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"Buy-the-Dip"-Strategie könnte nun gefährlich werden

Die Kursverluste im September bei Aktien könnten nur der Anfang gewesen sein, dem weitere Kursabgaben folgen könnten. Denn die Märkte leiden derzeit gleich unter mehreren Belastungsfaktoren, schreibt Axel Botte von Ostrum Asset Management.

Axel Botte, Ostrum Asset Management
Axel Botte, Ostrum Asset Management
© Ostrum AM

Angesichts stark steigender Energiepreise, Wachstumsschwierigkeiten in China und schwacher Konjunkturumfragen müssen Aktienanleger im vierten Quartal mit höher Volatilität rechnen. Die in diesem Jahr bislang erfolgreich gewesene "Buy-the-Dip"-Strategie mancher Anleger, kommen an ihre Grenzen, schreibt Axel Botte, Global Strategist bei Ostrum Asset Management, in seinem aktuellen Marktbericht.

Kursrückgang könnte Auftakt für noch höhere Verluste sein
Der September war für die Aktienmärkte bislang häufig ein schlechter Monat. Der Rückgang des US-Index S&P 500 um fast fünf Prozent im vergangenen Monat könnte allerdings eine Warnung auch für das gesamte vierte Quartals sein, meint Botte. In China, der globalen Konjunkturlokomotive, hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Grund dafür waren unter anderem Beschränkungen der lokalen Regierungen, um ihre CO2-Emissionsverpflichtungen zu erfüllen. Aber auch die Maßnahmen der Zentralregierung zur Umsetzung ihres Programms ‚Wohlstand für alle‘ bremsen die Wirtschaftsdynamik im Reich der Mitte.

Hohe Energiekosten haben Auswirkungen
Gleichzeitig setzen stark steigende Energiepreise die Wirtschaft weltweit erheblich unter Druck. So hat der Anstieg der Gaspreise im Vereinigten Königreich bereits zu einem Dutzend Konkurse im Energiesektor geführt. Die hohen Energiepreise in Asien wirken sich auch auf die Gaspreise in den USA aus, die sich jetzt auf sechs US-Dollar pro MMBtu zubewegen und damit doppelt so hoch wären wie zu Beginn des Jahres.

Die Preisschocks schlagen sich auch in einer höheren Inflationsrate nieder. In der Eurozone stieg diese im September auf 3,4 Prozent, in den Vereinigten Staaten im August auf 4,3 Prozent oder im Vereinigten Königreich auf 4,8 Prozent im August.

Zentralbanken im Dilemma
Die Inflation könnt Botte zufolge die Zentralbanken unweigerlich dazu zwingen, ihre Rhetorik und letztlich ihre Geldpolitik anzupassen. Jerome Powell müsse nun erkennen, dass die anhaltende Inflation auf Engpässe in der Versorgungskette zurückzuführen ist, auf die die Fed keinen Einfluss hat. Die gegenwärtigen Anzeichen einer Stagflation machen eine andere Geldpolitik erforderlich. Vorerst bleibt die Aufhebung des Fed-Put allerdings noch hypothetisch.

Vor diesem Hintergrund dürften die Aktienmärkte nach Einschätzung Bottes ein volatileres letztes Quartal erleben. Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunkturumfragen schlagen sich bereits in den EPS-Prognosen nieder. Die von China ausgehenden Risiken und die Energiekrise mahnen zur Vorsicht. Bankaktien hingegen könnten weiterhin profitieren, erklärt Botte abschließend. (aa)

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