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Oddo BHF-CIO: EZB muss Prognose aufwärts revidieren

Nach Ansicht des Anlagechefs von Oddo BHF könnte die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren derzeitigen Inflationsprognosen zu optimistisch sein und sollte darauf reagieren. Prof. Dr. Jan Viebig glaubt jedenfalls an höhere Inflationsraten.

Prof. Dr. Jan Viebig, ODDO BHF
Prof. Dr. Jan Viebig, ODDO BHF
© Oddo BHF

Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer von Oddo BHF befasst sich in einer aktuellen Markteinschätzung mit der Frage, inwieweit die EZB mit ihrer Grundannahme, dass die Output-Lücke und entsprechend auch eine disinflationäre Grundtendenz in Europa fortbestehen, noch mit der aktuellen Inflationsentwicklung in Einklang bringen kann.

Mitte Dezember werden die Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ihrem letzten Treffen des Jahres zusammenkommen. Nach Ansicht Prof. Viebigs dürfte kaum ein Zweifel bestehen, dass die Inflationsprognosen des EZB-Stabes, auf die die Notenbanker ihre geldpolitischen Überlegungen und Entscheidungen stützen, merklich nach oben revidiert werden müssen. Die EZB erwartet derzeit, dass die Inflation nur durch temporäre Faktoren verursacht wird und die Verbraucherpreise im Jahr 2022 nur um 1,7 Prozent und im Jahr 2023 um 1,5 Prozent steigen werden.

"Es besteht die Gefahr, dass der Preisauftrieb länger anhalten und die Inflation im Jahr 2022 deutlich über der Marke von zwei Prozent liegen wird, die die EZB mit ihrer Geldpolitik mittelfristig anstrebt. Eine hohe Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot, die Preise steigen. Der Druck auf die EZB nimmt zu, die Inflationsprognosen anzupassen angesichts des Nachfragesogs und des Kostendrucks in der Wirtschaft", erklärt Prof. Viebig.

EZB-Erwartungen zu ambitioniert?
Der Oddo BHF-Mann glaubt, dass die Inflationsraten im Euroraum im nächsten Jahr vermutlich sinken werden, dass der Rückgang aber geringer ausfallen könnte als von der EZB erhofft. Das Risiko sei derzeit hoch, dass die EZB ihre Inflationserwartungen nach oben anpassen muss. Auch wenn die Lohnentwicklung aktuell moderat ist, dürften Inflationsraten merklich oberhalb des Inflationsziels der EZB die Gewerkschaften auf den Plan rufen.

"Die Geldpolitik sollte vorsichtiger werden. Mit der Entscheidung, die Anleihekäufe im Rahmen des Pandemie-Notfallprogramms (PEPP) auslaufen zu lassen, kann die EZB ein erstes Signal setzen, dass sie die Inflationsrisiken ernst nimmt", erklärt Viebig abschließend. (aa)

 

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