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Philippe Waechter warnt vor „Dieses Mal ist alles anders“

Der Chefvolkswirt von Ostrum Asset Management meint, dass die Fed auf die Inversion der Zinskurve durch Zinssenkungen reagieren sollte. Denn eine Rezession sei seiner Ansicht nach unvermeidlich. Die Einstellung „Dieses Mal ist alles anders“ könnte Investoren teuer kommen.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management
Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management
© Ostrum AM

Die Zeichen stehen in den USA eindeutig auf eine Zinswende, also auf fallende Leitzinsen. Dafür spricht u.a. die Inversion der Zinskurve in den USA. Denn der Rentenmarkt preist eine Rezession ein. Obwohl der Rentenmarkt fast immer richtig liegt, meinen Marktteilnehmer immer wieder: „Dieses Mal ist alles anders“.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management hält dies mit Verweis auf nachfolgende Grafik für Wunschdenken: „Eine Analyse der Daten zeigt schonungslos, dass wirklich jede Rezession von einer invertierten Zinskurve angekündigt wurde.“

Inversion über viele Laufzeitenbänder
Der 10-Jahres-Zinssatz liege seit dem 7. Mai unter dem Leitzins der US-Notenbank, und diese Umkehrung sei über alle Laufzeiten bis zu zehn Jahren hinweg zu beobachten – allerdings noch nicht für 30 Jahre. „Die Rendite der 30jährigen US-Staatsanleihen fällt zwar rasch, hat aber noch nicht die Konfiguration erreicht, die in der Vergangenheit zu einer Rezession führte. Die aktuelle 30jährige Rate liegt bei 2,75 Prozent, so dass noch rund 25 Basispunkte Abstand zur Gefahrenzone bleiben", erklärt Waechter.

Niedrige Zinsen können verschiedene Ursachen haben
Während die Tendenz zur Umkehrung der kurz- und langfristigen Zinssätze bereits im Herbst begonnen habe, seien die Gründe dafür heute andere. Waechter: „Ursprünglich waren die niedrigen Langfristzinsen Ausdruck starker Prognosen für das Wirtschaftswachstum, die die Fed am kurzen Ende versuchte einzudämmen, um die Entstehung übermäßiger Ungleichgewichte zu vermeiden. Heute deutet die inverse Zinskurve auf schwache Prognosen von Investoren hin, unabhängig von der Politik der Fed.“

Laut Waechter sehe man als Investor gut, welche Rolle die Fed bei der Lösung dieses Problems spielen könnte: Sie könnte ihren Leitzins senken. Doch wenn man sich das Protokoll der letzten Sitzung ansehe, seien die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses noch nicht ganz davon überzeugt, dass dies erforderlich sei. "Aber das Rezessionsrisiko steigt, wenn sich die Erwartungen der Investoren verschlechtern und zu Attentismus führen. Hier besteht Handlungsbedarf", fordert Waechter abschließend. (aa)

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