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Peter E. Huber zu "Sell in May and go away?"

Der Altmeister der Geldanlage ist zwar ein wenig vorsichtig, was die weitere Aktienperformance auf kurze Sicht anbelangt, aber er hält in seiner Asset Allokation noch immer mehr als zwei Drittel Aktien. Eine Gold- und eine Cash-Tangente runden das Bild ab.

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Peter E. Huber, Fondsmanger des  „Huber Portfolio SICAV“
© Archiv

Es gibt viele Gründe, warum Aktien gekauft werden. Hier nur eine grobe Übersicht:  Überdurchschnittliches Wachstum der Unternehmensgewinne und –umsätze  (Growth), konservatives Geschäftsmodell und solide Bilanz (Quality), niedrige Bewertung mit guter Substanz (Value), stetige Kursentwicklung mit geringen Schwankungen (Low Vola), starker Aufwärtstrend des Aktienkurses  (Momentum) und Aktienrückkäufe durch das Management (Buy Back). Viele achten auch auf Insiderkäufe oder bevorzugen Aktien von kleineren Unternehmen (Small Caps), weil die sich langfristig dynamischer entwickeln als die sogenannten „Dickschiffe“.

Für fast alle diese Anlagestile gibt es seit mindestens Ende 2014 auch passende ETFs, mit denen man preisgünstig und unkompliziert entsprechend investieren kann. Hier eine Übersicht über die bisherige Ergebnisentwicklung 1.1.2015 bis 30.04.2021 (Total Return in Euro):

Renditen der Stile-Portfolios von 2015 bis Ende April 2021

Quelle: Taunus Trust

Auf den ersten Blick fällt auf, wie unterschiedlich die Wertentwicklung im Betrachtungszeitraum war. Peter E. Huber, Fondsmanager bei Taunust Trust, dazu: "Favorisiert wurden Wachstumsaktien, während Value-Aktien enttäuschten. Leider habe ich keinen ETF gefunden, der ein globales Wachstumsportfolio abbildet. Allerdings sind in dem Momentum ETF fast nur Growth-Aktien enthalten. Das Portfolio dominieren US-Aktien mit einer Gewichtung von 76 Prozent. Daraus wird ersichtlich, dass vor allem die amerikanischen Highflyer - FAANG, Microsoft, Nvidia, Tesla - zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben." 

Wachstum wird derzeit teuer bezahlt
Allerdings sind Wachstumsaktien inzwischen mit einem durchschnittlichen Kurs/Gewinn-Verhältnis von 44,6 und einem Kurs/Buchwert-Verhältnis von 7,1 sehr hoch bewertet. Und wer zu hoch fliegt wie weiland Ikarus, kann auch ganz schön abstürzen, wenn die ersten Enttäuschungen kommen.

Ausgeglichenere Struktur beim Value-ETF
Der Value-ETF hat mit 40,7 Prozent USA, 25,2 Prozent Japan und ca. 25 Prozent Europa eine viel ausgeglichenere Struktur, was mit ein Grund für die schlechtere Wertentwicklung war. Huber führt aus: "Doch auch hier ist uns der US-Anteil im derzeitigen Umfeld aus bewertungstechnischen Gründen viel zu hoch. Wir favorisieren auf Sicht der nächsten zehn Jahre Anlageschwerpunkte in Asien und Europa, während wir den US-Markt untergewichten. Damit vermeiden wir das Klumpenrisiko, das in den meisten ETF-Portfolios schlummert."

Zur aktuellen Börsenlage
Derzeit erreichen Peter E. Huber viele Anfragen, ob man nach den starken Kursanstiegen in den letzten zwölf Monaten nicht langsam Gewinne mitnehmen sollte. Schließlich stünde man jetzt vor einer saisonalen Durststrecke (Mai bis Oktober). Und der recht zuverlässige Gebert-Indikator habe auch ein Verkaufssignal gegeben. Viele Sentiment-Indikatoren erschienen überhitzt. Seine Anwort: "Wir halten derzeit 70 Prozent in Aktien, vor einem Jahr waren es 96 Prozent. Daneben haben wir eine zehnprozentige Position in Xetra-Gold und zwanzig Prozent in Cash. Derzeit würden wir keine Zukäufe vornehmen, da im aktuellen Börsenumfeld stärkere Korrekturen immer im Bereich des Möglichen liegen. Schrittweise Zukäufe würden wir erst tätigen, wenn der DAX mehr als 20 Prozent unter seine Höchststände fällt." Das sind die roten Bereiche in der folgenden Grafik:

Quelle: Taunus Trust

Von kurzfristigen Marktschwankungen nicht verrückt machen lassen
Timingversuche sind oft mit Verlusten verbunden. Huber: "Wir bleiben weiter langfristig bullish für Aktien, die nach wie vor angesichts der fehlenden Anlagealternativen viel Kurspotential haben. Gefährlich wird es unseres Erachtens erst dann, wenn die aktuell recht positiven Erwartungen auf einen markanten Konjunkturaufschwung tatsächlich Realität werden. Steigende Inflationsraten könnten die Notenbanken dann zu ersten Bremsmanövern zwingen", so das Börsenurgestein Huber. (kb)

 

 

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