Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

#uebermorgen

Ad

595 Milliarden USD Schaden durch Extremwetter allein in den letzten drei Jahren. Nachhaltig ausgerichtete Investitionen heute helfen, dem Klimawandel und dessen Folgen in der Zukunft entgegenzuwirken. Erfahren Sie mehr unter www.nachhaltigekapitalanlagen.de

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Pimco warnt vor "unsanftem Erwachen" – Teil 1

Der Anleihe-Gigant erwartet, dass Weltwirtschaft und Finanzmärkte in den kommenden Jahren in eine neue Phase möglicherweise radikaler Veränderungen eintreten. In Teil 1 fassen wir die Auslöser zusammen, der morgen erscheinende 2. Teil widmet sich möglichen Konswquenzen für das Portfolio.

ausblick_violetkaipa_adobestock_90155908.jpg
Der Anleihen-Riese Pimco erwartet in seinem Ausblick ein Rezessions-Szenario für die USA
© violetkaipa / stock.adobe.com

Im aktuellen Secular Outlook – dem langfristigen Ausblick über die kommenden drei bis fünf Jahre – warnen Pimcos Experten davor, dass Anlegern, die sich auf eine Fortsetzung der lang andauernden Phase geringer Volatilität und steigender Bewertungen seit der globalen Finanzkrise einstellen, ein unsanftes Erwachen drohen könnte.

Die Autoren  weisen darauf hin, dass das Jahrzehnt seit der globalen Finanzkrise geprägt war von finanzieller Repression durch Regulierung und dominierende Zentralbanken, einer überwiegend passiven oder restriktiven Fiskalpolitik, einem schwachen Produktivitäts- und Reallohnwachstum, niedriger Inflation, weitgehend freien Handels- und Kapitalströmen sowie einer niedrigen makroökonomischen Volatilität und geringen Marktschwankungen. Zugleich sind aber die globalen Schuldenstände weiter angestiegen.

In vollem Gange
Für die Autoren sind tief greifende Änderungen bereits in vollem Gange: Mit dem Rückzug der Zentralbanken und der expansiveren Fiskalpolitik ändert sich beispielsweise das Zusammenspiel von Geld- und Fiskalpolitik, die Diskussionen über eine stärkere Regulierung schwenken vom Finanzsektor auf den Technologiesektor um, und Wirtschaftsnationalismus sowie Protektionismus setzen ihren Vormarsch fort.

Rezession in den USA
Pimcoss Basisszenario für den Zeitraum von drei bis fünf Jahren, beinhaltet eine wahrscheinliche Rezession in den USA, die auch große Teile der Weltwirtschaft treffen dürfte. Als Auslöser kommen verschiedene Faktoren infrage, einschließlich des abebbenden Effektes der US-Steuerreform und des Risikos einer Konjunkturüberhitzung mit einer Arbeitslosenquote von unter vier Prozent, die die US-Notenbank bei steigendem Inflationsdruck zu aggressiveren Maßnahmen veranlassen könnte.

Eine solche Rezession wäre wohl weniger tief als die üblichen Nachkriegsrezessionen, aber zugleich von längerer Dauer und auch risikoreicher, und zwar:

  1. weniger tief, weil es bisher weder bei den Unternehmen noch bei den Privathaushalten Anzeichen für Überinvestitionen oder Überkonsum gibt und der Finanzsektor stabiler erscheint als in den vergangenen Zyklen,
     
  2. von längerer Dauer, weil die relativ niedrigen Zinsen, die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken und das (in den USA) gestiegene Haushaltsdefizit den Spielraum für Abwehrmaßnahmen gegen eine Rezession einschränken; eine Rezession könnte zudem zu mehr Protektionismus und Abwertungswettläufen führen, und
     
  3. risikoreicher, weil die Inflationserwartungen bereits heute sehr niedrig sind, weil die strukturelle Schwäche der Eurozone wieder zutage treten würde und weil eine latente Gefahr von Populismus besteht. 

Pimco erachtet aber das Konzept der „Neuen Neutralität“, bei der niedrige Gleichgewichtszinsen als Anker der weltweiten Anleihenmärkte fungieren, weiterhin als nützliche Orientierungshilfe. Die globalen Anleihenmärkte dürften sich trotz der erwarteten steigenden Marktschwankungen insgesamt weiterhin in einer bestimmten Bandbreite bewegen.

Anleger sollten sich jedoch auf ein schwierigeres Umfeld vorbereiten und so positionieren, dass sie die Chancen nutzen können, die sich aus unruhigeren Märkten ergeben – welche das sind, haben wir in Teil zwei unserer Mini-Serie zusammengefasst. (hw)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen