Pfandbriefbanken vergeben mehr Immo-Kredite, sehen aber Bremse
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hat vor kurzem über die aktuelle Situation bei Immobiliendarlehen informiert. Das gezeichnete Bild zeigt viel Licht, aber auch einiges an Schatten. Vor allem, was die zukünftige Erwartungshaltung betrifft.

Eckpunkte:
- Pfandbriefbanken reichen rund neun Prozent mehr an Immo-Krediten aus
- Gewerbeimmobilien profitieren mittlerweile von Basiseffekten
- Für die Zukunft sind die Pfandbriefbanken bei der Kreditvergabe insgesamt weniger optimistisch gestimmt
Von Januar bis Juni dieses Jahres haben die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zusammengeschlossenen Institute rund ein Zehntel mehr Immobiliendarlehen vergeben. Für den Rest des Jahres sind sie aber weniger optimistisch. Der VDP hat derzeit rund 50 Mitglieder, darunter Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Pfandbriefbank und Landesbanken wie etwa die Helaba. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.
Laufende Erholung, aber...
Das Volumen stieg im ersten Halbjahr auf 80,4 Milliarden Euro, wie der VDP Anfang dieser Woche mitgeteilt hat. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 war das ein Zuwachs von 8,5 Prozent. Rund zwei Drittel entfielen auf Wohnimmobilien und der Rest auf Gewerbeimmobilien.
“Das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Pfandbriefbanken weist für das erste Halbjahr 2026 Zuwächse auf; die Entwicklung in diesem Geschäftsfeld verläuft solide. Die Darlehensvergabe liegt jedoch weiterhin deutlich unterhalb der Volumina, die vor der Zinswende erreicht worden sind”, sagte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des VDP.
Für das zweite Halbjahr rechnet er unter den gegebenen Rahmenbedingungen allenfalls mit leichten Anstiegen des Neugeschäfts. Es sei davon auszugehen, dass sich die geopolitischen Unsicherheiten, die Konjunkturschwäche und die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt dämpfend auf die Immobilienfinanzierung auswirken.
Im ersten Halbjahr waren die Wohnimmobiliendarlehen auf 50,1 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.
Gewerbeimmobilien profitieren von Basiseffekten
Eine Wachstumsrate von 14,3 Prozent - allerdings basierend auf einem im langfristigen Vergleich nach wie vor niedrigen Niveau - wiesen Gewerbeimmobiliendarlehen auf. Ihr Volumen summierte sich auf 30,3 Milliarden Euro.
Gesamtvolumen vergebener Darlehen: Unterschiedliche Entwicklung
Zum Stichtag 30. Juni lag das Volumen ausgereichter Darlehen für Wohnobjekte bei 762,9 Milliarden Euro und damit 1,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Gewerbeimmobilienfinanzierungsbestand sank dagegen um 3,5 Prozent auf 278,4 Milliarden Euro. Das Neugeschäft reichte damit weiterhin nicht aus, um die Tilgungen zu kompensieren. (aa)

