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Ostdeutsche Sparkassen weisen Pleite-Spekulationen einer Studie zurück

Die ostdeutschen Sparkassen haben mit scharfen Worten auf eine Studie reagiert, der zufolge viele Institute im Sektor wegen der Pandemie und hoher Kreditausfälle vor dem Aus stehen könnten.

Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands
Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV)
© OSV

„Die Corona-Krisenfolgen sind für unsere Mitgliedssparkassen verkraftbar“, sagte Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Berlin, über die Bloomberg News berichtet. „Gegenteilige Äußerungen, die sogar von einigen Wissenschaftlern getätigt werden, haben wir darum zurückgewiesen, denn ihnen fehlt Realitätssinn.“ Noch deutlicher wurde Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender. Er riet dazu, „kuriose“ Studien-Ergebnisse zu hinterfragen. Das gelte besonders in der aktuellen Situation, „in der etliche Menschen – anders als verbeamtete Professoren - Existenzängste haben“.

Welche Studie rügt der OSV?
Auf welche Studie sie sich bezögen, sagten die beiden Sparkassen-Vertreter zwar nicht. Allerdings hatte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle Anfang Juli vor dem Aus Dutzender Banken angesichts hoher Kreditausfälle gewarnt. Sparkassen und Volksbanken seien besonders bedroht, hieß es. Grund: Gerade sie hätten ihr Geld meist an kleinere Firmen aus Einzelhandel und Gastgewerbe verliehen, die vom Corona-Lockdown schwer getroffen worden seien.

Covid-19-Stresstest
Mit ihrer Zurückweisung folgen die ostdeutschen Sparkassen der Einschätzung von Walter Strohmaier, dem Bundesobmann der Sparkassen. “Ich würde es zum heutigen Zeitpunkt völlig ausschließen, dass es zu Stützungsfällen kommt, nach meinen Kenntnissen. Völlig ausschließen”, sagte er diesen Monat auf Nachfrage von Bloomberg. Er verwies darauf, dass die Risiko- und Liquiditätslage der Sparkassen derzeit “besser als erwartet” sei. 

Aufsichten gaben im Juli Entwarnung
Auch BaFin und Bundesbank hatten intern einen speziellen Covid-19-Stresstest für kleinere Banken unter nationaler Aufsicht durchgeführt und im Juli Entwarnung gegeben. Dem Ergebnis zufolge sind sie “auch bei einem schweren Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt ausreichend kapitalisiert”.

Wertberichtigungen im Kreditsegment werden corornabedingt steigen
Nichtsdestotrotz stellen sich die ostdeutschen Sparkassen, die auch an der DekaBank beteiligt sind, so wie viele andere deutsche Banken auf höhere Kreditausfälle ein. Ermrich verwies darauf, dass die Wertberichtigungen im Kreditsegment in den vergangenen Jahren niedrig gewesen seien. „Im Zusammenhang mit der Corona-Krise wird das diesmal erwartungsgemäß nicht mehr so sein“, sagte er. (kb)

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