Partners Group über die Vorzüge von Listed Private Equity
Ein Senior Portfolio Manager bei der Partners Group beleuchtet das Segment Listed Private Equity, grenzt es gegen Alternativen wie Beteiligungsgesellschaften ab und geht dabei auf das seiner Ansicht nach attraktive, langfristige Renditepotenzial ein.

Traditionellen Aktienmärkte sind vielfach von hohen Bewertungen geprägt, wodurch Einstiegsmöglichkeiten rar werden. Hier bietet Listed Private Equity (LPE) laut der Schweizerischen Partners Group eine Alternative mit soliden Fundamentaldaten und langfristiger Outperformance. Welche Merkmale zeichnen LPE aus, und welche Chancen bietet es institutionellen Investoren? Diesen Fragen geht Benjamin Lorenz, Senior Portfolio Manager bei der Partners Group in einem "Institutional Money" vorliegenen Beitrag nach.
Vielversprechende Alternative
Abseits wieder haussierender Aktienmärkte steht institutionellen Investoren eine laut Lorenz vielversprechende Anlagemöglichkeit zur Verfügung: Listed Private Equity (LPE) – das ist Lorzen zufolge eine Anlageklasse mit soliden Fundamentaldaten und überzeugender historischer Performance.
Für ein tieferes Verständnis dieser Anlageklasse ist Lorenz zufolge ein Blick auf ihre Struktur wichtig. LPE gliedert sich in zwei Segmente: Beteiligungsgesellschaften und Alternative Asset Manager. Diese wiesen zumindest jüngst eine unterschiedliche Entwicklung auf:
Beteiligungsgesellschaften notieren weiterhin mit hohen Abschlägen auf den inneren Wert, die deutlich über dem langfristigen Durchschnitt liegen.
Alternative Asset Manager weisen zwar ähnliche Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf, erreichen jedoch höhere Wachstumsraten und profitieren dadurch von attraktiveren Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnissen (PEG-Ratio) im Vergleich zum breiten Markt. Hieraus ergeben sich laut Lorenz interessante Einstiegsmöglichkeiten.
"Die überdurchschnittliche Performance von Listed Private Equity (LPE) verdeutlicht beispielsweise die Wertentwicklung des Partners Group Listed Investments SICAV - Listed Private Equity Fund, der in den vergangenen drei, fünf und zehn Jahren eine jährliche Netto-Outperformance von rund 2,5 bis rund 3,9 Prozent gegenüber dem MSCI World erreicht hat", merkt der Partners-Group-Mann in eigener Sache an.
Unterschiedliche Strukturen
Grundlegend für das Verständnis von LPE sind Lorenz zufolge die unterschiedlichen Strukturen der beiden Segmente Beteiligungsgesellschaften und Alternative Asset Manager.
Beteiligungsgesellschaften investieren ihr eigenes Kapital in Private Equity, tätigen Unternehmenszukäufe, realisieren Synergien und veräußern anschließend ihre Beteiligungen. Die Wertentwicklung dieser Gesellschaften entspricht direkt der Entwicklung ihres zugrundeliegenden Portfolios (Net Asset Value, NAV).
Alternative Asset Manager hingegen investieren Kundengelder in Private Equity und erwirtschaften Managementgebühren sowie Gewinnbeteiligungen. Sie profitieren von einer hohen Kundennachfrage, die zu kontinuierlich wachsenden Assets under Management und damit steigenden Managementgebühren führt, sowie von der Entwicklung des Private-Equity-Portfolios durch Gewinnbeteiligungen.
Entwicklung und Wachstumstreiber für Listed Private Equity
Besonders die dynamische Geschäftsentwicklung der Alternative Asset Manager unterstreicht Lorenz zufolge das Potenzial des Sektors: Sie erzielten 2024 ein Rekord-Fundraising über dem Niveau von 2021, was das verwaltete Kapital weiter steigen ließ.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Private Wealth, in dem vermehrt neue Produkte aufgelegt werden. Experten erwarten, dass dieser Sektor in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehören wird. Parallel dazu könnten regulatorische Erleichterungen für Private-Equity-Produkte in den US-amerikanischen 401(k)-Plänen unter einer möglichen Trump-Administration weitere Kapitalzuflüsse ermöglichen.
Private Equity erfordert einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont – eine Voraussetzung, die Pensionspläne erfüllen. Zudem fungiert die Aufnahme von LPE-Titeln in bedeutende Indizes als wichtiger Kurskatalysator. "Nach Blackstone wurden 2023 auch KKR und Apollo in den S&P 500 aufgenommen. Weitere Indexaufnahmen könnten das Segment zusätzlich stärken", merkt Lorenz an.
Auch Beteiligungsgesellschaften bieten attraktive Perspektiven
Trotz starker Portfolioentwicklung notieren sie mit einem durchschnittlichen Abschlag von jüngst etwa 26 Prozent auf den NAV. Dies eröffnet Renditechancen, da Investoren sowohl von steigenden Portfoliowerten als auch von sich verringernden Abschlägen profitieren können. Gerade Letzteres nutzen derzeit mehrere Managementteams durch die Auflage von Aktienrückkaufprogrammen, um eigene Aktien mit hohen Abschlägen zurückzuerwerben.
Liquidität und Handelbarkeit bei LPE: Chancen durch Flexibilität
LPE bietet Lorenz zufolge institutionellen Investoren einen entscheidenden Vorteil: die tägliche Handelbarkeit. Diese ermöglicht eine flexible Anpassung des Portfolios an sich verändernde Marktbedingungen und individuelle Liquiditätsanforderungen.
Die Besonderheit von LPE zeigt sich auch in der Bewertung: Bei LPE gibt es nicht nur monatlich oder quartalsweise berechnete NAVs – die Aktien dieser börsennotierten Private-Equity-Gesellschaften werden täglich an der Börse gehandelt, wodurch sich die Aktienkurse fortlaufend bilden. Während dies eine höhere Flexibilität ermöglicht, wird hierdurch auch die Abhängigkeit von Marktbewegungen spürbar. Denn volatile Phasen werden durch die stetige Marktpreisbildung unmittelbar ersichtlich – ganz anders als bei monatlicher oder quartalsweiser NAV-Berechnung, bei der sich volatile Zeiten erst mit Verzögerung im Portfolio zeigen.
Fazit: LPE ist eine strategische Portfolio-Ergänzung
"Listed Private Equity (LPE) hat sich als attraktive Anlageklasse etabliert und mittel- bis langfristig eine bessere Performance als der breite Aktienmarkt erzielt. Die Kombination aus täglicher Handelbarkeit und günstigen Bewertungen macht diese Anlageklasse insbesondere im aktuellen Marktumfeld zu einer interessanten Investmentmöglichkeit. Eine gezielte Auswahl der börsennotierten Private-Equity-Gesellschaften bleibt essenziell, um Chancen optimal zu nutzen und Risiken effektiv zu steuern", erklärt Lorenz abschließend. (aa)

