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Panzerbauer KNDS sucht Berater für IPO in Frankfurt und Paris

Der französisch-deutsche Panzerhersteller KNDS sondiert laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die mit Bloomberg in Konttakt stehen, Finanzberater, die bei der Vorbereitung eines möglichen Börsengangs helfen sollen.

© StockPhotoPro / stock.adobe.com

Das Unternehmen, das sich im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Regierung befindet, hat Kapitalmarktspezialisten eingeladen, sich um eine Rolle als Berater des Managements für den möglichen Börsengang zu bewerben, sagten die Bloomberg-Informanten. KNDS könnte eine Bewertung von rund 20 Milliarden Euro anstreben, hieß es. Das in Amsterdam ansässige Unternehmen erwäge die Möglichkeit einer doppelten Börsennotierung in Frankfurt und Paris bereits im nächsten Jahr. Auch eine Notierung in Amsterdam sei eine Option.

Beauty-Contest
Der Beratungswettbewerb signalisiert einen Schritt nach vorne in den Vorbereitungen von KNDS für einen IPO. Die deutschen Familienaktionäre prüfen Optionen für die Veräußerung ihrer 50-prozentigen Beteiligung, darunter eine Börsennotierung und ein Anteilsverkauf.

Starkes Interesse
Die Vorbereitungen für den Börsengang erfolgen vor dem Hintergrund eines starken Interesses der Anleger an europäischen Verteidigungsaktien aufgrund der Aussicht auf höhere Sicherheitsausgaben der Regierungen in der Region. Der Panzerhersteller Czechoslovak Group AS erwägt laut Bloomberg-Informationen einen Börsengang in Amsterdam im nächsten Jahr und strebt eine Bewertung von 30 Milliarden Euro oder mehr an.

Unternehmensgeschichte
KNDS entstand aus der Fusion des deutschen Unternehmens Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Unternehmens Nexter und ist eines der größten privaten Verteidigungsunternehmen Europas. KNDS produziert die deutschen Leopard-Panzer, die von der Ukraine gegen Russland eingesetzt werden.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte im Juli, dass Deutschland den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen in Betracht ziehe. Der Börsengang des Rüstungskonzerns Hensoldt im Jahr 2020 hatte Deutschland die Option zum Erwerb einer Sperrminorität gewährt, die die Bundesregierung wenige Monate nach dem Börsengang ausübte.

Entscheidungen in Bezug auf KNDS sind bislang noch nicht gefallen
Der Zeitpunkt und die Struktur der Transaktion würden noch geprüft, sagte darüber informierte Insider. Der Aufsichtsrat von KNDS werde wahrscheinlich in den kommenden Monaten offiziell entscheiden, ob der Börsengang durchgeführt werde, sagte ein Informant. “Der Aufsichtsrat von KNDS prüft derzeit Optionen für die mögliche Weiterentwicklung der Beteiligungsstruktur der Gruppe”, erklärte ein Vertreter des Unternehmens in einer per E-Mail verschickten Stellungnahme, aus der Bloomberg News zitiert. “Ein Börsengang ist eine der Möglichkeiten, und es liegt in der Verantwortung des KNDS-Managements, vollständig vorbereitet zu sein, wenn der Aufsichtsrat seine Entscheidung trifft.” (kb)

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