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Nur drei Prozent der Mittelständler planen Investitionen systematisch

Die Investitionsschwäche im Mittelstand hat laut KfW auch strukturelle Ursachen. Nur drei Prozent der Unternehmen verfügen über eine systematische, mehrjährige Investitionsplanung. Investitionsentscheidungen werden häufig kurzfristig und anlassbezogen getroffen.

Laut KfW investieren 79 Prozent der mittelständischen Unternehmen nur unregelmäßig.
Laut KfW investieren 79 Prozent der mittelständischen Unternehmen nur unregelmäßig.© Supitnan / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Nur 12 Prozent der Mittelständler investieren jedes Jahr
  • Lediglich 3 Prozent planen Investitionen systematisch über mehrere Jahre
  • KfW sieht fehlende Ressourcen und Kapazitäten als zentrale Ursache

Die Investitionstätigkeit im deutschen Mittelstand bleibt schwach. Nach einer Analyse von KfW Research führt lediglich jedes achte mittelständische Unternehmen jährlich Investitionsprojekte durch. Noch seltener ist eine systematische Planung: Nur rund drei Prozent der Unternehmen verfügen über eine mehrjährige Investitionsstrategie. „Von Systematik kaum eine Spur“, schreibt KfW-Ökonom Michael Schwartz in einer aktuellen Analyse zur Investitionstätigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Investitionen oft nur bei Bedarf
Nach Angaben der KfW werden Investitionsentscheidungen im Mittelstand häufig situativ getroffen. Ausschlaggebend seien akute betriebliche Notwendigkeiten oder die aktuell verfügbare Liquidität. Eine langfristige Einbettung in ein strategisches Gesamtkonzept fehle dagegen vielfach.

Als Gründe nennt die KfW begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. In vielen Unternehmen lägen verschiedene Bereiche der Unternehmensführung in einer Hand, während spezialisierte Funktionen wie Controlling oder Finanzplanung kaum vorhanden seien. Dies sei auch Ausdruck der kleinteiligen Struktur des deutschen Mittelstands.

Der Analyse zufolge investieren 79 Prozent der mittelständischen Unternehmen nur unregelmäßig. Besonders ausgeprägt ist dies bei Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Dort führen lediglich neun Prozent jedes Jahr Investitionsprojekte durch. Bei größeren Mittelständlern mit mindestens 50 Beschäftigten liegt dieser Anteil immerhin bei 55 Prozent.

Größere Unternehmen planen häufiger systematisch
Auch bei der Investitionsplanung zeigt sich ein Größeneffekt. Während im Mittelstand insgesamt nur drei Prozent der Unternehmen eine systematische, mehrjährige Planung verfolgen, steigt der Anteil bei größeren Mittelständlern auf sieben Prozent. Die Unterschiede fallen allerdings deutlich geringer aus als bei der tatsächlichen Investitionstätigkeit.

Die KfW verweist darauf, dass aktuelle Studien die positiven Effekte strategischer Planung für kleine und mittlere Unternehmen belegen. Dennoch dominierten im Mittelstand weiterhin kurzfristige und anlassbezogene Entscheidungen.

Vor dem Hintergrund der seit Jahren schwachen Investitionsdynamik in Deutschland sieht die Förderbank darin einen weiteren Erklärungsansatz für die zurückhaltende Investitionstätigkeit. Preisbereinigt sind die Investitionen des gesamten Unternehmenssektors zwischen 2019 und 2025 um 8,3 Prozent zurückgegangen. (dv)

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