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Pimco stellt diesen Staaten milliardenschwere Privatplatzierungen bereit

Der Vermögensverwalter der Allianz investiert in mehrere Privatplatzierung der Golfstaaten im Bereich Credit.

© andranik123 / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Pimco stellt Golfstaaten über zehn Milliarden Dollar in Privatplatzierungen bereit
  • Offenbar brauchen diese reichen Länder rasch Liquidität

Die Staaten am Persischen Golf stocken ihre Finanzreserven auf, um mögliche wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs abzufedern - dabei ist ein großer Käufer respektive Financier eingesprungen: Die Allianz-Tochter Pacific Investment Management Co, alias Pimco. Darüber informiert Bloomberg News.

Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar hat Pimco laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen mehr als zehn Milliarden Dollar (8,5 Milliarden Euro) an staatlich finanzierte und staatliche Kreditnehmer in der Golfregion verliehen, und zwar über Privatplatzierungen.

Big Name im Bereich Fixed Income
Der Vermögensverwalter mit einem Volumen von 2,27 Billionen Dollar war ein bedeutender Käufer privat platzierter Anleihen der Regierungen von Abu Dhabi, Katar und Kuwait sowie der Qatar National Bank. Zudem beteiligte sich Pimco gemeinsam mit anderen Investoren an mehreren Transaktionen, die das Volumen bestehender Anleihen aus Abu Dhabi um insgesamt 2,5 Milliarden Dollar erhöhten, so die Personen weiter.

Insgesamt haben Kreditnehmer aus der Region seit dem 28. Februar mehr als 13 Milliarden Dollar über privat platzierte, in Hartwährungen denominierte Anleihen aufgenommen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Damit entfällt der Großteil dieser Finanzierungen auf Pimco.

Vorteile und Nachteile von Private Placements
Privatplatzierungen stellen für Emittenten einen Kompromiss dar: Sie sind in der Regel teurer als öffentlich platzierte Schulden und bieten Investoren wie Pimco höhere Renditen. Im Gegenzug können sich Schuldner schneller, diskreter und mit größerer Flexibilität bei den Konditionen finanzieren.

Der Kupon einer privat platzierten Anleihe Katars lag bei 4,8 Prozent und damit etwa 0,3 Prozentpunkte über dem Wert, der sich aus der Renditekurve öffentlich gehandelter Staatsanleihen ableiten lässt, wie Berechnungen von Bloomberg zeigen. Die tatsächliche Rendite hängt vom Kaufpreis ab, der nicht offengelegt wurde.

Reiche Golfstaaten brauchen rasch Liquidität
“Nicht alle Länder haben in Zeiten geopolitischer Unsicherheit die Möglichkeit, sich zu angemessenen Zinssätzen zu finanzieren. Bemerkenswert ist, dass die drei Golfstaaten mit den stärksten Bilanzen den Markt anzapfen”, sagte Ziad Daoud, Chefökonom für Schwellenländer bei Bloomberg Economics. “Und sie greifen auf private Finanzierung statt auf öffentliche Emissionen zurück. Letztere erfordern wahrscheinlich mehr Offenlegung und höhere Transparenz.”

Pimco hat stark in Anleihen aus Schwellenländern investiert und im vergangenen Jahr ein Büro in Dubai eröffnet. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Newport Beach schloss sich damit einer Reihe von Investmentfirmen an, die ihre Präsenz in einer Region mit hohen Staatsfondsvermögen ausbauen. Pimco erklärte, dieser Schritt baue auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung für Investoren im Nahen Osten auf.

Pimco wolle die Anleihen langfristig halten, sagte eine der darüber informierten Personen. In diesem Monat kaufte die Allianz-Tochter zudem eine Anleihe im Volumen von 400 Millionen Dollar, die von einem Fonds von Blue Owl Capital emittiert wurde, vollständig auf.

Die Anleihemärkte der Golfstaaten gehörten in den vergangenen Jahren weltweit zu den aktivsten. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres emittierten Kreditnehmer aus der Region öffentliche Schuldtitel im Volumen von rund 50 Milliarden Dollar. Seit Beginn des Konflikts sind diese Märkte jedoch praktisch zum Erliegen gekommen.

Wunsch nach Währungsswap-Linien
US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Mittwoch, viele Verbündete am Persischen Golf hätten Währungsswap-Linien mit den USA angefragt. Einen Tag zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, eine entsprechende Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten werde geprüft.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten informell einen Währungsswap angefragt, falls sich die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen des Kriegs verschärfen, berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen zuvor gegenüber Bloomberg News. Der Botschafter der Emirate in Washington signalisierte jedoch, dass kein externer Finanzierungsbedarf bestehe. (aa)

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