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Paul McNamara, GAM: Türkei leidet unter toxischer Kombination

Für Paul McNamara, Investment Director bei GAM Investments, sind die türkische Lira und damit auch die in dieser Währung notierten Aktien und Anleihen derzeit kein Investment wert.

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Paul McNamara, GAM Investments: "Die Bedeutung des Baugewerbes für die Wirtschaft ist beispielsweise vergleichbar mit der Situation in Spanien oder Irland vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise in Europa."
© GAM

Investoren sollen die Finger von der Türkei und deren Währung lassen. Diese Empfehlung spricht Paul McNamara, Investment Director bei GAM Investments, aus. „Die Türkei leidet unserer Einschätzung nach unter einer toxischen Kombination aus einem Leistungsbilanzdefizit, einer übermäßigen Verschuldung des privaten Sektors und einer hohen Auslandsfinanzierung des Bankensystems."

Die Situation spitze sich laut McNamara nun zu, da eine dringend benötigte Nachfrageverlangsamung zu Qualitätsproblemen der Vermögenswerte bei den Banken führe. Die Bedeutung des Baugewerbes für die Wirtschaft sei beispielsweise vergleichbar mit der Situation in Spanien oder Irland vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise in Europa. "Wir denken, dass die Türkei die Möglichkeiten von Zinserhöhungen ausgeschöpft hat und durch ihre unzureichenden Währungsreserven in die Enge getrieben wird." 

Laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) verfügt die Türkei über die am wenigsten ausreichenden Währungsreserven im Vergleich zu den anderen großen Schwellenländern, weist McNamara hin. Die Politik des Landes sei zudem überaus problematisch: Der Finanzminister ist der Schwiegersohn des Präsidenten und die politische Einflussnahme auf die eigentlich "unabhängige" Geldpolitik der Zentralbank nimmt zu.

Die jüngsten Entwicklungen sehe McNamara sehr negativ: Präsident Erdogan habe eine kriegerische Rede gehalten, ohne einen dringend benötigten Kurswechsels auch nur zu erwähnen. Finanzminister Albayrak hielt eine inhaltsfreie Rede voller Plattitüden und schließlich verdoppelte US-Präsident Trump die Zölle auf türkische Metallexporte. Auch wenn dies vermutlich ein symbolischer Schritt ist, symbolisiert er aber eine schwindende US-Unterstützung für das Ankara-Regime.

"Unsere stark negative Haltung bezüglich Investitionen in der Türkei bleibt bestehen und wir haben unsere Risikopositionen nicht geändert", erklärt McNamara abschließend. (aa)

 

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