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Paradigmenwechsel: EZB-Chefin gibt grünes Licht für Digitalwährung

Im Finanzsektor der Eurozone scheint sich ein einschneidender Wandel abzuzeichnen. EZB-Chefin Christine Lagarde hat signalisiert, dass die Europäische Zentralbank in einigen Jahren eine Digitalwährung schaffen könnte.

Christine Lagarde
EZB-Präsidentin Christine Lagarde: "Es geht uns nicht darum, die Ersten zu sein. Wir gehen gewissenhaft voran, nicht unüberlegt."
© Chris Ratcliffe / Bloomberg

"Meine Vermutung ist, dass sie kommen wird", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde über eine eigene Digitalwährung der Europäischen Notenbank während einer virtuellen Podiumsdiskussion. "Wenn sie billiger, schneller und sicherer für die Nutzer ist, dann sollten wir sie sie ausloten. Wenn sie zu einer besseren geldpolitischen Souveränität, einer besseren Autonomie für den Euroraum beiträgt, dann sollten wir sie meiner Meinung nach sondieren." Bis zum Start des Projekts könnte es laut Lagarde noch zwei bis vier Jahre dauern. Zuvor gelte es nämlich, Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und Datenschutz auszuräumen und technologische Aspekte zu klären.

Die Chefs der amerikanischen Notenbank und der Bank of England zeigten sich in der selben Podiumsrunde eher abwartend. Fed-Chairman Jerome Powell sagte, die Fed werde das Thema "sorgfältig und überlegt" prüfen. Andrew Bailey erklärte, es gebe "viel harte Arbeit, die Auswirkungen zu durchdenken".

Die EZB hat im vergangenen Monat eine öffentliche Konsultation zum Thema Digitalwährung eingeleitet, die bis Mitte Januar dauern soll. Bis Mitte 2021 soll entschieden werden, ob das Projekt in vollem Umfang auf den Weg gebracht und ein möglicher Start vorbereitet werden soll. Auch China arbeitet an Plänen für eine digitale Zentralbankwährung. "Es geht uns nicht darum, die Ersten zu sein", sagte Lagarde. "Wir gehen gewissenhaft voran, nicht unüberlegt. Wir werden umsichtig sein."

Vor diesem Hintergrund scheint Facebooks Kryptowährung Libra beinahe schon in Vergessenheit zu geraten. Dazu passt auch eine kürzliche Stellungnahme von EZB-Direktor Fabio Panetta, der vor Datenschutzproblemen bei Kryptowährungen aus dem Ausland, wie beispielsweise Libra, warnte. "Ausländischen Anbietern die Kontrolle über große Mengen an persönlichen Daten anzuvertrauen, könnte erhebliche Kosten für EU-Bürger sowie auch Unternehmen mit sich bringen", erklärte Panetta auf einer vom italienischen Bankenverband organisierten Veranstaltung. (mb/Bloomberg)

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