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Oddo BHF über den "perfekten Sturm" für Europa

Nach Ansicht des Chief Investment Officers von ODDO BHF ist die Energiekrise in Europa ein "perfekter Sturm". Das hat auch Auswirkungen auf die Inflationsraten und in Folge auf die Geldpolitik.

Jan Viebig, Oddo BHF Trust
Prof. Dr. Jan Viebig, Oddo BHF
© Oddo BHF

Vor dem Hintergrund stark steigender Erdgaspreise und der damit einhergehenden, drohenden Energiekrise in Europa legt Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer von ODDO BHF, seine Sicht der Dinge dar. Für ihn springen Erklärungsversuche, die die aktuelle Situation auf einzelne Faktoren wie die „grüne“ Energiepolitik oder die Machtspiele des Kremls zurückführen, zu kurz. Vielmehr habe ein Zusammentreffen vielfältiger Risikofaktoren die aktuelle Zuspitzung verursacht.

Hoffnung: Milder Winter und konstant wehende Winde
Für Viebig lasse sich nicht endgültig entscheiden, inwieweit Russland aufgrund des Eigenbedarfs nicht liefern kann oder aus politischem Erwägen nicht will. So oder so werde aber klar, dass die Europäer ihre Abhängigkeit von Energieimporten vermindern und die Nutzung alternativer Energiequellen vorantreiben müssen. Kurzfristig löst das die Versorgungsprobleme allerdings nicht.

Letztlich bleibe wohl vor allem das Hoffen darauf, dass der Winter mild ausfallen und der Wind beständig wehen möge. "Falls nicht, dürften die Preise hoch bleiben. Selbst Ausfälle bei der Gas- und Stromversorgung in Europa lassen sich nicht völlig ausschließen", warnt Viebig.

Preisspitzen nur im Winter
Die aktuellen Preisspitzen konzentrieren sich derzeit auf die Gas- und Stromlieferungen in den Wintermonaten. Die Terminmärkte legen Viebig zufolge nahe, dass die Preise für Strom und Gas zum Frühjahr hin deutlich nachgeben könnten. Nichtsdestotrotz sei auch für die Verbraucher in Europa mit signifikanten Preiserhöhungen zu rechnen.

Inflationsraten und die Geldpolitik
Eine Idee gibt die Entwicklung in Spanien, wo die Preisentwicklung auf der Verbraucherstufe den Großhandelspreisen enger folgt. Im deutschen Warenkorb kommen Erdgas und Strom zusammen auf ein Gewicht von gut fünf Prozent (Heizöl und Kraftstoffe machen nochmals knapp fünf Prozent aus). Die aktuelle Entwicklung der Energiepreise macht es unwahrscheinlich, dass die Inflationsraten im nächsten Jahr im erwarteten Ausmaß zurückkommen.

"Hinzu kommt, dass hohe Energierechnungen zulasten der Nachfrage nach anderen Waren und Dienstleistungen gehen und damit das Wachstum dämpfen könnten. Die Geldpolitik würde damit vor eine große Herausforderung gestellt", erklärt Viebig abschließend. (aa)

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