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Plan zur Schaffung eines Sparkassen-Spitzeninstituts nimmt Formen an

Rund ein Jahr nach einem ersten Vorstoß von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis, ein Zentralinstitut für die Finanzgruppe zu schaffen, nehmen die Pläne konkrete Formen an.

Helmut Schleweis
DSGV-Präsident Helmut Schleweis drückt aufs Gas bei den Fusionsgesprächen.
© DSGV

In einem ersten Schritt sollen Dekabank und Helaba Gespräche zur Prüfung einer “vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung” aufnehmen, wie eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) erklärte. Ein entsprechendes Konzept von Schleweis sei am Dienstag von den Verbandsvorstehern und Landesobleuten der Sparkassen-Finanzgruppe “zustimmend zur Kenntnis genommen worden”.

Helaba kann auch ganz gut alleine
Mehrheitseigner der Helaba ist der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Dessen Sprecher Frank Schillinger erklärte auf Nachfrage von Bloomberg, dass der Verband die Helaba auch als eigenständiges Institut “gut aufgestellt” sehe. Dennoch stehe man Überlegungen zu einer Kräftebündelung in der Sparkassen-Gruppe offen gegenüber. Als nächstes müssen sich unter anderem die Verwaltungsräte von Deka und Helaba positionieren und gegebenenfalls ihre Vorstände mit Verhandlungen beauftragen. Bei beiden Instituten tagen die Räte erst wieder im Dezember.

Genereller Konsolidierungsdruck infolge niedriger Profitabilität bei deutschen Banken
Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling hatte erst im Juli auf die strukturellen Veränderungen in der Branche hingewiesen. “Grund hierfür sind vor allem das Niedrigzinsumfeld, die herausfordernde Wettbewerbssituation sowie die Digitalisierung, die hohe Investitionen und Anpassungen von den Banken erfordern”, sagte er damals.

Helaba und Dekabank sollen den Anfang machen
Da sich sowohl Helaba und Dekabank mehrheitlich im Besitz der Sparkassen befinden, könnten sich Fusionsverhandlungen zwischen den beiden Instituten einfacher gestalten als mit anderen Teilen der Sparkassen-Gruppe. So halten beispielsweise Bundesländer die Mehrheit an der BayernLB und an der Norddeutschen Landesbank. Dem Konzept von Schleweis zufolge sollen Helaba und Dekabank den Startpunkt für ein mögliches Sparkassen-Zentralinstitut bilden. Weiteren Instituten der Gruppe “soll sofort oder später eine Beteiligung ermöglicht werden”, sagte die DSGV-Sprecherin.

Schleweis hatte seit einigen Monaten intensiv für ein Sparkassen-Spitzeninstitut geworben. “Die deutschen Sparkassen wollen eine einzige, durch sie gemeinsam getragene und kontrollierte Sparkassen-Zentralbank. Daran arbeiten wir”, sagte er etwa im Mai.

Einige Landesbanken-Eigner sehen mögliche Fusionen im Sektor aber kritisch
Fritz Kuhn, der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, die mit 19 Prozent an der Landesbank Baden-Württemberg beteiligt ist, sprach Ende 2018 etwa von einem “nicht kalkulierbaren Abenteuer”. (kb)

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