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Oddo BHF AM: Einsame Millennials schaffen Rendite-Potenzial

Guillaume Chieusse, Leiter aktive Aktienstrategien bei Oddo BHF Asset Management, erklärt, wie er den Trend zu mehr Haustieren, insbesondere bei den Millennials, zur Performance-Generierung für die von ihm verantworteten Portefeuilles nutzt.

Guillaume Chieusse, Oddo BHF Asset Management:
Guillaume Chieusse, Oddo BHF Asset Management: "Von wegen kleine Fische – der Trend zum Haustier sorgt für Wachstum bei Small Caps."
© Oddo BHF AM

Während der Covid-Pandemie ist mit der zunehmenden Einschränkung des öffentlichen Lebens der Wunsch nach einem Haustier gewachsen. Dieser Trend dürfte sich in den nächsten zehn Jahren weiter beschleunigen, schreibt Guillaume Chieusse, Leiter aktive Aktienstrategien bei Oddo BHF Asset Management, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag. Das Wachstum ist laut Chieusse auf günstige demografische und branchenspezifische Trends sowie erhebliche Fortschritte bei der Tierpflege zurückzuführen: "Bereits 2020 erreichte der Umsatz im europäischen Heimtierbedarf ein Volumen von 29 Miliarden Euro. Bis 2030 soll es auf rund 49 Milliarden Euro anwachsen; das entspricht einer Wachstumsrate von sechs Prozent pro Jahr."

Haustierquote bei Millennials steigt und damit die Nachfrage
Das immer hochwertigere Markenprofil von Heimtiernahrung und Heimtierpflegeprodukten erhöht Chieusses Meinung nach die Attraktivität dieses Marktes. Auch scheinen immer mehr Menschen die Vorteile des Besitzes von Haustieren zu sehen. Ein Haustier verschafft Bewegung und bietet mehr Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Es begleitet einen durch den Tag und hilft so gegen Einsamkeit. Hunde sind gute Wächter, die mögliche Eindringlinge abschrecken können. Wenn Kinder mit einem Haustier aufwachsen, entwickeln sie Verantwortungsgefühl. "Zahlreiche unabhängige Studien zeigen, dass der Besitz von Haustieren immer beliebter wird. Mehr Haushalte als in früheren Jahren entscheiden sich für ein Haustier, insbesondere Millennials (18-34 Jahre im Jahr 2020), die heute die zahlenmäßig größte Generation ausmachen und zunehmend neue Haushalte gründen", merkt Chieusse an.

Vermenschlichung von Haustieren sorgt für gute Renditen
Inzwischen werden Haustiere zunehmend als Familienmitglieder betrachtet, denen man ein qualitativ gutes und langes Leben wünscht. Hunde- und Katzenbesitzer bevorzugen für ihre Haustiere zunehmend höherwertige Ernährung, da sie sich der gesundheitlichen Vorteile bewusst werden. Der Markt für Veterinärmedizin wächst aufgrund wissenschaftlicher Forschung weiter, auch das Angebot an gesundheitlicher Vorsorge für Haustiere wird immer größer. In Verbindung mit der zunehmenden Verbreitung von Haustierversicherungen sind immer mehr Tierhalter in der Lage, das Beste für ihre Haustiere zu tun, und zwar ein Leben lang.

Die während der Covid-Krise gestiegenen Ausgaben für die Gesundheit von Haustieren sind Chieusse zufolge heute nach Tierfutter und kleinen Leckerbissen der zweitgrößte Bereich der Haustierpflege. Ein Beispiel: Virbac ist ein französisches Pharma- und Tiergesundheitsunternehmen mit einer Produktpalette, die die wichtigsten Krankheitsbilder bei Haus- und Nutztieren abdeckt. Das Unternehmen hat seine Prognosen für 2021 bereits zweimal angehoben.

Fressen und gefressen werden – Sektor mit Übernahmefantasien
Nach Schätzungen von Zooplus, dem führenden Online-Händler für Heimtierbedarf in Europa, beläuft sich der Marktanteil des Online-Handels mit Heimtierbedarf derzeit auf rund 17 Prozent. Diese im Vergleich zu anderen Produktkategorien noch relativ niedrige Zahl dürfte vor dem Hintergrund der nachhaltigen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf das Kaufverhalten der Kunden steigen. Die zunehmende Verbreitung des elektronischen Handels sollte z.B. Zooplus (ausschließlich online) oder Akteuren mit einem vollständigen Produkt- und Dienstleistungsangebot und Omnichannel-Vertrieb wie Pets at home im Vereinigten Königreich und Musti in Skandinavien zugutekommen. Diese Unternehmen profitieren von einem starken und loyalen Kundenstamm, geringer Saisonabhängigkeit, hohen wiederkehrenden Einnahmen und einem skalierbaren Geschäftsmodell.

Die Ankündigung des Übernahmeangebots für Zooplus durch den Private-Equity-Fonds Hellmann & Friedman im August scheint bei vielen Investoren den Blick für die hohen Wachstumsaussichten in diesem Sektor noch einmal geschärft zu haben. Inzwischen stehen auch die Private-Equity-Häuser EQT und jüngst auch KKR, die sich aber wieder zürückzog, auf der Bieterliste für Zooplus. (aa)

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