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Olgerd Eichler/MainFirst: "Value kommt zurück!"

Der Wind am Kapitalmarkt dreht sich. Value-Aktien, die im zurückliegenden Jahrzehnt vielfach verschmäht wurden, könnten in naher Zukunft auf die Erfolgsspur zurückkehren, sagt Olgerd Eichler, Lead Portfoliomanager des MainFirst Top European Ideas Fund und MainFirst Germany Fund.

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Olgerd Eichler, Portfoliomanager des MainFirst Germany Fund und MainFirst Top European Ideas Fund 
© MainFirst AM

Werthaltige Aktien bieten nach Einschätzung von Olgerd Eichler die Chance auf attraktive Renditen bei begrenztem Risiko. Insbesondere unterbewertete, aber profitable Unternehmen mit erprobtem Geschäftsmodell seien interessant. Growth-Titel seien dagegen derzeit vom Markt überbewertet. 

Was für die Renaissance von Value spricht
Für eine Verlagerung von Growth- zu Value-Titel sprechen laut Eichler mehrere Faktoren. "Zum einen trägt der geopolitische Faktor hierzu bei. Die Teileinigung im Handelskrieg zwischen den USA und China, als auch das Mehr an Klarheit um einen geordneten Brexit unterstützen eine Rotation des Marktes zugunsten besonders günstig bewerteter Value-Titel. Rezessionssorgen und die 2019 allgegenwärtige politische Unsicherheit haben sich gelegt. Die Zinsen finden ihren Boden."

Solides wieder gefragt
Hinzu komme die fundamentale Stärke und Solidität von Value-Aktien. „In den vergangenen Jahren standen Growth-Titel eindeutig im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Sie realisierten teils exorbitante Zuwächse. In der Summe haben die stark Momentum-getriebenen Märkte zu signifikanten Fehlbewertungen und (fundamental) nicht nachvollziehbaren Bewertungsdiskrepanzen geführt. Die für Wachstum bezahlten Prämien gegenüber Value-Titeln sind unseres Erachtens eklatant hoch“, erklärt Eichler.

Sind die für Growth gezahlten Prämien überzogen?
Investoren sollten sich nun vermehrt die Frage stellen, ob diese Prämien gerechtfertigt sind, die hohen Erwartungen noch in einem rational begründeten Verhältnis zum jeweiligen Aktienkurs stehen und ob es für die Zukunft nicht attraktivere Anlagekategorien gibt. Denn selbst in einem derartigen Niedrigzinsumfeld sollten Bewertungsaspekte nicht gänzlich ignoriert werden. „Werthaltigen Aktien billigt der Markt allzu oft nur sehr geringe Bewertungen zu. Dies spiegelt die negative Grundhaltung zu den zu erwartenden Unternehmensentwicklungen wider. Speziell jene Phasen, in denen der Börsenpreis einer Aktie extrem stark von ihrem eigentlichen Wert abweicht, sind ideale Einstiegsgelegenheiten“, erklärt Eichler.

Nicht alles, was billig ist, ist auch günstig
Darum lohnt es sich nach Ansicht des Experten, einen neuerlichen, selektiven Blick auf die Anlagekategorie Value zu werfen. „Nicht alles, was billig aussieht, ist auch günstig. Eine eingehende Unternehmensanalyse ist das A und O“, sagt Eichler. Nach wie vor finden sich insbesondere im deutschen Small- und Mid-Cap-Segment vielversprechende Investmentmöglichkeiten in herausragenden Unternehmen. Viel zu oft lassen sich die Marktteilnehmer von temporären Entwicklungen leiten, während sie die langfristigen Perspektiven aus den Augen verlieren. Dank guter Positionen in Nischenmärkten, oftmals weitgehend unabhängig vom makroökonomischen Umfeld, können diese aussichtsreichen Unternehmen zumeist ein nachhaltiges und zugleich profitables Wachstum erzielen. Faktoren wie Managementqualität, attraktive Dividendenrenditen und solide Eigenkapitalausstattungen sprechen für sich. Der Fokus der Investoren sollte sich darum laut Eichler immer auf jene Anlagen mit den höchsten Renditechancen bei begrenzten Risiken richten. „Diese erfolgversprechende Kombination findet man aktuell mehr denn je bei vielen der guten, ausgebeutelten Value-Aktien!“ (kb)

 

 

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