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Pimco-Expertin Sundstrom: "Tiefgreifende Veränderungen stehen an"

Die institutionelle Tranche des Pimco GIS Dynamic Multi-Asset Fund liegt mit einer Wertsteigerung von circa 16 Prozent im laufenden Jahr deutlich vor dem Durchschnitt der Wettbewerber und der Benchmark. Fondsmanagerin Geraldine Sundstrom erklärt, worauf es mit dem Blick nach vorne ankommt.

Geraldine Sundstrom
Geraldine Sundstrom: "Auch wir rechnen mit einer kräftigen Konjunkturbelebung. Aber es ist wichtig, auf die qualitativen Nuancen zu achten."
© Bill Gallery

Seit der Erstauflage des Pimco GIS Dynamic Multi-Asset Fund im Februar 2016 zeichnet Geraldine Sundstrom, Leiterin der Asset Allocation in Europa von Pimco, für die Geschicke des global anlegenden Mischfonds verantwortlich. In Bezug auf die Wertentwicklung hat die Fondsmanagerin im laufenden Jahr sowohl die Peergroup als auch den Vergleichsindex des Fonds klar geschlagen. Im Exklusivinterview wirft sie einen Blick in die Zukunft und erklärt, warum sie das Thema Wandel der globalen Ökonomie für erfolgsentscheidend hält und wie sie den Fonds darauf einstellt.

Frau Sundstrom, Sie sprechen von einer Beschleunigung des Wandels in der globalen Ökonomie. Was meinen Sie damit konkret?

Geraldine Sundstrom: Die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet derzeit damit, dass die Wirtschaft im Jahr 2021 zu einem kräftigen Wachstum zurückkehrt und ein neuer Konjunkturzyklus beginnt. Üblicherweise werden in einer solchen Frühphase eines Zyklus die Risiken auf Portfolioebene erhöht und zyklische gegenüber defensiven Werten bevorzugt. Auch wir rechnen mit einer kräftigen Konjunkturbelebung im kommenden Jahr. Aber wir glauben, dass es wichtig ist, auf die qualitativen Nuancen zu achten.

Was verstehen Sie genau unter solchen "qualitativen Nuancen"?

Sundstrom: Eine Reihe von seit langem erwarteten tiefgreifenden Veränderungen vollziehen sich jetzt, um nicht zu sagen heute, und zwar schneller, als wir das noch vor wenigen Monaten erwartet hätten. Diese Veränderungen werden von den Regierungen vorangetrieben, angetrieben von sich verändernden Vorschriften rund um das Thema von Netto-Null-Emissionen, aber auch durch enorm hohe Haushaltsdefizite, die sich inzwischen durch die Krise aufgebaut haben, sowie finanzpolitische Hilfspakete, die helfen sollen, zu einer neuen Normalität zu finden. Gemeinhin gehen die meisten Marktteilnehmer davon aus, dass solche Veränderungen im Zeitablauf linear erfolgen. Wir erleben aber aktuell eine rasante Beschleunigung dieses Wandels.

Geben Sie uns einige Beispiele für einen solchen Wandel, der nicht erst in einer ferneren Zukunft, sondern im Hier und Jetzt stattfindet?

Sundstrom: Betrachten wir zum Beispiel einen bedeutenden Sektor wie die Gewinnung und Verwendung von Energie. Die Europäische Kommission hat kürzlich ihre Strategie für erneuerbare Offshore-Energiequellen veröffentlicht, im Rahmen derer die Kapazitäten bis zum Jahr 2030 um das Fünffache ausgebaut werden sollen. Und die Auftragsvergabe ist bereits in vollem Gange. Mit 1,42 Millionen Ladestationen für Elektroautos verfügt China weltweit über 65 Prozent der öffentlichen Ladepunkte und baut derzeit ein einheitliches intelligentes Netzwerk aus, das Autos in die Lage versetzen soll, Strom zu beziehen, in Spitzenbedarfszeiten aber auch wieder in das Netz einzuspeisen. Dadurch entstehen quasi virtuelle Kraftwerke. Auch Japan passt seine Gesetze ebenfalls an, um solche virtuellen Kraftwerke mithilfe privater Solaranlagen und Batterien zu erschaffen. Und selbst in den USA haben bestimmte Bundesstaaten das Konzept bereits aufgegriffen.

Eine Entwicklung, die sicher nicht ohne Auswirkungen auf den Rohstoffsektor bleiben wird.

Sundstrom: Vollkommen richtig! Der wachsende Bedarf an leistungsfähigen Batterien wird die globale Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen in weniger als zehn Jahren maßgeblich verändern. Die Nachfrage nach Lithium etwa wird um das Achtfache steigen, die Nachfrage nach Graphit um das Fünffache. Gleichwohl dreht sich nicht alles um Verkehr oder Energie, auch in anderen Sektoren erleben wir eben einen enorm schnellen Wandel ...

… wie zum Beispiel?

Sundstrom: Auch im Gesundheitswesen erleben wir eine rasante Neuaufstellung. Das betrifft nicht nur den Auf- und Ausbau von 5G-Netzen und entsprechenden Geräten, auch die Möglichkeiten einer Ferndiagnose gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die digital gesteuerte Behandlung von Krankheiten bis zu einem virtuell organisierten Gesundheitsmanagement einschließlich virtueller Apotheken, wie sie bereits in China weit verbreitet sind, gehören künftig zu einer bereits angesprochenen neuen Normalität. All das sind Entwicklungen, die man als Investor nicht nur im Auge behalten muss, man muss sie auch frühzeitig ins Portfolio übersetzen und integrieren. Wir haben zum Beispiel jüngst unsere Positionen speziell in japanischen Aktien und Hardware-Produzenten erhöht.

Wir danken für das Gespräch.(hh)

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