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Wachsende Pensionsfonds stoßen in neue Anlage-Gefilde vor

Bis 2025 werden 61,1 Billionen US-Dollar Assets under Management (AuM) prognostiziert. Das niedrige Zinsumfeld in vielen Industrieländern und die zunehmend volatilen Aktienmärkte veranlassen Pensionsfonds dazu, ihre Anlagestrategien anzupassen. Alternative Anlagen sind zunehmend gesucht.

ALFI-Vorsitzende Corinne Lamesch
ALFI-Vorsitzende Corinne Lamesch
© ALFI - Verband der Luxemburger Fondsindustrie

Auf der Suche nach Rendite suchen viele über ihre Grenzen hinaus und investieren in Alternative Anlagen, so ein neuer Bericht des Verbandes der Luxemburger Fondsindustrie (ALFI), der von PwC Luxemburg erstellt wurde.

Gut fünf Prozent Wachstum jährlich erwartet
Der Bericht, der das Wachstum der Anlagen von Pensionsfonds, ihre Grenzen für ausländische Investitionen und andere wichtige Trends untersucht, zeigt, dass die Anlagen von Pensionsfonds weltweit zwischen 2018 und 2025 voraussichtlich um 5,4 Prozent wachsen werden, und zwar von 42,2 Billionen auf 61,1 Billionen US-Dollar. Die lateinamerikanischen Pensionsfonds werden voraussichtlich die stärkste annualisierte Wachstumsrate mit einem Anstieg der Assets um über 12 Prozent pro Jahr auf 2,4 Billionen US-Dollar verzeichnen.

In der Asset Allocation halten die Aktien weiterhin die Spitzenposition
Diese machten Ende 2018 38 Prozent des gesamten Pensionsvermögens aus. Das prozentuale Wachstum hat sich jedoch ins Negative gedreht - die Allokation ist von 60 Prozent im Jahr 1998 zurückgegangen. Es wird erwartet, dass Alternative Anlagen in den Portfolios der Pensionsfonds eine immer wichtigere Rolle spielen werden, da sie weiterhin nach Rendite streben. In absoluten Zahlen sind die Alternativen Anlagen der Pensionskassen von 9,2 Billionen im Jahr 2014 auf 11,6 Billionen US.Dollar Ende 2018 gestiegen.

Alternative Anlagen legen ordentlich zu
Weltweit unterscheiden sich die Vorschriften für das Auslandsengagement von Pensionskassen weiterhin drastisch. Während die Mehrheit der untersuchten Länder keine Grenzwerte für ausländische Investitionen festlegen, haben einige Länder Grenzwerte für Nicht-OECD- oder Nicht-EWR-Länder festgelegt. Zusätzlich haben andere für bestimmte Anlageklassen Grenzen festgelegt. Insgesamt hat sich das Auslandsengagement der Pensionsfonds seit 2014 jedoch von 31 auf 34 Prozent Ende 2018 erhöht.

Anlagevorschriften für Pensionskassen sind alles andere als einheitlich
Corinne Lamesch, ALFI-Vorsitzende, kommentiert: „Die Vorschriften für Pensionskassen sind von Land zu Land noch immer unterschiedlich. Insbesondere beschränken einige Länder die Höhe der Anlagen von Pensionsfonds in Investmentfonds oder ausländische Investitionen. Folglich kann es für Asset Manager schwierig sein, sich im Bereich der komplexen lokalen Anforderungen zurechtzufinden.“ Oliver Weber, Head of Asset and Wealth Management, PwC Luxemburg, erklärte: „Angesichts des aktuellen globalen Anlageumfelds erhöhen Pensionsfonds, die in der Lage sind, Zeiten der Marktinstabilität zu überstehen, auch ihre Allokation in Alternative Anlagen, darunter insbesondere illiquide Vermögenswerte wie Private Equity und Infrastruktur. Auf der Suche nach Diversifizierung suchen die Pensionsfonds nicht nur nach Art der Anlageklasse, sondern auch nach ihrer geographischen Verteilung. Sie gehen auf der Suche nach Wachstum über ihre Grenzen hinaus - entweder durch Direktinvestitionen oder zunehmend durch Fonds wie AIFs oder UCITS.“

Aktien
Regional betrachtet, stellen die nordamerikanischen Pensionskassen mit einem Anteil von 61 Prozent am weltweiten Pensionsvermögen Ende 2018 immer noch die Mehrheit der AuM dar.
Auf globaler Ebene machen Aktien per Ende 2018 38 Prozent des Gesamtvermögens aus, Anleihen 29 Prozent und Alternative Anlagen 27 Prozent. Der Rest entfällt auf Geldmarkt- und Investmentfonds (UCITS und AIF). Die Allokation ist regional sehr unterschiedlich, wobei die APAC-Pensionsfonds am meisten auf Aktien (51 Prozent) setzen, gefolgt von Nordamerika (42 Prozent), Lateinamerika (26 Prozent) und Europa (20 Prozent). Die USA, Kanada, Japan und Australien tätigten 2018 die größten Aktieninvestitionen, indem sie 10,6 Billionen, 723 Milliarden, 691 Milliarden respektive 626 Milliarden US-Dollar in diese Anlageklasse investierten.

Alternatives
Alternative Anlagen waren weltweit ein großer Wachstumsmotor für Pensionsfonds. Lateinamerika verzeichnete in diesem Bereich das stärkste Wachstum, wenn auch von einer niedrigen Basis aus, wobei Private Equity-Investitionen zum zweistelligen Wachstum beitrugen.
Trotz des starken Wachstums machen Alternative Anlagen nach wie vor nur fünf Prozent des lateinamerikanischen Pensionsfondsvermögens aus, der niedrigste Anteil aller Regionen. Nordamerikanische Pensionsfonds halten 31 Prozent ihres Vermögens in Alternative Anlagen, gefolgt von Europa (27 Porzent) und APAC (acht Prozent).

AIFs haben sich zu einem wichtigen Instrument für Pensionsfonds entwickelt, die ihre Alternativen Anlagen strukturieren wollen. Pensionsfonds sind bereits die Hauptinvestoren in AIFs, die Ende 2017 26 Prozent des AIF-Vermögens ausmachen. Angesichts des erhöhten Schutzniveaus, das AIFs bieten, erwarten ALFI und PwC, dass sich in Zukunft mehr Pensionsfonds diesem Vehikel zuwenden werden. 

Auslandsanlagequoten
Weltweit liegt die durchschnittliche Auslandsanlage von Pensionsfonds in den betrachteten Ländern bei 34 Prozent ihres Vermögens, wobei die regionalen Unterschiede sehr groß sind.
 Europa hat einen der am weitesten entwickelten Märkte, wobei Pensionsfonds aus der Region 35 Prozent ihrer Vermögenswerte auf ausländische Märkte verteilen. Während die USA keine quantitative Grenze festlegen, gibt es zwischen den Fonds große Unterschiede. Die APAC-Pensionsfonds hatten eine starke Allokation in ausländische Investitionen, wobei sie durchschnittlich 38 Prozent ihrer Vermögenswerte in ausländische Märkte investierten. Die lateinamerikanischen Pensionsfonds hatten mit 27 Prozent Ende 2018 die geringste Allokation in ausländische Vermögenswerte. Das Engagement war jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich, so investierten beispielsweise brasilianische Pensionsfonds nur weniger als ein Prozent der Vermögenswerte in ausländische Märkte. Chilenische Pensionsfonds hingegen investieren rund 43 Prozent ihrer Anlagen.

ESG bzw. SDGs vor allem ein EU-Thema
Pensionsfonds versuchen, ihre Investitionen an den Zielen der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) und an den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social & Governance - ESG) auszurichten, wobei die EU-Pensionsfonds an der Spitze stehen. Die Mitgliedsstaaten haben in der gesamten Union Initiativen entwickelt (oder sind dabei, solche zu entwickeln), um die ESG-Integration durch Pensionsfonds zu fördern. In Großbritannien hat das Ministerium für Arbeit und Renten eine neue Verordnung erlassen, die Pensionsfonds dazu verpflichtet, ESG- und ethische Elemente bei Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen. In Frankreich wurde mit dem Gesetz zur Energiewende für grünes Wachstum im Jahr 2015 eine verbindliche ESG- und Klimapolitik-Berichterstattung für alle Vermögenseigner eingeführt.

Luxemburg führender Standort für nachhaltige Fonds in Europa
Corinne Lameschs Fazit lautet: „Eine weitere wichtige Entwicklung seit der 2015er-Ausgabe des Berichts ist die zunehmende Konzentration auf die Nachhaltigkeit der Investitionen von Pensionsfonds. Luxemburg war auf diesem Gebiet ein Pionier und ist heute der führende Standort für nachhaltige Fonds in Europa. Darüber hinaus bleiben UCITS ein wichtiges Vehikel für viele Pensionsfonds, die ein Engagement auf den weltweiten Märkten anstreben. Wir erwarten, dass sich dieser Trend angesichts des soliden regulatorischen Rahmens, des hohen Niveaus des Anlegerschutzes und die in der Struktur eingebettete Intensität der globalen Leistungsfähigkeit fortsetzen wird.“ (kb)

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