Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Westchester-Analyse: Warum jetzt in Agrarflächen investieren?

Westchester, eine auf Farmland spezialisierte Investmentboutique des US-Vermögensverwalters Nuveen und der weltweit größte Investor in dieser Assetklasse, erklärt, warum Großanleger auch Agrarflächen-Investments ihren Portfolios beimischen sollten.

iot7.jpg
© Smith / stock.adobe.com

Martin Davies, President und Chief Executive Officer von Westchester Group Investment Management, einer auf Farmland spezialisierte Investmentboutique des US-Vermögensverwalters Nuveen mit 8,2 Milliarden US-Dollar an verwalteten Vermögen, bricht eine Lanze für Investments in Agrarland. Er betont vor allem die defensiven Eigenschaften und das Renditepotenzial.

Die Widerstandfähigkeit der Assetklasse
Agrarflächen haben sich laut Davies in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen als beständige Investments erwiesen, mit stabilen Bewertungen und attraktiven Ertragsniveaus, die nicht mit anderen Assetklassen korrelieren. Davies erwartet daher, dass sich die Assetklasse angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen ähnlich verhalten wird.

Die Rendite aus Investitionen in Agrarflächen sind langlebig und negativ mit Wirtschaftszyklen korreliert. Besonders die Versorgung mit Lebensmitteln ist für eine wachsende Bevölkerung bedeutend, während das Flächenangebot begrenzt ist.

Die Rendite von Agrarflächen ist an Lebensmittelpreise gebunden. Diese sind in früheren Pandemien nicht gesunken und werden auch aktuell durch Angebot- und Nachfrage gestützt. Daher ist laut Davies davon auszugehen, dass Investitionen in Agrarflächen Portfolios weiterhin vor steigenden Preisen schützen.

 

Auswirkungen von COVID-19
Nahrungsmitte seien laut Davies durch das Coronavirus bislang weder knapp noch deutlich teurer geworden. So blieben die Preise für Grundnahrungsmittel, wie Weizen, Mais und Reis, seit dem Ausbruch des Virus relativ stabil.

Das Coronavirus habe allerdings Lieferketten gestört und zwischenzeitlich einen Preisverfall an den Rohstoffmärkten ausgelöst. Wie stark schwankende Rohstoffpreise die Grundstückswerte beeinflussen, hängt davon, ob der Markt anhaltende oder vorübergehende Verwerfungen erwartet.

Kurzfristige Entwicklungen würden die Märkte für Agrarflächen nicht einpreisen, längerfristig niedrige Rohstoffpreise würden die Bewertungen von Agrarflächen hingegen drücken (unter der Annahme, dass alle sonstigen Bedingungen unverändert sind).

Allerdings würden die fallenden Bodenpreise wahrscheinlich durch die steigende Produktivität und niedrigere Zinssätze kompensiert, da Zentralbanken auf der ganzen Welt monetäre Stimuli erwägen oder umsetzen.

Chancen für Investoren
Schon vor COVID-19, als die Renditen auf Anleihen sanken, suchten Investoren in anderen Assetklassen nach Renditechancen. Das hat in Verbindung mit den geringen Fremdkapitalkosten – ebenfalls ein Merkmal des Niedrigzinsumfelds – die Nachfrage der Investoren nach Sachwerten, einschließlich Agrarflächen, erheblich gesteigert. Das Ergebnis war eine starke Wertsteigerung dieser Assetklasse in den vergangenen Jahren.

Unabhängig von der aktuellen Krise und den damit verbunden Vorteilen für Investitionen in Agrarflächen, sei der Zeitpunkt in diese Assetklasse zu investieren aus Sicht laut Davies attraktiv – vor allem angesichts der sich bereits abzeichnenden Produktivitätsgewinne und der dadurch steigenden Erträge.

Technologischer Fortschritt hat Auswirkungen
Im Laufe des letzten Jahrhunderts ist der Einfluss landwirtschaftlicher Schlüsseltechnologien auf die totale Faktorproduktivität (TFP) sukzessive gestiegen. Noch nie waren so viele landwirtschaftlicher Technologien verfügbar wie heute. Sollten sich historische Muster fortsetzen, werden diese Technologien jedoch nicht simultan mit ihrer Markteinführung eingesetzt. Daher dürfte sich der technologische Fortschritt mit Verzögerung auf Produktivität und Renditen auswirken. "Wir gehen jedoch davon aus, dass diese Zeitdifferenz kürzer als in der Vergangenheit sein wird. Die derzeitige Einstellung von Landwirten gegenüber noch nicht eingeführten Technologien spricht aus unserer Sicht für einen Einstieg in Agrarinvestments", erklärt Davies abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren