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Planspiel: Wie Benoît Coeuré übernächster EZB-Präsident werden könnte

​Société Générale hat eine Idee für einen Deal, der Benoît Coeuré in ein paar Jahren das Präsidentenamt der Europäischen Zentralbank sichern würde. Ein Umweg ist da aber gefragt, denn direkt könnte Coeuré nicht auf Draghi folgen.

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Das Job-Karussell dreht sich: Wer darf Mario Draghi beerben?
© LightingKreative / Fotolia

Draghi ist noch bis in den Herbst hinein im Amt, und schon setzten die Planspiele um seine Nachfolge ein. Der Franzose Benoît Coeuré hat das "Pech", derzeit im EZB-Direktorium zu sitzen. Seine achtjährige Amtszeit ist nicht verlängerbar, was ihn praktisch aus dem Rennen um die Nachfolge von Mario Draghi, der im Oktober abtreten muss, ausschließt. Société-Générale-Ökonom Anatoli Annenkov zufolge gebe es jedoch einen altbewährten Ausweg aus diesem juristischen Problem, beirchtet Bloomberg News.

Platzhalter für vier Jahre - das wäre nichts Neues unter der Sonne
Der SocGen-Ökonom schlägt vor, dass der Job zunächst an den finnischen, im Ruhestand befindlichen Notenbanker Erkki Liikanen gehen könnte, der dann in der Mitte der Amtszeit zurückträte. Dann könnte Coeuré (49) übernehmen. Diese Vereinbarung wäre ähnlich wie bei der Ernennung der ersten beiden EZB-Präsidenten: Wim Duisenberg trat Anfang 2003 zurück und machte Platz für Jean-Claude Trichet.

Benoît Coeuré - ein Top-Kandidat
Coeuré ist seit 2012 für die Marktaktivitäten der EZB verantwortlich und gehörte zu den Architekten der quantitativen Lockerung. ABN Amro sagte letzten Monat, dass der Franzose im Rennen um die Nachfolge von Draghi heraussteche. Bei der letzten Bloomberg-Umfrage wurde er nach Liikanen und dem französischen Notenbankgouverneur Francois Villeroy de Galhau als der drittwahrscheinlichste Kandidat genannt.

Ohne Cool-Off-Periode geht es wohl auch bei Coeuré nicht
Coeuré könnte auch vorzeitig zurücktreten - seine derzeitige Amtszeit läuft bis Ende 2019 - und sich um Draghis Job bewerben. Dies sei jedoch "zu weit vom Geist" der Verträge der Europäischen Union entfernt und rechtlich riskant, so Annenkov. (kb)

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