern die Elektromobilität. In Europa ist allerdings die Plug-in-Hybridtechnologie dabei, die reine Elektrotechnologie zu überholen. Louvet: "Dia ist für die Metalle Platin und Palladium eine wichtige Nachricht. Hybridfahrzeuge benötigen im Gegensatz zu Elektroautos einen Katalysator, also werden noch mehr Platin und Palladium benötigt. Eine weitere mobilitätsbezogene Technologie könnte dem Platinmarkt ebenfalls große Impulse geben: die Brennstoffzelle. Solche Motoren werden mit Wasserstoff betrieben und benötigen zum Betrieb eine große Menge Platin. Die Hersteller tun alles, um die Menge an Platin wegen der hohen Kosten zu begrenzen. Der Verbrauch könnte dennoch steigen. Denn auch strengere Umweltnormen im Hinblick auf die maximal zulässigen CO2-Emissionen pro Fahrzeug zwingen die Automobilhersteller, die katalytische Leistung ihrer Auspuffrohre zu erhöhen."

Finanzielle Nachfrage könnte entscheidend für Aufwärtspotential sein
Neben all diesen strukturellen Faktoren könnte die finanzielle Nachfrage nach diesen beiden Metallen entscheidend dafür sein, ob ihr Aufwärtspotential zum Tragen kommt. Palladium hat in dieser Hinsicht einen eindeutigen Vorteil. Bei Platin dagegen waren einige Bergbaukonzerne schon vor der Krise dabei, ihre Betriebe zu verkleinern, weil die Preise in den letzten Jahren so stark gefallen waren. Die südafrikanische Platinproduktion könnte 2020 um mindestens 20 Prozent schrumpfen, während die Palladiumproduktion wohl weniger stark zurückgehen wird.

Kurzfristig könnten Platin- und Palladiumpreise weiter an Boden gewinnen, wenn sich die Automobilindustrie wieder erholt, meint Louvet. "Mittelfristig werden Fortschritte bei den Umweltvorschriften und in der Hybrid-Elektromobilität die Nachfrage ebenfalls steigern. Eine schrumpfende Produktion aufgrund der Lockdowns sowie das Thema Recyclingkette werden sich zudem weiterhin positiv auf die Preise der Edelmetalle auswirken – für Investoren also attraktiv.“

OFI Precious Metals bezieht über Swaps Position
 Der von Benjamin Louvet verwaltete UCITS-Fonds „OFI Precious Metals“ investiert konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen fünf Prozent des Portfolios sind in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermöglicht Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiert nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds lautet auf Euro, ist währungsgesichert und börsentäglich liquide. (kb)

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