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Peter Brezinschek, Raiffeisen: Hohe Schwankungen, bescheidene Erträge

Für den Raiffeisen-Chefanalysten spielt auch 2019 die Politik die Musik auf den Finanzmärkten, die Volatilität wird hochbleiben und Risiken könnten vor allem im zweiten Halbjahr die Märkte belasten. Das ist das Kurzfazit jenes Vortrages, den Brezinschek vor Profianlegern in Wien hielt.

Peter Brezinschek, Raiffeisen Research
Der Chefanalyst von Raiffeisen Research, Peter Brezinschek, erwartet für 2019 ein volatiles und unterm Strich durchwachsenes Anlagejahr.
 
© RCM

2018 brachte nicht nur eine sommerliche Hitzewelle, die viel Eis schmelzen ließ, sondern auch fallende Aktien- und Anleihekurse, die die Werte zahlreicher Portfolios dahinschmelzen ließ. Mit diesem Vergleich leitete Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research, seinen Jahresausblick am mittlerweile 10. „Kathrein Talk“ der Wiener Kathrein Privatbank ein.

Nach einem Überblick über die Verluste der wichtigsten Marktsegmente wie Aktien, Anleihen oder auch dem vor über einem Jahr vielfach gehypten Bitcoin (minus 75 Verlust 2018) im vergangenem Jahr widmete sich Brezinschek den wichtigsten Kurstreibern des soeben gestarteten Anlagejahrs 2019. Seiner Ansicht nach, werde auch dieses Jahr die Politik die Musik an den Märkten spielen und damit zumindest vorläufig die alte Börsenregel „Politische Börsen haben kurze Beine“ obsolet machen.

Immerhin werden Krisenherden wie Italien, Frankreich, Brexit oder auch diverse Twitter-Tweets von US-Präsident Donald Trump weiterhin die Märkte und damit die Investorennerven belasten. Der Handelskonflikt USA vs China sei im Grunde ein Kampf um die Vormachtstellung bei der Technologie und damit um die Setzung zukünftiger Industrie- und Produktionsstandards. Von diesem Ausgang werde abhängen, wie Europa zukünftig produzieren werden. An dieser Stelle kritisierte der Raiffeisen-Mann die Passivität der Europäer, die auf immer mehr wirtschaftlichen und technologischen Gebieten gegenüber ihren weltweiten Rivalen ins Hintertreffen gerieten.

Für Brezinschek würden Rezessionsrisiken von den Investoren überschätzt, die konjunkturelle Eintrübung sei nur ein gesunder Rückgang von vormals sehr hohen Wachstumsraten. Da mittlerweile viele Akteure eine Rezession erwarteten, würde dieses Risiko seiner Ansicht nach nicht schlagend bzw. sollte zumindest aufgrund der bereits erfolgten Einpreisung die meisten Wertpapierkurse nicht weiter belasten. Brezinschek erwartet eher eine schwierige Marktphase vergleichbar mit den Jahren 2014 bis 2016, aber keinen ausgeprägten Bärenmarkt wie nach der großen Finanzkrise 2008.

EZB-Rat wird unzufriedener
Für den Raiffeisen-Professional werde der EZB-Rat mit den Negativzinsen immer unzufriedener und will den Krisenmodus verlassen. Daher könnte zumindest der für die EZB wichtige Einlagezinssatz den Minus-Bereich verlassen, nicht jedoch der Refinanzierungszinssatz.

Was kaufen?
Damit stellt sich für Investoren die Frage, welche Assetklassen übergewichtet gehören. Da Anleihen noch immer „sehr teuer“ seien, sollten Investoren sowohl bei OECD-Staats-, und Unternehmensanleihen möglichst untergewichtet sein, da real nach Abzug von Inflation kaum Aussicht auf eine positive Realrendite bestünde. Falls genug Risikobudgets existieren, böten sich Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern an, wo auf Indexebene Renditen von um die sieben Prozent locken. Hinzu kommt die Chance auf Kursgewinne auf der Währungsseite.

Investoren sollten Aktien keineswegs ignorieren. Denn mittlerweile hätten Analysten vielfach ihre Erwartungen an das zukünftige Gewinnwachstum zurückgenommen, sodass ein Übertreffen dieser reduzierten Annahmen zu Kursgewinnen der vielfach bereits wieder vernünftig bewerteten Aktien im ersten Halbjahr 2019 führten könnte (siehe Grafik oben in der Bilderstrecke). Seiner Ansicht nach könnte – sofern die Rezessionsängste zurückgehen- das erste Halbjahr 2019 bei riskanten Assetklassen wie Aktien sogar „Entspannung bringen“.

Schwieriger werde das zweite Halbjahr 2019. Weil sich dann der Investorenblick auf das Jahr 2020 richtet und in diesem Jahr ein Übertreffen der Gewinnwachstumserwartungen äußerst schwierig werde. Daher könnte das zweite Halbjahr 2019 im Zeichen fallender Kurse stehen.

Guter Rat und Fazit
Da Aktien-Engagements langfristiger Natur sein sollten, empfahl Brezinschek dem anwesenden Publikum, dieses Jahr schwache Börsentage und „Ausverkaufskurse“ zum langfristigen Einstieg zu nutzen.

Abseits von Anleihen und Aktien findet der Raiffeisen-Chefanalyst Immobilien sowie aus taktischen Überlegungen Gold interessant. Sein Fazit respektive seine Kurzeinschätzung für 2019 lautete abschließend: 2019 werde unter starken Schwankungen nur bescheidene Erträge bringen. (aa)


Wie es an den Märkten weitergehen könnte?
Das erfahren Sie am 12. Institutional Money Kongress, der von 26. bis 27. Februar 2019 im Frankfurter Congress Center stattfindet. Diese exklusive Veranstaltung bietet wirklich jedem institutionellen Investor etwas Besonderes. Die Besucher können ihr zweitägiges Kongressprogramm selbst maßschneidern und die zahlreichen Workshops und Gruppengespräche der Sponsoren sowie „IM Spezial“ besuchen. Die Besucher erwartet aber noch viel mehr.

Hochkarätige Keynote Speaker
Zu den absoluten Highlights des Institutional Money-Kongresses zählen die Keynotes namhafter Starreferenten, wie beispielsweise der frisch gekürte Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Romer. Der Wirtschaftswissenschaftler und Entrepreneur ist ein Freund klarer Worte, lehrt als Professor an der New York University und war zeitweilig Chefökonom der Weltbank. In seinem Vortrag „Wirtschaftswachstum in einer Welt sinkender Rendite“ wird er darlegen, welche Regeln Gesellschaften aufstellen müssen, um den technologischen Fortschritt optimal umzusetzen.

(c) BloombergGordon Brown, Großbritanniens am längsten amtierender Finanzminister des 20. Jahrhunderts, UNO-Sonderbeauftragter sowie auch Berater von Pimco, wird in seinem Vortrag „Europa, Brexit und die Zukunft der globalen Wirtschaft“ prognostizieren, welche Rolle die EU und Großbritannien im weltwirtschaftlichen Gefüge des 21. Jahrhunderts spielen werden. 
Aktuell warnt Brown vor Spaltung und Protektionismus, die im Fall einer internationalen Krise eine gemeinsame Bewältigung unmöglich machen würden.

Prof. Martin Stuart „Marty“ Feldstein gilt aufgrund seiner akademischen Leistungen als Harvard-Legende und war federführend am Konzept der „Reagonomics“ beteiligt. Das US-amerikanische Forschungsinstitut National Bureau auf Economic Reserach (NBER) wäre ohne seine langjährige Präsidentschaft nicht zum wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitut der USA geworden. Der berühmte Harvard-Professor spricht am Kongress über „Die drei Säulen der Macht: Währung, Handel und Steuerregime“.  

Ein weiterer international bekannter Starreferent ist Jeremy Rifikin, Gründer der Foundation on Economic Trends und Präsident der TRI Consulting Group. Der Berater diverser Regierungen, der EU-Kommission sowie Autor von Bestsellern wie "Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft" wird am Podium seine Visionen von „Der dritten industriellen Revolution und deren Auswirkungen“ darlegen und dabei herausarbeiten, in wie weit Großanleger die Entwicklung zu einer „Sharing Economy“ in ihren langfristigen Investmentüberlegungen mitberücksichtigen sollten.

Isabel Schnabel, Wirtschaftsweise und Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität Bonn zählt zu den renommiertesten und einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftlerinnen ihrer Generation. Die dreifache Mutter ist Trägerin des Gustav-Stolper-Preises, in dem der Verein für Socialpolitik herausragende Wissenschaftler ehrt. In ihrem Vortrag „Ein Reformvorschlag für Europa“ wird die Dortmunderin die Schwachstellen der Europäischen Währungsunion aufzeigen und Maßnahmen zur langfristigen Lösung der aktuellen Probleme diskutieren.

„IM Spezial“ bietet geballte Information
Das Informationsformat „IM Spezial“ bietet am Institutional Money Kongress gleich mehrere Highlights gleichzeitig und behandelt die aktuell brennendsten Themen der institutionellen Investmentwelt, wie beispielsweise die Pläne zur Kapitalmarktunion und zum EU-Aktionsplan einer obligatorischen Nachhaltigkeit bei Investments.

Am Podium sitzen bekannte Experten wie Dr. Werner Schnappauf, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Magnus Biling, Alecta-CEO und Mitglied der hochrangigen Expertengruppe der Europäischen Kommission für nachhaltiges Finanzieren, Dr. Michael Leinwand, CIO der Zurich Gruppe und Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, ehemals Co-Chef bei Goldman Sachs in Deutschland und Österreich.

Eine weitere Podiumsdiskussion gibt es zum Thema betriebliche Altersversorgung. Nach einem Impulsvortrag von Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaften und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, diskutiert der Ökonom mit den Vorständen von Pensionskassen bzw. Pensionsfonds von namhaften Adressen wie dem BVV, Wacker Chemie und der Hoechst-Gruppe über die aktuellen Herausforderungen des nationalen Rentenmodells.

Weitere Podiumsdiskussionen gibt es beispielsweise zu Infrastruktur, Immobilien und Stiftungen.

Abgerundet wird „IM Spezial“ durch einen Vortrag von CFA-Deutschland-Chefin Susan Spinner über die Umsetzung ethischer Überlegungen in die tägliche Investmentpraxis.

Hochwertiges Programm ist CFA-zertifiziert
Aufgrund einer Kooperation mit der CFA Society Germany erhalten institutionelle Investoren mit dem begehrten CFA-Titel für das komplette IM-Spezial Programmangebot „CFA Continued Education Points“.

Aber auch allen von unseren Sponsoren gehaltenen Workshops werden CFA-Points vergeben. Dies unterstreicht das hochwertige Informationsangebot am 12. Institutional Money Kongress und spricht für eine rasche Anmeldung zu dieser Top-Veranstaltung! Eine Anmeldung zum Kongress ist HIER möglich.

 

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