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Peter E. Huber: Die nächste Finanzkrise ist nicht weit entfernt

Laut Einschätzung des StarCapital-Gründers sind die Staaten in der Zins- und Schuldenfalle gefangen und Investoren müssen eine neuerliche Finanzkrise befürchten. Allfällige Auswege aus diesem Dilemma kämen aber trotzdem teuer. Denn die Zentralbanken müssten die finanzielle Repression verschärfen.

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StarCapital-Mastermind Peter E. Huber warnt vor einer Neuauflage der Krise, sofern die Zentralbanken mit den Zinserhöhungen über das Ziel hinausschießen.

Sofern Peter E. Huber, Vorstand und Lead Portfoliomanager von StarCapital, mit seiner bearishen Prognose Recht bekommt, könnten viele Marktteilnehmer auf der Longseite ein ernsthaftes Problem bekommen. Seiner Ansicht nach sitzen die Notenbanken in der Zins- und Schuldenfalle. Denn die Schuldendynamik sei nach wie vor ungebrochen, was für sich betrachtet zunächst einmal kein Problem wäre, wenn sich die Phase rekordtiefer Zinsen nicht dem Ende zuneigen würde. Vor allem die immer höher werdenden Schuldenberge machen Huber Sorgen:

Fed sorgt für brandgefährliche Gemengelage
So hat die Fed bereits mehrfach die Fed-Funds-Rate erhöht und weitere Zinsschritte nach oben angekündigt. Außerdem entzieht die Fed dem Markt durch das Ausbleiben von weiteren Staatsanleihekäufen Liquidität. Diese Gemengelage sei laut Peter E. Huber brandgefährlich. Denn das Schuldenproblem ließe sich seiner Einschätzung nach nur über eine Finanzrepression in den Griff bekomme, wenn also die Zinsen unter der Inflationsrate blieben und dadurch der reale Wert der Schulden sinke. Ein schönes Beispiel sei Deutschland, wo die Inflationsrate im März von 1,4 auf 1,6 Prozent anstieg, während die Rendite zweijähriger Bundesanleihen bei minus 0,625 Prozent verharrt und dadurch die reale Schuldenlast jährlich um zwei Prozent sinkt.

USA stehen vor vielen Problemen
Die Oberurseler Investmentexperten sehen die USA, vor einer prekären Situation. Denn erstmals seit Jahren rentieren derzeit T-Bonds mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren mit 2,27 Prozent und liegen damit erstmals über der Inflationsrate von 2,2 Prozent. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Staatsverschuldung durch neue Zwillingsdefizite, aufgrund von Steuersenkungen und Infrastrukturprogrammen, weiter steigen wird sowie durch sogenannte „Zombieunternehmen“. Diese verfügen über Unternehmen kein tragfähiges Geschäftsmodell, die sich durch niedrige Zinsen noch über Wasser halten, und ihrer Existenz sehr gefährdet sind. Es bleibe laut Huber nur zu hoffen, dass die Inflationsraten steigen und es negative Realzinsen gäbe, sonst sei eine erneute Finanzkrise nicht weit entfernt.

Ein Ausweg aus dieser systemischen Krise könnte darin liegen, dass die Zentralbanken gegenüber den Staaten auf die Tilgung der Anleihen und auf Zinszahlungen größtenteils verzichten bzw. die Anleihenlaufzeiten in Richtung Ewigkeit strecken. Dies würde jedoch das Vertrauen in die Kaufkraft des Fiat-Moneys untergraben und einer inflationären Entwicklung Vorschub leisten.

Angesichts niedriger Zinsen sind Aktien langfristig interessant
Die restriktivere US-Notenbankpolitik, gepaart mit einem eskalierenden Handelskrieg, berge aus Sicht Hubers kurz- und mittelfristig durchaus die Gefahr nachlassender Konjunkturerwartungen und weiterer Börsenkorrekturen. Dies stehe jedoch in keinem Verhältnis zu dem enormen langfristigen Kurspotential der Aktienmärkte. Deshalb werden die Portfoliomanager von StarCapital nicht zu defensiv agieren und gemäß ihrer antizyklischen Investmentstrategie Korrekturen für Zukäufe nutzen. (aa)

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